Wiener Küche – Butterschnitzeln

butterschnitzeln
Ich möchte euch hier gerne traditionelle Gerichte aus Wien vorstellen.

Dazu gehören BUTTERSCHNITZELN, die mit Schnitzeln im eigentlichen Sinn nicht sehr viel zu tun haben.
Aber lest selbst:
Butterschnitzel sind eine spezielle Form der Faschierten Laibchen, allerdings aus Kalbfleisch und nicht aus Rind/Schweinefleisch und sie werden nach dem Anbraten in einer Bratensauce geschmort.

Zubereitung:
Es wird zuerst Kalbfleisch, mit in Obers oder Milch  eingeweichten, altbackenen Semmeln durch den Fleischwolf gedreht und die Masse mit Eiern zu einem Teig verarbeitet.
Gewürzt wird mit Salz, schwarzem Pfeffer, Muskat sowie etwas Zitronensaft.
Anschließend werden aus dem Teig handtellergroße Laibchen geformt, die in sehr wenig Semmelbröseln gewendet und in Butter auf beiden Seiten angebraten werden. Dann werden die Laibchen in eine Pfanne oder Auflaufform gegeben, der Bratensatz mit Kalbsfond (oder anderer Suppe) abgelöscht und dazu gegeben.
Schließlich werden Butterflocken auf die Laibchen gesetzt und alles im Backofen zu Ende geschmort.

Typische Beilagen sind Petersilie-Erdäpfel oder Erdäpfelpüree und grüner Salat.

Frau Huber und der Name des Herrn Haller

frauhuber1Ich hab nicht darauf vergessen, ich wollte euch ja noch die Geschichte vom Vornamen des Herrn Hallers, ihr wisst schon das ist der Uhrmacher, erzählen.

Die Frau Huber hat den Herrn Haller nun schon ein paar Mal besucht.
Nebenbei bemerkt, das gefällt dem Herrn Hans, das ist der platonische Freund der Frau Huber, ganz und gar nicht.
Erst hat er, der Herr Hans, ja nichts dazu gesagt, als die Frau Huber im Cafe erzählt hat, dass sie die Uhr vom Leo Huber bei dem Uhrmacher hat reparieren lassen, aber als sie dann weiter erzählt hat, dass sie ihn noch ein paar Mal besucht hat und dort mit ihm Pfefferminztee, den sie sonst gar nicht mag, getrunken hat, da ist er schon ein wenig eifersüchtig geworden. Der Herr Hans hat dann auch eine stille Stunde abgewartet und das der Frau Huber auch erklärt.
Die Lintschi war ganz entgeistert. Der Herr Hans ist auf den Herrn Haller eifersüchtig, ja wo gibts denn sowas ?
Sie hat den Herrn Haller aber trotzdem weiter besucht und mit ihm geplaudert, davon dann aber im Cafe nichts mehr erwähnt.
Wenn da nicht ihre neugierige Freundin, die Liesel wäre, die sie ganz laut und im Beisein des Herrn Hans über den Herrn Haller ausgefragt hat. Die Liesel wollte auch wissen, ob die Lintschi nun schon weiß, wie der Herr Haller mit dem Vornamen heißt.

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Die Frage des Tages – Sonnenbank

sonnenbankEs ist Winter und wir sehen alle ein wenig blass aus, war ja auch nicht viel Sonnenschein in den letzten Monaten. Also zumindest hier in Wien war es meist grau in grau. Wo sollte man denn da auch eine gesunde Gesichtsfarbe hernehmen.
Einige Mitmenschen sehen aber so aus, als ob sie grad aus dem Urlaub an der Südsee kommen würden.
Die gehen nämlich ins Solarium, auf die Sonnenbank.
Allerdings hört man immer wieder, dass das nicht wirklich so gesund sein soll.

Dazu meine Frage des Tages:

Fragezeichen1
Geht ihr ins Solarium ?
Regelmäßig oder nur ab und zu ?
Oder gar nicht, aus Angst, dass das Krebs erzeugen könnte ?

Plauderei im Cafe – Kuppelpelz

geplauderDie Tische im Cafe waren alle besetzt.
Die junge Frau die herein kommt und sich suchend umschaut nach einem freien Tischchen dreht sich enttäuscht um und will schon wieder aus der Tür gehen.
Ein junger Mann mit nahezu schwarzen Haaren, die er offenbar mit viel Gel gebändigt hat, erhebt sich und ruft der Frau zu, dass sie gerne an seinem Tisch Platz nehmen darf, wenn sie das möchte.
Sehr erfreut nimmt sie das Angebot an. Der Mann hilft ihr auch noch vollkommen Gentleman, aus der Jacke und hängt diese auf den nebenstehenden Kleiderständer.
Danach vertieft er sich wieder in sein Ebook.
Die Serviererin, die die Situation beobachtet hat, eilt sogleich herbei und nimmt die Bestellung von einem Kaffee und einem belegten Brot auf.
Nun sitzen sich die beiden fremden Menschen gegenüber und schweigen.
Die junge Frau nestelt in ihrer Handtasche herum und zieht dann erleichtert ihr Handy daraus hervor.
Am Nebentisch sitzt die geschwätzige Frau Winter, sie ist bekannt dafür, dass sie alle Leute im Cafe und auch anderswo anredet und sie in ein Gespräch verwickelt.
Ihre Stimme ist laut und schrill und an sich kann man sich kaum einer Unterhaltung entziehen, wenn man nicht völlig unhöflich sein möchte. Auch wenn ihr ein Gast mal sagt, dass er ungestört sein möchte, redet sie munter weiter.
Als sie nun die beiden Leutchen da am Nebentisch sitzen sieht, jeder vertieft in Ebook und Handy, gefällt ihr das gar nicht.
“Also so wird das nichts mit euch zwei” spricht sie im breiten Wiener Dialekt.

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Frage des Tages – Gewohnheiten

nasebohrenJeder von uns hat allerlei Gewohnheiten, manche sind gut und manche sind eher schlecht.
Ich beobachte immer mehr, dass viele Leute in der Nase bohren, wenn sie sich unbeobachtet fühlen. Manche sagen dazu auch “popeln”
Wenn man nicht grad mit sich allein ist, ist das für mich eine eher schlechte Gewohnheit.
Mir graust es davor. Andere wiederum sagen, dass es Schlimmeres gibt.

Die Frage dazu:

Fragezeichen1
Was ist für euch eine wirklich schlechte Gewohnheit ?
Gehört in der Nase bohren dazu ?

Kein freier Sitzplatz im Bus

busEs schüttete wie aus “Schaffel” wie man bei uns in Wien sagt und dazu ging ein ziemlich heftiger Wind.
Echt grausliches Novemberwetter, mitten im Februar.
Alle Menschen auf der Straße hatten es eilig um irgendwie ins Trockene zu kommen.
Ich war auch schnellen Schrittes unterwegs, mit einem Schirm, der zwar den Regen abhielt, wenn es windstill war, für den Sturm aber nicht gerüstet war, weil er sich mehrmals umgedreht hat und ich dafür immer eine 3. Hand gebraucht hätte um ihn wieder seiner Aufgabe zuzuführen.
Was war ich froh, dass der Bus in den ich einsteigen wollte, schon in der Station stand, mit laufendem Motor, was so viel bedeutete, dass er eigentlich schon abfahrbereit war.
Im Inneren des Busses musste ich mich erstmal meines Schirms entledigen, was nicht einfach war, denn der war ja tropfnass. Dabei hab ich wohl den jungen Mann, der auf dem Einzelsitz (das ist mein bevorzugter Platz) saß, ein wenig angespritzt.
Der war aber gar nicht böse, sondern lachte freundlich und seine großen schwarzen Augen blinzelten mir lustig zu. Ich entschuldigte mich vielmals bei ihm und er antwortete mir in einer mir unverständlichen Sprache.
Wir haben uns zwar gegenseitig sprachlich nicht verstehen können, aber wir wussten beide worum es ging.
Als ich meinen widerspenstigen Schirm endlich gezähmt hatte und mich nach einer Sitzgelegenheit umsah, stellte ich fest, dass der Bus sehr voll war. Kein einziger freier Sitzplatz.
Und just in dem Moment fuhr der Bus auch schon los. Fast wäre ich auf dem Schoss des jungen Mannes gelandet, das wäre sehr peinlich gewesen.
Der Mann aber stand sofort auf und bot mir seinen Platz an.
Was für ein Glück, so ein höflicher junger Mann, mit Humor und guten Manieren, sowas kommt einem ja heutzutage nicht mehr so oft unter. Und mein Lieblingsplatz war das auch noch dazu.
Das war offenbar mein Glückstag.
Obwohl – ich dachte mir dann schon, jetzt sieht man mir offenbar mein Alter schon an, wenn die Jüngelchen aufstehen und mir ihren Platz anbieten. Passiert mir in letzter Zeit schon öfter mal.
Erst hab ich ja immer dankend abgelehnt, weil ich mir dachte, na so alt bin ich auch noch nicht. Inzwischen nehm ich jeden Sitzplatz den ich bekommen kann. Ist halt doch bequemer als zu stehen.
Und ich muss gestehen, es gibt schon immer noch gut erzogene junge Menschen, die es von ihren Eltern (oder von wem auch immer) gelernt haben, dass man zumindest fragt, ob ein ältere Mensch seinen Sitzplatz haben möchte.
Man darf wirklich nicht immer über “diese Jugend” herziehen.
Meint ihr nicht auch ?

 

Urheberrechte/© Andrea Voss

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