Kantenhocker in der Bahn

s-bahnEs wird mal wieder Zeit für eine meiner Bus- und Bahngeschichten.
Wie meist ist es eine Erzählung über ein kleines Ärgernis, das ich nahezu tagtäglich erlebe.
In der Überschrift steht “Kantenhocker” -das sind in meinem Sprachgebrauch Leute, die im Bus oder in der Bahn an einem der äußeren Sitze Platz nehmen und somit dem inneren Platz am Fenster blockieren.
Manche sind auch noch so dreist und stellen auf dem inneren Sitz ihre Tasche oder ihre Säckchen mit dem Einkauf ab und schauen dann angespannt aus dem Fenster um zu demonstrieren, dass sie nicht bemerken, dass inzwischen viele Leute stehen müssen und sie gleich zwei Sitze blockieren.
Die etwas mutigeren Leute sagen dann auch mal was um an den Sitzplatz zu kommen und die Kantenhocker murmeln dann irgendwas Unverständliches in ihren nicht vorhandenen Bart, weil sie wenig amüsiert darüber sind, jemanden an sich vorbei zu lassen und ihre habe einzusammeln.
Es gibt aber wirklich auch unverschämte Leute.
Erst kürzlich erlebt in der S-Bahn hier in Wien.
Die Bahn war ziemlich voll, eine “Kantenhockerin” sitzt wie der Name sagt am äußeren Sitz, als eine weitere Dame kommt, die einen Koffer bei sich hat und die diese “Kantenhockerin” bittet, hinein zu rutschen. Das lehnt diese Dame lautstark ab, denn sie war schließlich zuerst da und sie will da sitzen wo sie sitzt.
Der Hinweis, dass die andere Frau einen Koffer bei sich hätte, den sie schlecht auf dem inneren Sitz mitnehmen könne, quittierte die Kantenhockerin mit einen: “das is ma wurscht”
Erst als andere Fahrgäste verbal der Frau mit dem Koffer zu Hilfe kommen, bequemt sich die erste Frau auf den inneren Sitz zu rutschen, nicht ohne zu schimpfen und zu keifen, dass sie doch sitzen könne , wo sie wolle und andere sich eben einen geeigneten Platz suchen müssten.
Es war nur leider kein anderer geeigneter Platz frei.

Für mich ist so ein Verhalten vollkommen inakzeptabel und ich vermisse schon sehr oft die Rücksichtnahme der Menschen auf einander.
Geht es euch auch manchmal so und habt ihr auch schon mal solche Erlebnisse mit “Kantenhockern” gehabt oder seid ihr selbst “Kantenhocker ” ?

Kein freier Sitzplatz im Bus

busEs schüttete wie aus “Schaffel” wie man bei uns in Wien sagt und dazu ging ein ziemlich heftiger Wind.
Echt grausliches Novemberwetter, mitten im Februar.
Alle Menschen auf der Straße hatten es eilig um irgendwie ins Trockene zu kommen.
Ich war auch schnellen Schrittes unterwegs, mit einem Schirm, der zwar den Regen abhielt, wenn es windstill war, für den Sturm aber nicht gerüstet war, weil er sich mehrmals umgedreht hat und ich dafür immer eine 3. Hand gebraucht hätte um ihn wieder seiner Aufgabe zuzuführen.
Was war ich froh, dass der Bus in den ich einsteigen wollte, schon in der Station stand, mit laufendem Motor, was so viel bedeutete, dass er eigentlich schon abfahrbereit war.
Im Inneren des Busses musste ich mich erstmal meines Schirms entledigen, was nicht einfach war, denn der war ja tropfnass. Dabei hab ich wohl den jungen Mann, der auf dem Einzelsitz (das ist mein bevorzugter Platz) saß, ein wenig angespritzt.
Der war aber gar nicht böse, sondern lachte freundlich und seine großen schwarzen Augen blinzelten mir lustig zu. Ich entschuldigte mich vielmals bei ihm und er antwortete mir in einer mir unverständlichen Sprache.
Wir haben uns zwar gegenseitig sprachlich nicht verstehen können, aber wir wussten beide worum es ging.
Als ich meinen widerspenstigen Schirm endlich gezähmt hatte und mich nach einer Sitzgelegenheit umsah, stellte ich fest, dass der Bus sehr voll war. Kein einziger freier Sitzplatz.
Und just in dem Moment fuhr der Bus auch schon los. Fast wäre ich auf dem Schoss des jungen Mannes gelandet, das wäre sehr peinlich gewesen.
Der Mann aber stand sofort auf und bot mir seinen Platz an.
Was für ein Glück, so ein höflicher junger Mann, mit Humor und guten Manieren, sowas kommt einem ja heutzutage nicht mehr so oft unter. Und mein Lieblingsplatz war das auch noch dazu.
Das war offenbar mein Glückstag.
Obwohl – ich dachte mir dann schon, jetzt sieht man mir offenbar mein Alter schon an, wenn die Jüngelchen aufstehen und mir ihren Platz anbieten. Passiert mir in letzter Zeit schon öfter mal.
Erst hab ich ja immer dankend abgelehnt, weil ich mir dachte, na so alt bin ich auch noch nicht. Inzwischen nehm ich jeden Sitzplatz den ich bekommen kann. Ist halt doch bequemer als zu stehen.
Und ich muss gestehen, es gibt schon immer noch gut erzogene junge Menschen, die es von ihren Eltern (oder von wem auch immer) gelernt haben, dass man zumindest fragt, ob ein ältere Mensch seinen Sitzplatz haben möchte.
Man darf wirklich nicht immer über “diese Jugend” herziehen.
Meint ihr nicht auch ?

 

Urheberrechte/© Andrea Voss

Wir fahren rückwärts

s-bahnDie Geschichte ist schon einige Jahre her, gestern hat mich meine Freundin wieder daran erinnert.
Immer wenn ich sie  erzähle, schaut mich derjenige der sie zu hören bekommt,  mit sehr großen Augen an.

Ich bin mit der S-Bahn zu meiner – jener  Freundin gefahren, sind eh nur 3 Stationen, also voll geschwind von Favoriten nach Atzgersdorf.
Trotzdem hab ich mich gesetzt, es waren ja genug Plätze frei.
Nach 2 Stationen kam die Durchsage:
Nächster Halt – Atzgersdorf.
Na gut, mach ich mich auf zur Tür, um auszusteigen, doch halt…was ist das ??
Der Zug braust durch die Haltestelle, na da schau ich aber….
Im ersten Moment dachte ich, ich bin im falschen Zug, also in einem der in Atzgersdorf nicht hält, deren gibt es mehrere, aber dann fiel mir ein, dass da doch grad die obligate Durchsage war, ja was denn nun ?
Da bleibt der Zug auch schon stehen – so auf halber Strecke zwischen Atzgersdorf und Liesing.
Gespannt warten die Fahrgäste was nun passiert.

Erstmal eine Durchsage:
Zugbegleiter bitte melden

Hat er offenbar getan – denn nun ging es weiter, aber ….

rückwärts…..

Die S-Bahn ist glatt die halbe Station zurück gefahren, ohne dass der Zugbegleiter oder Fahrer auch nur einen Mucks gesagt hätte.
Türen auf in Atzgersdorf, Leute raus und schon  fährt die Bahn weiter in Richtung Liesing – natürlich diesmal ohne mich. Ich war froh, dass ich nicht in Liesing umsteigen hab müssen und zurück fahren.

So was hab ich noch nicht erlebt, fährt sie SBahn glatt rückwärts, weil der offenbar Fahrer vergisst im Bahnhof anzuhalten.

Ist euch auch schon mal sowas Verrücktes passiert ?

Telefonieren am Steuer

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Obwohl da Strafen drauf stehen, machen es immer noch viele Autofahrer – sie telefonieren während der Fahrt.
Find ich schon bei Autofahrern nicht ok – aber was soll man machen, wenn ein Busfahrer eines öffentlichen Busses, während der Fahrt telefoniert ?

 

Nur zur Erklärung:
Der telefonierende Busfahrer war nicht der Fahrer in dem Bus, in dem ich saß, sondern in einem der uns entgegen kam. Schwierig, da was zu unternehmen, oder ?

Fragezeichen1
Mir ging die Frage durch den Kopf, was soll man tun,
wenn das der Fahrer in dem Bus wäre, mit dem man fährt  ???

Nächste Haltestelle….

busIn dem Bus, der mich zu meiner Arbeitsstelle, am Stadtrand von Wien bringt, gibt es eine Bandansage, welche Haltestelle als nächste kommt.
Mindestens dreimal die Woche stimmt dieses Band nicht mit der tatsächlichen Route überein.

Da werden die Stationen erst wesentlich später angesagt, als sie tatsächlich sind. Oder auch früher.
Das aber stört den jeweiligen Busfahrer in keinster Weise.
Ich vermute, die hören diese Ansagen gar nicht mehr.
Wer täglich diese Strecke fährt, braucht das Ausrufen der Haltestellen ohnehin nicht, weil der weiß eh, wo er grad ist und wo er aussteigen muss. Nur die, die hier das erste Mal fahren und womöglich auch noch ortsunkundig sind, die haben damit des öfteren ein gröberes Problem.

Eh klar, weil wenn mir die Beschreibung vorgibt, du musst bei der Haltestelle XY aussteigen und vom Band kommt diese Ansage erst drei Stationen später dann steht man irgendwo in der Pampa und kennt sich vorne und hinten nicht aus.
Manchmal findet sich ein gut gelaunter Fahrgast, der dem Fahrer flüstert, dass das Band falsch ansagt.
Das rührt aber nur wenige der Herren und wenn doch, stellen sie es einfach ab.
Auch eine Methode……