Löffelliste ???

Ich lese, eben grad in den letzten Tagen, immer wieder mal, dass Leute ihre Löffelliste erstellen würden.
Gut, so langsam hab ich mitbekommen, dass das eine ToDo-Liste ist. Aber warum nennen die sie Löffelliste ?

Und heute fiel es mir wie Schuppen von den Augen- ich weiß jetzt was eine Löffelliste ist. :-)
Eine Liste, mit all den Dingen, die man vor hat, noch zu tun, ehe man den Löffel abgibt.

Ich gehe jetzt und erstelle meine Löffelliste.
Ist ja angebracht in meinem Alter *smile*

Plauderei im Cafe mit dem Schriftsteller

Das Cafe war wieder mal sehr gut besucht.
Ganz vorne saß der Herr Moser, es war Monatsanfang und der Wechsel seiner Fotografien stand an.
Er hatte seine Mappe mit und zeigte dem Jo seine neuesten Werke, aus denen  der Jo die Fotos für den folgenden Monat aussuchen kann.
Irgendwie war das dem Jo ja fast egal, soll der Herr Moser halt aufhängen was er will, aber der Fotograf bestand darauf, dass der Jo die Fotos zuerst begutachtet und dann entscheidet.

Ganz hinten, also im Gegenteil zum Herrn Moser, saß ein anderer Mann, auch schon ein älteres Semester, vor sich hat er einen Block liegen, in der Hand einen Bleistift und neben dem Block einen Radiergummi.
Da er neben dem Fenster saß, hob er ab und zu den Kopf um einen Blick raus zu werfen, dann flitzte der Bleistift wieder übers Papier. Er vermittelte den Eindruck, als ob er, das was er da drußen sah, gleich niederschreibt.
Der junge Mann, der neben ihm am Tisch saß verrenkte sich ein wenig den Hals, weil er offenbar sehen wollte, was der Mann mit dem Bleistift da schreibt. Das brachte ihm einen erstaunten Blick des Schreibers ein und der junge Mann zog schuldbewusst den Kopf wieder ein.

Jo interessierte es auch, was der Mann da am Fenster treibt, aber ihn einfach fragen, das wäre ihm zu indiskret gewesen, also räumte er persönlich die leere Teetasse ab und fragte ob er noch einen Wunsch hätte. Ja, hatte er, noch so einen guten Tee.
Beim Abräumen konnte der Jo echt einen Blick auf den Block werfen, aber er sah nur dicht gedrängte Zeilen, in zarter Bleistiftschrift, entziffern konnte er in dem kurzen Augenblick natürlich nichts, nur dass die Seite schon fast voll geschrieben war.
Der Mann schrieb weiter und weiter und sah immer wieder für ganz kurze Zeit aus dem Fenster.

Jo meinte zur kleinen Serviererin, dass er glaubt, dass das ein Schriftsteller ist.
Womit er nicht gerechnet hat, die geschwätzige Frau Winter war ebenfalls auf den Mann aufmerksam geworden und hat leider mitgehört.
Ungeniert wie wir sie kennen, ruft sie durch das kleine Cafe: “Hallo, sie da hinten, sind sie ein Schriftsteller ?“
Der Mann hob kurz den Kopf und senkte ihn sogleich wieder um weiter zu schreiben.
Das war der Frau Winter gar nicht recht, sie hat es nämlich nicht gern, wenn man sie ignoriert.
Der etwas übergewichtige junge Mann, der neben dem Schreiber saß, legte den Finger an die Lippen und bedeutet der Frau Winter dass sie still sein soll.
Aber das ist der Frau Winter ganz egal, sie schnappt ihr Wasserglas und setzt sich in die Nähe des jungen Manns und somit auch in die Nähe des Mannes mit dem Bleistift, der grad wieder aus dem Fenster schaut, vor dem sich nichts, aber absolut nichts tut. Die Kinder die da manchmal vorbei laufen, wenn sie in die Schule gehen, die sind schon vorbei und so huscht nur hin und wieder eine Hausfrau mit Einkaufstasche oder Trolli vorbei.
*Was sehen sie denn da, wenns aus dem Fenster schauen ?“ die Frau Winter spricht den Mann wieder an. Der schaut sie mit einem langen Blick an und antwortet “Nichts“.
Das war nicht grad das was die Frau Winter erwartet hat, aber jetzt war es ihr zu blöd und sie geht wieder vor an die Theke, nicht ohne ihr Wasserglas mitzunehmen und es sich nochmal anfüllen zu lassen.
Erleichtert schreibt der Mann weiter und blickt dazwischen immer wieder aus dem Fenster.

“Der ist aber komisch” flüstert die Frau Winter dem Jo zu und der nickt. Er konnte sich auch keinen Reim drauf machen, aber eigentlich war es ihm egal, solange sich ein Gast friedlich und ruhig verhält.
Dass sowas der Frau Winter keine Ruhe lässt, das können wir uns alle vorstellen.
Aber inzwischen ist die Frau Hilde mit Torten und Kuchen ins Cafe gekommen und die Frau Winter hofft, ein Stückerl vom Anschnitt ab zu bekommen, das sind die Stücke, die sie den Gästen eher nicht anbieten und die Stammgäste kostenlos, als Kostproben bekommen.
Und schon hat der Jo, der Frau Winter einen kleinen Teller mit einem Stück Marmorkuchen hin gestellt und die Frau Winter bestellt tatsächlich auch einen Kaffee dazu, den sie auch bezahlt.

Der schreibende Mann holt den Jo zum Zahlen und packt seinen Block, seinen Bleistift und den Radiergummi ein.
Der Jo versucht, denn neugierig ist er ja doch auch, den Mann in ein Gespräch zu verwickeln und fragt grad heraus, was er denn da schreiben würde.
“Ich weiß es noch nicht, was es werden soll, aber ich glaube es wird ein Geschichte aus dem Cafe werden” antwortet der Mann.
“Sehr interessant” meint der Jo etwas verwirrt, “Werden sie wieder hier her kommen zum Schreiben ?”
“Ich denke schon, wenn sie mir die neugierige Person vom Leib Halten”
Damit meinte er die geschwätzige Frau Winter.
Der Jo nickt wissend und meint, dass die Frau mitunter echt lästig sein kann, aber er wird sich bemühen.
Lächelnd setz der Schreiberling, seinen Hut auf, gibt dem Jo die Hand und sagt: “Ich heiße übrigens Schiller, bin aber mit dem berühmten Friedrich nicht verwandt”
Der Jo schluckt, weil den Wortwitz hat er zuerst gar nicht verstanden.
Erst als der Herr Schiller aus dem Cafe war, dämmerte ihm, dass er wohl den Friedrich Schiller, den berühmten Dichter, gemeint haben muss.

Na man darf gespannt sein, was der Herr Schiller, der mit dem Friedrich nicht verwandt ist, noch für Bewegung ins Cafe bringen wird.

Der Herr Jakob am Fenster

*Guten Morgen*
Der Herr Jakob öffnet sein Fenster zur Straße und davor steht die Bäckerin und reicht ihm sein Frühstücksgebäck in einem Stoffsackerl.
2 Semmeln, die verführerisch duften und ein Briochekipferl,  das ist ein mürbes Kipferl, mit Hagelzucker drauf.
*Vielen Dank* , mit diesen Worten reicht er der Bäckersfrau ein leeres Stoffsackerl, in dem ein Kuvert ist, mit dem Geldbetrag, genau abgezählt, für das gebrachte Gebäck.
Das Ritual wiederholt sich jeden Tag.  Am Wochenende und am Mittwoch ist im Sackerl noch ein ½ Wecken Brot, den der Herr Jakob für sein Abendessen braucht.
Inzwischen verströmt der blubbernde Kaffee in der Kaffeemaschine, die neben dem Fenster steht seinen Duft und der Herr Jakob wartet geduldig auf den netten Zeitungsmann, der ihm ebenfalls jeden Tag seine Tageszeitung ans Fenster bringt.
Auch dafür hat der Herr Jakob das Geld abgezählt bereit liegen und eine Zigarette, die der Zeitungsmann jeden Tag  von ihm bekommt.
Er schmaucht dann die Zigarette und der Herr Jakob richtet sich seine Semmel und sein Kipferl her, das er mit Butter und einem Löffel Marmelade bestreicht.

*Heiß ist es heute wieder* meint der Herr Jakob und der Zeitungsmann nickt. Der spricht nie sehr viel, lächelt den Herrn Jakob freundlich an, drückt seine Zigarette aus, im Aschenbecher, den ihn der Herr Jakob hingestellt hat und marschiert dann weiter, mit deinem Packen Zeitungen.
Der Herr Jakob hat in der letzten Zeit sein Fensterbrett vergrößert.
Dafür war er im Baumarkt und hat sich ein Brett zuschneiden lassen, das er dann auf das schmale bisherige Brett geschraubt hat und wie er so durch den Baumarkt geht, fällt sein Blick auf einen kleinen Ventilator, der kam ihm grad recht, also hat er den gleich gekauft.
Nun kann er sich ein wenig Abkühlung verschaffen, wenn es ihm zu heiß wird, da an seinem Fenster und da das Fensterbrett jetzt auch breiter war, hatte der Ventilator da auch noch Platz, neben dem Kaffeehäferl und dem Teller mit dem Semmerl und dem Kipferl.

An diesem heißen Tag, da waren plötzlich eine Menge Männer, mit weißen Latzhosen und einer Menge Werkzeug in der kleinen Gasse unterwegs. Der Herr Jakob wusste erst gar nicht was die wollten und wo die hin gehören könnten. Die stellten das Werkzeug vor dem Haus vis a vis ab.
In dem Haus wohnt jetzt keiner mehr, denn es soll abgerissen werden, deswegen wundert sich der Herr Jakob sehr, was diese Männer mit der weißen Arbeitskleidung denn da wollten.
Bald kam Licht ins Dunkel, denn es hielten zwei Lastautos und die Männer luden noch mehr Baumaterial ab.
Einem der Männer winkte der Herr Jakob zu sich und welch ein Wunder, der kam auch und der sprach sogar Deutsch. Und der erzählte dem Herrn Jakob, dass das Haus nicht abgerissen, sondern saniert werden würde.
Alles wird neu gemacht, innen und außen. Die Wohnungen werden zusammengelegt, damit schöne, große Wohnungen entstehen und die Fassade wird auch neu gemacht und eine große neue Eingangstür soll auch kommen.
Das hat den Herrn Jakob nun echt erstaunt, weil normalerweise zahlt es sich doch gar nicht aus, dass man ein Haus so saniert, neu bauen käme da doch viel besser an.
Aber irgendwie freu sich der Herr Jakob, nicht nur, dass das nette Haus nicht weggerissen wird, sondern, dass sich da wieder was tut vor seinem Fenster.

Kulturabend am 17. September

Ich hab mir vorgenommen, einmal die Woche – na sagen wir ein paar Mal im Monat, einen Kulturabend zu machen.
Da wird sich so mancher fragen ja was ist denn das ?
Ist eigentlich ganz leicht erklärt – da möchte ich irgendwas machen, was mit Kultur zu tun hat *haha*
Also mal ins Kino gehen und mir einen echt guten Film anschauen oder ins Theater gehen oder zu einer Lesung.
Und genau das hab ich heute, na hoppla, das war ja schon gestern, gemacht.
Kennt ihr Peter Henisch ?
Nein ? Das finde ich schade. Das ist ein österreichischer  Schriftsteller, also eigentlich ist er viel mehr, aber der Großteil derer die ihn  kennen, kennen ihn als Schriftsteller.
Und er hat eben ein neues Buch heraus gebracht.
7 1/2 Leben – nein ich erzähl jetzt nicht worum es in dem Buch geht, das kommt später, denn ich hab es noch nicht gelesen, aber ich war sehr beeindruckt von dem was der Mann vorgelesen hat.
Ich war davon so beeindruckt, dass ich sofort Lust verspürt habe, wieder an meinen Geschichten zu schreiben und euch hier im Blog damit zu beglücken.
Wer sich davon nicht beglückt fühlt, der liest hier ohnehin nicht :-)
ich freu mich richtig drauf, wieder am Laptop zu sitzen und meiner Phantasie freien Lauf zu lassen und ich hab auch schon einiges an Ideen.
Also bis dann…..