Die Angst vor dem Corona-Virus

Ich weiß, das Thema nervt langsam, aber ich hab eine lustige Episode im Bus gehört, die muss ich unbedingt erzählen.

 

Zwei ältere Damen plaudern relativ laut im Bus vor sich hin.
Es bleibt einem fast nichts anderes übrig, als zuzuhören.
Erst gehts ums Kochen und Essen, die Vorlieben der Ehemänner (beim Essen *smile*) und der noch daheim lebenden Söhne.
Und um die Angst derselben, dass sie sich mit dem Corona-Virus angesteckt haben könnten.
Ich dachte nun käme eine mittlere Beschreibung einer Chinareise, mit Flugzeiten ect.

Aber nein, die Erzählerin hatte Angst dass sich der Sohn den verdammten Virus geholt hätte, nachdem er sich im Chinarestaurant seines Vertrauens eine Knusprige Ente bestellt hat.

 

Ich musste aussteigen, denn meinen Lachanfall hätten die beiden Hausmütterchen bestimmt nicht verstanden.

Jetzt stinkt es wieder….

Da es in den letzten Wochen und Monaten so heiß war, war auch der Geruch in den Wiener U-Bahnen nicht wirklich angenehm.
Leider gibt es Mitmenschen die nehmen es mit der Körperhygiene nicht ganz so genau und oft sitzt man neben einer Person, die schon am Morgen unheimlich nach Schweiß riecht.

Dazu wollten sich die Wiener Linien etwas einfallen lassen und haben den Versuch gestartet, die Waggons der U-Bahnen zu beduften.
Verschiedene Duftnoten standen zu Auswahl und man hat die Fahrgäste mittels Onlinebefragung abstimmen lassen, welche Duft am gefälligsten sei und ob es überhaupt ankommt, wenn die Fahrgastbereiche beduftet werden.

Ich hab das Vergnügen auch zwei Mal gehabt, mit so einer U-Bahn zu fahren und konnte ehrlich gesagt keinen Unterschied zu anderen U-Bahnen finden, also der Geruch war nicht wirklich wahrnehmbar.
Vermutlich auch besser so, denn Schweißgeruch mit Parfüm zu überdecken macht sich bestimmt nicht gut.

 

Diese Onlineabstimmung ging nun so aus, dass das Publikum die Beduftung nicht wirklich gut befunden hat.

Und nun stinkt es wieder in der U-Bahn……

So geht die Tür nicht zu….

Da viele unserer Mitbürger die Fahrzeit in den Öffis dazu nützen ihre Mails zu checken, Nachrichten am Handy zu lesen oder im WhatsApp zu kommunizieren (das merkt man an dem seligen oder dämlichen Lächeln, das manche dabei aufsetzen), kommt es öfters mal vor, dass diese Fahrgäste so in der Tür stehen, dass sie die Lichtschranke blockieren und somit die Tür nicht zu geht.

In regelmäßigen Abständen drückt der Fahrer dann ein Knöpfchen und es kommt eine Durchsage vom Band:


“Liebe Fahrgäste, sie verzögern die Abfahrt, bitte halten sie den Türbereich frei.”


Das ignorieren diese Leute dann aber, bzw. fühlen sie sich gar nicht angesprochen.
So erlebt wieder dieser Tage in meinem Lieblingsbus.


Nach der 3. Ansage vom Band, erhob mein Sitznachbar seine Stimme, eine sehr tiefe und sonore Stimme:
“Junger Mann, ich weiß nicht was sie heute noch vorhaben, ich jedenfalls muss zur Arbeit, also gehen sie zurück, wenns weiter mitfahren wollen oder steigens aus, so jedenfalls geht die Tür nicht zu !”


Der Jüngling hat ganz erschrocken ausgeschaut, wie vermutet, war er so vertieft in sein Smartphone, dass er die Ansage weder gehört noch sich betroffen gefühlt hat.


“Ich steig bei der nächsten Station aus” murmelt er in seinen nicht vorhandenen Bart.

“Ich auch, wenn wir irgendwann dort hin kommen” meinte darauf die sonore Stimme.

Na bitte….. geht doch !!! *smile*


Mal wieder mit den Öffis unterwegs

In den letzten Tagen war ich wieder mehrmals mit den Öffis unterwegs und wie man weiß, erlebt man da oft unglaubliche Geschichten.

Ich sitze in der Straßenbahn und meine ich schau mich in einer Gegend um, in der ich lange nicht war und wundere mich wie sehr sie sich verändert hat.
Aber das nur so nebenbei.
Ein Stück des Weges fährt die Bahn durch eine Allee und da liegen auf den Bänken ab und an Obdachlose und schlafen, auch wenn es später Nachmittag ist.
So auch heute, ein ziemlich korpulenter Mann hat echt Mühe auf der schmalen Bank zu liegen, an der Lehne angebunden ist sein Hab und Gut.


Im ersten Moment denke ich, dass es echt eine Schande ist, dass es in Zeiten wie diesen, wo wir alle im Überfluss leben und Lebensmittel tonnenweise weg geworden werden, nötig ist, dass es Menschen gibt, die so leben müssen.
Andererseits wollen es vermutlich manche nicht anders.


Da die Bahn grad einen kleinen Stopp einlegt, weil die Ampel rot ist, sehe ich intensiver zu der Bank und stelle fest, dass da neben dem Mann ein Sackerl liegt von einer bekannten Bäckerei, wohl mit ein wenig Gebäck und ein Apfel und eine Banane daneben.
Ein guter Geist hat dem obdachlosen Mann wohl einen kleinen Imbiss hinterlassen.

Ich fand das eine echt liebevolle Geste, in einer so hitzigen Zeit, in der so viel Kälte um uns herum ist.

Die angepatze Frau

* dieser Beitrag enthält indirekt Werbung ohne Auftrag (Markennennung, Ortsnennung oder Verlinkung)

Das ist wieder mal eine U-Bahngeschichte, teil witzig für die Zuseher, teils ärgerlich für die Beteiligten.
Für jene die es nicht wissen können, weil keine Wiener, sei erklärt, dass seit irgendwann im Jänner, ein allgemeines Essverbot in der Wiener U-Bahn besteht.

Es war erst nur auf der Linie U6, weil dort offenbar viele Leute es für nötig gefunden haben, ihre Mahlzeiten in der U-Bahn einzunehmen.
Aber nicht, dass ihr denkt, man hätte dort picknickmäßig eine Serviette ausgebreitet und Teller und Besteck hervorgeholt, nein es wurden einfach Kebab, Pizza und Döner gefuttert, die eine etwas erhöhten Geruchsverbreitung hatten.

Nachdem das offenabr gut angekommen ist bei der Bevölkerung, hat man das allgemeine Essensverbot auf alle U Bahn Linien ausgedehnt. Und es per Piktogramm, Durchsagen ect. verbreitet.

Und nun zur heutigen Geschichte.
Es steigt eine junge Frau, ich hab sie auf knapp unter 30 geschätzt mit einem Becher Eis ein und nimmt neben einer anderen Frau Platz, die sie argwöhnisch anschaut, aber nichts sagt.
Die Frau löffelt mit seligem Blick ihr Eis, bis die U Bahn mit einen kräftigen Ruck stehen bleibt. Im dunklen Schacht sieht man nicht warum. Aber der Frau mit dem Eis entgleitet ein Löffelchen der Masse Eis und landet, anstatt im geöffneten Mund, auf ihrer Jean.
Nun ja, was solls, sie kramt mit einer Hand in ihrem Rucksack nach einem Taschentuch und versucht etwas ungelenk, weil ja der Becher Eis in der anderen Hand, samt Löffelchen ist, den Fleck weg zu putzen. Das gelingt ihr nur mäßig, eher vergrößert sich das Unglück.
Die Bahn fährt wieder an und sie kann das Löfferl wieder im Mund verschwinden lassen.
Genau bis zum nächsten Ruck, der diesmal gar nicht so heftig war, aber Frau war wohl durch den Fleck auf der Jean, den sie weiter argwöhnisch beäugt, etwas abgelenkt und *wies der Teufel will* landet die rosa-weiße Eismasse diesmal auf der Jacke ihrer Nachbarin.

Dass die nicht amüsed war, kann man sich vorstellen.
Mit einem *sans gscheit* – was soviel heißt wie *sind sie verrückt* (ja der Wiener Dialekt sagt nicht immer das was gemeint ist) pfaucht die Nachbarin die Eisesserin an.
Die zieht den Kopf ein wenig ein und murmelt ein *Tschuldigen*
Aber sie hat nicht mit der Reaktion der umsitzenden, anderen Fahrgäste gerechnet, denn die erklären jetzt einer nach dem anderen und auch durcheinander, dass doch ein allgemeines Essverbot besteht, dass man das doch auch sehen kann, wenn man nicht lesen kann (woher der gescheite Mann die Weisheit genommen hat, dass die Eisesserin nicht lesen kann, weiß ich nicht)
*Aber doch nur für Pizza und Döner, Eis stinkt ja nicht* kommt die wenig schlaue und leise Antwort der Patzerin.
Die angepatzte Frau will jetzt *die Daten* der Eisesserin haben, weil die muss die Reinigung der Jacke übernehmen.
Da ist sie aber grad an die Richtige gekommen. Als geübte Hausfrau sieht sie auf einen Blick, dass die angepatze Jacke waschbar sei und das schleudert sie der *angepatzten Frau* auch entgegen.
Im breitesten Wiener Dialekt schleudert sie der angepatzten Frau entgegen: “Steckens die Jacke in die Woschmaschin und lassens mi in Ruah”
Ehe sich die andere weiter aufregen hat können, weil sie ob so viel Frechheit, erst mal Luft hat holen müssen, hat die Eisesserin verschwunden., Den leeren Becher hat sie auf den Sitz gestellt.
Dort steht er vermutlich noch immer.

Ich hab das Schauspiel amüsiert verfolgt und mir gedacht, jetzt hab ich mir doch glatt die Karten fürs Simple (das ist eine Kabarett Bühne in Wien) erspart.