Frau Huber und der Vogel

Und hier ist der schon sehnsüchtig erwartete 3. Teil.

Bin gespannt ob er euch auch so gut gefallen wird.

Huber hat einen Vogel III

 

 

 

Lange hat die Frau Huber darüber nachgedacht, wie sie heraus bekommen könnte, wem der Wellensittich, der ihr zugeflogen ist und der es sich bei ihr gleich so gemütlich gemacht hat, gehören könnte.
Der Gedanke, dass er vielleicht einem kleinen Kind gehört, das sich die Augen ausweint, weil sein Vögelchen weg geflogen ist, machte ihr echt Kopfzerbrechen.

 

 

Wieder Mal holte sie sich Rat bei ihrer Tochter.
Die Linda meinte, sie könnten das Vögelchen doch fotografieren und einen Brief dazu entwerfen, den sie auf ihrem Computer ausdruckt und den sie dann in der Umgebung verteilen könnten.
Beim Bäcker und im Blumengeschäft und vielleicht auch im Supermarkt kann man bestimmt solche Zettel aufhängen.
Das Enkelmädchen meinte dann auch noch, dass sie ein paar dieser Zetteln auch auf Bäume hängen könnten.
Die Idee fand die Frau Huber ganz toll und die drei Frauen machten sich gleich ans Werk.

 

 

Am Abend waren die Zetteln mit Foto und mit der Telefonnummer der Frau  Huber schnell verteilt.
Die Frau Huber hat dann den ganzen Abend das Telefon nicht aus den Augen gelassen.
Fritzi saß beim Fernschauen auf ihrer Schulter und pickte sie ab und zu ins Ohrläppchen.
Um Mitternacht ist sie dann ins Bett gegangen, den Vogelkäfig zugedeckt mit einer Decke, damit es der Fritzi schön kuschelig und dunkel hat.

Ihr letzter Gedanke war, dass sie echt traurig wäre, wenn Fritzi wieder *nach Hause* gehen müsste, aber da würde sie halt durch müssen.

 

 

Beim Frühstück klaute ihr der vorwitzige Vogel wieder ein Stück Butterbrot und bekam dann ein Stück Apfel als Trost.
Um acht Uhr läutet dann tatsächlich das Telefon und eine männliche Stimme sagte: “Mir gehört der Vogel nicht” – na sehr interessant.

Aber es kamen noch ein paar so spaßige Anrufe, ein paar Mal waren es Kinder, die ins Telefon kicherten.

Zu Mittag dann aber war es soweit, eine weibliche Stimme meldete sich und frage nach ein paar Details, ob der Vogel vom Butterbrot abbeißt oder ob er ins Ohrläppchen beißen würde.
Da war der Frau Huber sofort klar, dass das die Besitzerin sein muss.
Seufzend beantwortet sie die Fragen der unbekannten Frau und war etwas verzagt, weil sie sicher war, dass die ihr Vögelchen wieder haben wird wollen.

 

 

Aber ganz überraschend meinte die weibliche Stimme:
“Wollen sie das Viech behalten ?”
Allein der Ausdruck *Viech* – Frau Huber musste schnell nach Luft schnappen und fragte gegen, ob sie ihn denn nicht wieder haben wolle.
“Nein, wissen sie, der ist mir mit seinem Gezippe am frühen Morgen, schon so auf die Nerven gegangen. Behalten sie ihn !”
……………….und aufgelegt war.

 

 

Jetzt blieb der Drau Huber echt der Mund offen, das konnte sie gar nicht fassen.
In dem Augenblick kommt Fritzi angeflogen, setzt sich auf ihre Schulter und piepst ganz laut.
“Fritzi, du darfst bei mir bleiben! ” jubelt sie.
“Das muss ich der Linda erzählen, das glaubt mir ja kein Mensch !!”

Frau Huber und der Vogel

Sicher wartet ihr schon auf die Fortsetzung der *Vogelgeschichte*
Nun hier kommt sie. Ich will euch nicht länger warten lassen.
Der erste Teil steht hier
https://peggytalk.peggy-forum.at/?p=9016

 


Frau Huber hat einen Vogel II

Das Vögelchen ist während dem Telefonat mit der Linda auf den Kopf der Frau Huber geflogen und hat es sich in ihrem Haar gemütlich gemacht.
Unglaublich wie zutraulich das kleine Tierchen ist, denkt sich die Frau Huber.
Die Linda hat versprochen, ihr einen Vogelkäfig zu bringen, aber einen großen, gell, denn der Kleine soll Platz haben.
Linda seufzt zwar vor sich hin, verspricht aber so schnell wie möglich vorbei zu kommen.

 

Das Vögelchen macht keinerlei Anstalten, aus dem immer noch weit geöffneten Fenster zu fliegen.

Es hüpft vom Kopf auf die Schulter der Frau Huber und dann auf ihren Arm und begleitet sie in die Küche, setzt sich auf die Lehne des Küchenstuhls und schaut ihr zu, wie sie den Abwasch macht und das Essen für zu Mittag vorbereitet.

 

Schon eine Stunde später kommt Linda mit einem wirklich wunderschönen Käfig, mit einem Säckchen Vogelsand und allerhand Zubehör, die so ein Vögelchen halt braucht.
So nebenbei knöpft sie ihrer Mutter eine doch recht beachtliche Summe für das neue Zuhause des Vogels ab.
Ja Tierhaltung kostet…..

Als die beiden Frauen alles fertig hergerichtet haben, fliegt der Vogel, der  noch keinen Namen hat, einfach auf das Dach des Käfigs und beäugt von oben sein vermeintliches neues Zuhause.
So ein Käfig scheint ihm nicht fremd zu sein, denn er klettert von Sprosse zu Sprosse und findet ohne Scheu den Eingang.

Frau Huber und ihre Tochter staunen nicht schlecht.
“Wie soll der Piepmatz denn eigentlich heißen ?” fragt die Linda ihre Mutter.
Spontan fällt der Frau Huber kein passender Name ein.
“Ist das ein Manderl oder ein Weiberl?” fragt sie, mehr sich selbst als ihre Tochter.
“So frech wie der ist, muss das ein Manderl sein” meint die Linda.
“Na dann soll er FRITZI heißen”

 

Dann macht Linda aber ein ernstes Gesicht.
“Willst du das Vogerl, also den Fritzi, wirklich behalten ?
“Ja aber klar, warum denn nicht “

“Na der ist doch sicher irgendwo ausgeflogen, vielleicht sitzt da irgendwo ein Kind und weint, weil ihm der Vogel abhanden gekommen ist.”

Daran hat die Frau Huber noch gar nicht nachgedacht und bei dem Gedanken an ein weinendes Kind bekommt sie ein ganz schlechtes Gewissen.
Und sie beginnt nachzudenken wie sie heraus bekommen könnte, ob der Vogel jemanden in der Umgebung gehören könnte.

“Mir wird schon was einfallen, jetzt bleibt er erst mal da! “
Und als ob der Fritzi es verstanden hätte, macht er ganz laut *Piep*

 

 

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Frau Huber hat einen Vogel

Vielleicht habt ihr schon drauf gewartet, dass es endlich wieder eine neue Geschichte hier im Peggy-Talk gibt.
Von einigen Mitlesern ist eine Geschichte von Frau Huber urgiert worden.
Ich hatte da leider ein wenig eine Schreibblockade, nein es war eher eine Einfalls-Blockade, aber heute scheint es so, als ob sich diese gelöst hat.

 


Frau Huber hat einen Vogel

 

Wie jeden Morgen klingelt bei Frau Huber um 7.00 Uhr der Wecker.
Nach wenigen Augenblicke des Wachwerdens, schlüpft sie in ihre Pantoffeln und versucht sich dann im Bad, den Schlaf aus den Augen zu vertreiben.
Danach gehts dann in die Küche zum Kaffee kochen und ein Butterbrot streichen.
Frühstück eben.
Vorher öffnet sie aber im Wohnzimmer beide Fenster und schlägt die Vorhänge beiseite um die Morgenluft herein zu lassen.

 

Danach holt sie ihre Zeitung, die man ihr auf die Fußmatte, vor ihrer Wohnungstür gelegt hat.
Das Radio läuft dann auch schon, denn um 7.30 kommen die ersten Kurznachrichten, die müssen jeden Morgen sein.
Heute allerdings ist irgendwas anders.
Ihr ist, als ob die einen Vogel hören würde, aber das ist eigentlich nicht möglich, denn in der Straße, in der die Frau Huber wohnt, da singen selten Vögel.

 

Da ist es aber wieder, das leise Zwitschern. 
Da muss die Frau Huber einfach nachschauen gehen, das zwitschern kommt aus dem Wohnzimmer.
Ja und da traut die rau Huber tatsächlich ihren Augen nicht, mitten in ihrem Wohnzimmer, auf der Kante des Sofas, da sitzt ein himmelblauer Wellensittich, der sie freundlich anschaut, das Köpfchen zur Seite legt und sie anzwitschert.

 

“Ja, wo kommst du denn her ?” fragt die Frau Huber den Vogel.
Nun ja, der gibt ihr natürlich keine Antwort.
Langsam nähert sie sich dem Eindringling, der aber bleibt seelenruhig sitzen und zwitschert fröhlich weiter.
Nun breitet er auch noch seine Flügel aus und fliegt der Frau Huber auf die Schulter.
Sie weiß im Augenblick gar nicht, wie sie sich verhalten soll.
Mit dem possierlichen Tierchen auf der Schulter,  geht sie in Richtung Fenster. Offenbar in der Hoffnung, dass der Vogel wieder das Weite such, aber weit gefehlt. Der Sittich fliegt von ihrer Schulter ein paar Mal quer durchs Zimmer, setzt sich kurz auf die Kommode und dann wieder zurück auf die Kante des Sofas.

 

“Na dann bleib halt da – ich geh mein Frühstück fertig essen.
Dann schauen wir wie es mit dir weiter geht”
Mit diesen Worten geht Frau Huber wieder zurück an ihren Küchentisch und nimmt einen großen Schluck Kaffee.
Da hat die Frau Huber aber die Rechnung ohne den neuen Bewohner gemacht. Der fliegt ihr frech hinterher und  landet knapp neben ihrem Butterbrot, das er intensiv beäugt und dann seinen Schnabel drauf senkt und sich ein Bröckchen abbeißt.
Da muss Frau Huber herzlich lachen, denn so einen frechen Vogel hat sie bisher noch nie erlebt.

 

Nun überlegt Frau Huber aber ernsthaft, was sie mit dem Tierchen machen soll.
Ihn einfach aus dem Fenster bugsieren, nein das bringt sie nicht übers Herz. Aber ihn behalten, das wird auch nicht gehen, denn so ein Vogel braucht ja wohl ein Plätzchen, zum Schlafen, Fressen und zum Baden.
Soviel weiß Frau Huber, denn ihre Schwester hatte früher auch ein Sittichpärchen.
Aber woher soll sie denn jetzt so auf die Schnelle einen Käfig herbekommen ?
Also da war guter Rat teuer.
Inzwischen hat der kleine Piepmatz sich weiter über das Butterbrot her gemacht. Fast könnte man annehmen, dass er das so gewöhnt ist.

 

Während sich Frau Huber anzieht und sich die Zähne putzt fällt ihr ein, dass sie ja ihre Schwester fragen könnte, wo sie gut und günstig einen Vogelkäfig herbekommen könnte oder ihre Tochter, die Linda, ja die sollte ihr da auch mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Also greift sie gleich zum Telefon und ruft die Linda an.
Der fällt vor Lachen fast der Hörer aus der Hand.

“Mutter, du bist nicht auf den Hund gekommen, nein du hast einen Vogel”

 

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Frau Huber – Veränderungen

Neues Jahr und jede Menge Veränderungen im Haus und Leben der Frau Huber.
Das junge Pärchen ist ganz überraschend aus der Nachbarswohnung ausgezogen.
Das war echt sehr traurig für unsere Frau Huber, denn grad eben hat sie sich ein wenig mit den jungen Leuten angefreundet und sogar einen der Weihnachtsfeiertage mit ihnen verbracht.

Sie hat das Pärchen spontan für den 2. Weihnachtsfeiertag zu sich zum Essen eingeladen und sich sehr gefreut, dass die jungen Leute ihre Einladung auch angenommen haben.
Traditionell hat sie einen Stefaniebraten gemacht.
Für all jene die nicht wissen, was ein Stefaniebraten ist, sei erklärt, dass das ein Faschierter Braten oder auch Hackbraten ist, in dem hart gekochte Eier und Karotten eingebunden sind.
Und bei der Familie Huber wird dieser Braten immer am zweiten Weihnachtsfeiertag, dem Stefanietag, serviert.
Dazu gab es Petersilkartoffeln und einen grünen Salat.

Die junge Frau hat gebeten ob sie die Nachspeise mitbringen darf und Frau Huber hat da freudig zugesagt.
In einer Glasschüssel hat das Mädel ein wunderbares Apfel-Tiramisu zubereit. Der Bursche hat eine Flasche guten Wein mitgebracht und es wurde ein wunderbares Essen, bei dem sie viel gelacht und geredet haben.

Leider war es ein kurzes Vergnügen, diese Bekanntschaft, denn schon  am Neujahrstag haben die beiden der Frau Huber mitgeteilt, dass sie ausziehen werden.
Es kam für alle sehr überraschend, denn die Eltern der jungen Frau haben ihnen ihre Eigentumswohnung zur Verfügung gestellt, weil sie, die Eltern in ein geerbtes Haus ziehen werden.

Dafür wird der Bruder des Burschen und dessen Freundin, also wieder ein junges Pärchen in die Nachbarswohnung ziehen.
Somit sieht Frau Huber diese Veränderung mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Und im Erdgeschoss, da gibt es auch Veränderungen.
Die junge Familie hat Nachwuchs bekommen.
Erst kurz vor Weihnachten war der Frau Huber das Bäuchlein der jungen Frau aufgefallen.
Auf ihre Frage, wann es denn soweit sein werde, meinte die Neo-Mama, in ein paar Tagen.
Und tatsächlich, pünktlich im Neuen Jahr stand dann der Kinderwagen vor der Tür.
Ein kleines Mädchen war eingezogen, mit ganz dunklen Haaren und ebenso dunklen Augen.
Den Namen des Babys hat sich Frau Huber leider nicht merken können.

So nimmt das Leben im Haus der Frau Huber seinen Lauf und man darf gespannt sein, wie es weiter gehen wird.

1. Adventsonntag bei Frau HUBER

1. Adventsonntag bei Frau HUBER

Auch im Zimmer der Frau Huber steht ein Adventkranz auf dem Tisch.
Ganz traditionell mit drei lila und einer rosa Kerze.
Die Frau im Blumengeschäft hat ganz verdutzt geschaut, als die Frau Huber sie gebeten hat, eine der vier lila Kerzen durch eine rosa zu ersetzen.
Hat sie aber gern gemacht und die Frau Huber hat ihr dann erklärt dass man die rosa Kerze am 3. Adventsonntag anzündet, als Vorfreude auf das Weihnachtsfest.
Als es dunkel wird, zündet die Frau Huber die erste lila Kerze an und gibt eine CD mit weihnachtlichen Liedern in den CD Player.
Dabei denkt sie an früher, als ihr Mann, der Leo noch gelebt hat und die Linda noch ein kleines Mädchen war.
Am 1. Adventsonntag haben sie gemeinsam die ersten Kekse gebacken und am Abend dann beim Schein der ersten Kerze diese Kekse verkostet.
CD Player hatten sie damals keinen, aber einen Plattenspieler und eine Langspielplatte mit Weihnachtsliedern.
Zwar hat die Nadel auf der schwarzen Platte gekratzt, aber das hat der freudigen Stimmung keinen Abbruch getan.
Und dann kamen die Nachbarn zu Besuch und auch die bekamen ein paar Kekse und heißen Tee mit Rum.
Dann wurde gemeinsam zu der krächzenden Platte gesungen.
Sehr gemütlich war das.

Einen heißen Tee hat Frau Huber auch gemacht, aber ohne Rum und die Kekse hat sie am Vormittag im Supermarkt gekauft, denn für sie allein zahlt es sich nicht aus, dass sie Kekse backt.
Ein wenig traurig war die Lintschi Huber schon, dass sie den 1. Adventsonntag so allein verbringen muss.
Aber die Linda war mit dem neuen Mann und den Kindern zum Schifahren gefahren und die Nachbarn waren nicht zu Hause gewesen, es waren auch inzwischen ganz andere Leute eingezogen und die kennen den alten Brauch gar nicht.

Nach etwa einer Stunde, in der sich Frau Huber so in die Vergangenheit geträumt hatte, die Kerze am Adventkranz war schon ein wenig kleiner geworden, da klingelt es plötzlich an der Tür.
Ganz erschrocken fährt Frau Huber hoch und eilt zur Tür.
Davor steht der junge Nachbar, dem sie manchmal erklärt wie man etwas kocht oder dem sie ab und zu ein Stück Kuchen rüber bringt.
Er hält einen Teller mit duftenden Vanillekipferln in der Hand und wünscht der Frau Huber einen schönen 1. Adventsonntag.
Seine neue Freundin, die schüchtern aus der Nachbarswohnung schaut, hat das erste Mal diese Kipferl gebacken und ist so stolz drauf, dass er meinte, die müsse er der Frau Huber zeigen.

“Na kommen sie doch rein und die Freundin soll auch kommen” bittet, die Frau Huber die beiden jungen Leute in ihre Wohnung.
Sie freut sich, dass nun doch noch Nachbarn zu ihr zum Adventfeiern gekommen sind und sie erklärt dem jungen Paar diese Tradition von früher.
Die CD die längst aufgehört hat zu spielen wurde neu gestartet und es wurde ein sehr gemütlicher und stimmungsvoller Abend.

“Nächsten Sonntag kommen wir gern wieder”, meint die Freundin vom Nachbarn.
Und die Frau Huber sucht, nachdem die Beiden gegangen sind, ihr Buch mit den Keksrezepten, nun zahlt es sich ja doch aus, ein paar Kekse zu backen, ganz so wie früher !


 

 

Kommt gut in die erste Adventwoche !!

Frau Huber träumt….

Zeichnung: Dominik Voss

Heute ist Vollmond und zur Vollmondzeit träumt Frau Huber manchmal etwas eigenartig.
Am Morgen sitzt sie am Frühstückstisch und schüttelt den Kopf über den wirklich komischen Traum, der sie diese Nacht ereilt hat.

****Traum***
Die Lifttür im Erdgeschoss öffnet sich und ein großer Mann, der aussieht wie der Weihnachtsmann, nein der sieht nicht nur so aus, das ist tatsächlich der Weihnachtsmann.
Er trägt eine rote Hose, braune Stiefel, eine ebenfalls rote Jacke, auf dem Kopf eine rot-weiße Mütze mit einem großen weißen Bommel dran.
Der weiße Bart in seinem Gesicht ist ebenso weiß wie sein Haar, das aus der Mütze lugt und die buschigen Augenbrauen. Nein, da gibt es keinen Zweifel, das ist der Weihnachtsmann.
Frau Huber stellt sich nur die Frage, was der hier macht, jetzt wo es endlich Frühling wird, da ist der Weihnachtsmann doch wirklich fehl am Platz.
“Was tun sie hier um diese Zeit ?” fragt die Frau Huber den Weihnachtsmann. “Warum fragen Sie, gute Frau, wie spät ist es denn ?”
Die Antwort war irgendwie komisch. “Es geht nicht um die Uhrzeit, es ist März, da wartet niemand auf den Weihnachtsmann”

Der Weihnachtsmann aber schüttelt nur verständnislos den Kopf und fragt, in welchen Stock die gute Frau denn wohnt.
“Im 4. Stock, aber zu mir brauchen sie nicht zu kommen, jetzt ist bald Ostern und ich will da nichts mit dem Weihnachtsmann zu tun haben.”
Der Weihnachtsmann geht zur Seite und lässt die Frau Huber einsteigen, die kopfschüttelnd einsteigt und den Knopf für den 4. Stock drückt.

Kaum ist der Lift entschwunden, geht im Erdgeschoss die Haustüre auf und ein mannsgroßer Hase betritt den Hausflur. Er hat ein hellbraunes Fell, hat lange schmalen Ohren und trägt einen schweren Korb auf dem Rücken. In diesem Korb befinden sich viele bunte Eier.
Erschrocken schaut er auf als er den Weihnachtsmann erblickt.
“Bist du wahnsinnig, was treibst du dich denn da herum, es ist Osterzeit, das ist meine Zeit, verschwinde !”

“Bin ja schon weg, irgendwie muss mein Wecker sich vertan haben, aber gibt acht, die alte Frau im 4. Stock, mit der ist nicht gut Kirschen essen”

Der Osterhase lacht laut und meint “Ich hab Eier mit, keine Kirschen”
Steigt in den Lift ein und drückt auf die Taste 4. Stock.
Der Weihnachtsmann schaut dass er weiter kommt, denn ihm ist viel zu heiß in seinen Klamotten, kein Wunder bei den frühlingshaften Temperaturen.

****** Traum-Ende*****

Frau Huber denkt immer noch verwundert an ihren Traum und murmelt über ihrem Kaffee “Dieser Weihnachtsmann war ganz schön frech, der sagt doch glatt ich wäre alt und außerdem gibt es ihn doch gar nicht und den Osterhasen auch nicht “.

Frau Huber und die Rose vor der Tür

Frau Huber setzt sich an den Küchentisch, ein paar Sonnenstrahlen fallen auf den Tisch und entlocken der alten Frau ein Lächeln.
Nach der Morgentoilette braucht sie ein Häferl Kaffee, das sit noch nicht ihr Frühstück, das kommt erst später. Dafür richtet sie sich dann ein Butterbrot, manchmal mit Marmelade, oder mit Honig und manchmal auch mit Schnittlauch und Salz.

Dabei fällt ihr Blick auf den Kalender, 14. Februar – da war doch irgendwas. Sie denkt scharf nach, aber es fällt ihr nicht gleich ein, nur dass dieser Tag irgendwas bedeutet.
Nach ein paar Minuten hat sie den 14. Februar wieder vergessen und geht zur Wohnungstür um sich die Zeitung zu holen, die ihr der freundliche, junge Nachbar jeden Tag, auf die Türmatte legt.
Über der Zeitung liegt heute eine gelbe Rose, mit einem grünen Bastbändchen hängt daran ein rotes Herz auf dem steht:
“Alles Gute zum Valentinstag!

Da fällt es der Frau Huber wieder ein, heute am 14. Februar ist Valentinstag.
Und sie freut sich sehr, dass da irgendjemand, vielleicht ohnehin der freundliche junge Mann, der seit einiger Zeit nebenan wohnt, hat ihr diese gelbe Rose zur Zeitung gelegt.
Aus ihrem Abstellraum holt die Frau Huber eine schmale Vase und stellt die Rose damit auf ihren Küchentisch.

Ihre Gedanken schweifen in die Vergangenheit, als ihr Mann, der Leo noch gelebt hat. Der hat ihr ein paar Mal im Jahr Blumen geschenkt, zum Geburtstag, zum Muttertag, zum Hochzeitstag und ein paar Mal hat er ihr auch nur eine einzelne Rose mit gebracht, die hat sie mehr gefreut als die großen Blumensträuße. Das hat sie dem Leo aber nie gesagt, der war immer der Meinung, dass sie auch mit einem opulenten Strauß eine Freude hatte.
Aus der Zeit stammt auch noch die schmale Vase, in die sie heute die gelbe Rose gestellt hat.
Zum Valentinstag hat er ihr aber nie Blumen mit gebracht. Das ist nur Geldschneiderei, waren seine Worte und da würde er nicht mit machen.

Jetzt fragt sie sich aber doch, von wem die Rose ist, aber der Nachbar ist nicht zu Hause, das sieht sie schon daran, dass vor seiner Tür die Hausschuhe stehen, also kann sie ihn nicht fragen.
Sie nimmt sich vor, heute ein paar Muffins, diese neumodischen kleinen Kuchen, zu backen und ihm zwei davon vor die Tür zu legen.
Wenn die Rose doch nicht von ihm war, wars auch egal, dann hat er halt etwas worüber er sich freuen kann.
Und jetzt freut sich die Frau Huber einfach so, dass jemand an sie gedacht hat, am Valentinstag !

Frau Huber und der ungehobelte Nachbar

Frau Huber hasst es ja, wenn es Streit gibt, aber manchmal lässt es sich einfach nicht vermeiden.
Grund ist der neue Postbote, bzw. der neue Nachbar aus dem oberen Stock.
Der neue Postbote hat es immer sehr eilig und versucht dann das Austragen der Pakete so schnell wie möglich zu erledigen.
Da er weiß, dass die Frau Huber fast immer zu Hause ist, ladet er sehr oft die gesamte Schar von Paketen bei ihr ab und die Hausparteien müssen sich diese dann bei ihr abholen, obwohl Frau Huber selbst fast nie ein Paket bekommt.
Nun lag da ein Paket schon einige Tage im Vorraum der Frau Huber und keiner kam um es zu holen.
Es war an den neuen Mitbewohner im oberen Stock adressiert.
Frau Huber ging nun zu besagtem Mann, um ihm mitzuteilen, dass da ein Päckchen bei ihr liegt, das er abholen kann.
Der gute Mann war sehr ungehalten, denn er wartet schon dringend auf diese Post.
Und er wusste nicht, dass der Postbote es bei Frau Huber gelassen hat. Vermutlich hat der Paketbote vergessen eine Benachrichtigung zu hinterlegen.
Da konnte Frau Huber ja schlecht was dafür, also bat sie ihn zu ihr zu kommen und das Paket zu holen.
Da pfaucht der Mann sie an, warum sie den Karton denn nicht gleich mit gebracht hat.
“Guter Mann, der ist mir zu schwer, ich bin eine alte Frau und außerdem wusste ich ja nicht ob sie auch zu Hause sein werden”
Frau Huber war  schon etwas verwundert, dass der Mann meinte sie hätte ihm seine Post hinterher tragen sollen.
Er meinte dann, dass das Paket gar nicht so schwer sein kann und dass er sich jetzt anziehen müsste, was ihm grad gar nicht passt.
“Na dann lassen sie es bleiben, ist ja ihr Paket, nicht meins” damit verabschiedete sich Frau Huber und geht zurück in ihre Wohnung.
Tatsächlich kommt der Mann nicht mit. Also kann das Paket wohl auch nicht gar so dringend gewesen sein.

Am späten Abend, nach 22 Uhr, läutet es bei Frau Huber. Um diese Zeit öffnet sie niemanden mehr die Tür.
Sie hört nur den ungehobelten Nachbarn schimpfend von dannen gehen. Der wird wohl seine Post abholen wollen, denkt Frau Huber und muss grinsen.
Aber mal ehrlich, nach 22 Uhr eine alte Frau raus zu läuten ist schon echt unhöflich.
Am nächsten Morgen, kurz nach 8, läutet es wieder und der Mann schreit durch die Tür:”Ich will meine Post haben und wenn sie sie nicht sofort raus rücken, dann hol ich die Polizei und zeig sie an wegen Unterschlagung”.
Frau Huber braucht eine Weile bis sie ihre Schlüssel zur Hand hat und die Tür aufgesperrt hat.
Das Paket steht auf einem Hocker, gleich neben der Tür. Ungefragt reißt der Rüpel das Paket an sich und marschiert davon.
Frau Huber ist echt geschockt über so viel Dreistigkeit.

Als nun der Postbote wieder mal einige Pakete bei Frau Huber abladen wollte, hat sie die Annahme verweigert und dem Postler die Geschichte von dem Mann im oberen Stock erzählt. Der hatte auch schon so seine Erfahrungen mit dem Mitbewohner gemacht und konnte verstehen, dass Frau Huber sich die *Poststelle Huber* wie sie sich manchmal launig bezeichnet hat nicht mehr antun will.
Hilfsbereitschaft hat auch Grenzen.
Nun wird sich der Postbote wohl eine andere *Abladestelle* suchen müssen oder selbst die Pakete an der richtigen Tür abgeben.

Frau Huber und das Christkind

Es ist Abend und Frau Huber bereitet sich eine Kanne Tee zu. Ihre Tochter hat ihr zum Nikolaus wunderbar duftenden Vanilletee geschenkt, den gießt sie sich jetzt jeden Abend auf und trinkt ihn beim Fernsehen.
Plötzlich läutet es.
Dem Klang der Klingel nach muss das unten beim Haustor sein. Aber Frau Huber erwartet niemanden und schaut daher erst beim Fenster raus um vielleicht zu sehen, wer da an ihrer Glocke gedrückt hat. Aber da steht niemand vor dem Haus. Schnell schließt sie das Fenster wieder, es ist ziemlich kalt in dieser Nacht.
Angespannt lauscht Frau Huber ob sie den Lift hört, aber da ist kein Geräusch.
Wahrscheinlich war es eins der Kinder, die noch nicht lesen können und die halt irgendwo läuten wenn sie ins Haus rein wollen.
Nun macht sie es sich am Sofa bequem, es ist Donnerstag und gleich kommen die “Rosenheim Cops”.
Da allerdings vernimmt sie ein komisches Geräusch, als ob jemand über den Gangboden schleift.
Sie dreht das Licht im Wohnzimmer ab, wobei das eigentlich sinnlos ist, denn man kann von Draußen nicht sehen ob das Licht in der Wohnung brennt, außer vielleicht im Vorraum.
Leise schleicht sie in den Vorraum und schaut durch den Spion, aber auch da ist es stockdunkel und sie kann nichts sehen..
Also zurück aufs Sofa….. und da ist das Geräusch wieder, das eindeutig vom Gang kommt.
Also schaut sie wieder durch den Spion, aber keiner ist zu sehen.
Langsam kommt sie sich etwas komisch vor. “Na ich glaub ich werd alt, seh und hör da schon Gespenster”
Aber dafür ist die Frau Huber zu realistisch, sie weiß dass es keine Gespenster gibt.
Trotzdem macht sie sich Gedanken was denn das gewesen sein könnte.
Sie wandert zurück auf ihr Sofa, schenkt sich eine neue Tasse Tee ein und versucht dem Film im TV zu folgen.
Jetzt ist es völlig ruhig im Haus.
Jetzt läutet ihr Handy – um die Zeit, wer kann denn das sein ?
Am Display sieht sie nur eine Nummer, die sie aber nicht kennt.
Trotzdem geht sie ran und freut sich, dass ihre Nachbarin, die Frau Wagner anruft. Die hat jetzt auch ein Handy, daher kennt die Frau Huber diese Nummer noch nicht.
Die Frau Wagner will aber nicht nur plaudern, sondern fragt ganz aufgeregt, ob bei ihr auch angeläutet worden ist, die Frau Wagner ist nämlich allein zu Hause und hat ein wenig Angst. Das Geräusch am Flur hat sie nicht gehört. Da ist sie direkt froh darüber, denn sonst hätte sie sich noch mehr gefürchtet.Die Frau Huber versucht sie aufgeregte Nachbarin zu beruhigen, sagt ihr nur, sie soll halt niemand aufmachen, falls es nochmal läuten sollte.

Inzwischen sind die Rosenheim Cops zu Ende und fast ärgert sich die Frau Huber, weil sie jetzt nicht weiß wie der Fall gelöst worden ist.
Also trinkt sie ihren Tee aus und macht sich fertig für die Nacht.

Am Morgen zieht sie ihren Schlafrock und die Pantoffeln an und macht einen Blick vor ihre Wohnungstür.
Da liegen eine Menge Tannennadeln am Boden und Frau Huber lächelt, wird wohl das Christkind gewesen sein, dass da in der Nacht diese seltsamen Geräusche gemacht hat.
Schnell wählt sie die neue Nummer, die gestern angerufen hat und teilt das auch der Frau Wagner mit, die muss herzlich lachen:
“So alt haben wir werden müssen, um nochmal ans Christkind zu glauben”
Na dann Frohe Weihnachten.

Frau Huber und der neue Pelz

Es gibt mal wieder eine neue Geschichte von unserer Frau Huber.
Leider beginnt sie ein wenig traurig, denn vor ein paar Wochen ist die Schwester der Frau Huber gestorben.
Der Kontakt war in der letzten Zeit nicht mehr so innig, trotzdem war Frau Huber traurig, sie hat sich früher, als sie noch junge Mädchen waren, sehr gut mit dieser Schwester verstanden.
Die lange Krankheit der Poldi hat es dann mit sich gebracht, dass die beiden nicht mehr so viel Zeit füreinander gehabt haben.
Das Begräbnis war an einem dieser herrlich schönen Herbsttage und hat so gar nicht zur traurigen Stimmung gepasst.
Die Poldi hat zwei Kinder und die sind nun dabei das letzte Hab und Gut ihrer Mutter zu verteilen oder zu entsorgen.
Der Neffe Christian von Frau Huber hat angerufen und seinen Besuch bei der Tante Lintschi angesagt.
Die Frau Huber hat einen Apfelkuchen gebacken und Kaffee vorbereitet, mit Schlagobers, denn sie wusste, dass der junge Mann, der gar nicht mehr so jung ist, ein Schleckermaul ist.
Der kam am vergangenen Mittwoch, mitsamt seiner neuen Frau, die die Frau Huber noch gar nicht kennen gelernt hatte und einem großen Karton.
Die Frau Huber hat am Fenster auf den Neffen gewartet und als er aus dem Auto die große Schachtel gehoben hat, war sie sehr erschrocken, weil sie dachte, er würde da den ganzen alten Plunder ihrer Schwester bei ihr abladen wollen.
Seufend hat sie sich vorgenommen, gute Mine zu diesem Spiel zu machen und halt so zu tun, als ob sie sich freuen würde, wenn er die Schachtel auspacken würde.
Aber erst mal hat er seine Frau vorgestellt, die unglaublich sympathisch rüber kam und die die Frau Huber gleich in ihr großes Herz geschlossen hat.
Dann kam der Kaffee und der Kuchen und das Schlagobers, das mancher Leser hier als Sahne kennt, auf den Tisch. Beide haben ordentlich zugelangt und Kuchen nach verlangt. Das hat Frau Huber sehr gut gefallen.
Als die Gina, also die neue Frau vom Christian, mit der Frau Huber den Tisch abgeräumt hat, hat der Neffe, einen Umschlag aus der Tasche gezogen und ihn der Frau Huber feierlich überreicht.
Der Brief war auf gelblichen Papier geschrieben und die Lintschi erkannte sofort die Handschrift ihrer Schwester Poldi.
Es war quasi ihr letzter Wille, eine Art Testament und der Abschied an ihre Schwester. Da sind der Lintschi doch sehr die Tränen gekommen und die Gina hat ihr ein Taschentuch gereicht.
Ja und dann hat der Christian den Karton geöffnet und einen herrlich kuscheligen Pelzmantel hervor gezogen.
Dazu passend ein Pelzhut,den die Lintschi mal an der Poldi so bewundert hat.
*Tante Lintschi, das ist der Mantel und der Hut von meiner Mutter. Sie hat gewollt, dass du den bekommen sollst, weil er die mal so gut gefallen hat. Aber ich sag es dir gleich, das ist kein echter Pelz, die Mama hätte nie einen Mantel von einem toten Tier getragen. Es ist ein Kunstpelz der aber recht echt ausschaut*

Der Lintschi ist ein Stein vom Herz gefallen, denn nie und nimmer wäre sie mit einem echten Pelz auf die Straße gegangen.
Aber so fing sie an sich zu freuen und hat den Mantel auch gleich anprobiert. der passt ihr wie angegossen. die Schwestern hatten auch eine sehr ähnliche Figur.
Auch den Hut hat sie gleich mal aufgesetzt und sich im Spiegel damit angesehen.
*Steht dir echt gut, Tante Lintschi. Die Mama tät sich freuen, wenn sie dich so sehen könnte.*
Andächtig hat die Frau Huber den Mantel dann wieder ausgezogen und auf einen Kleiderhaken im Vorzimmer aufgehängt. Den Hut hätte sie gern aufbehalten, wäre aber zu warm gewesen in der Wohnung.

Als die beiden, der Christian und die Gina gegangen sind und beim Abschied die Frau Huber zu sich nach Hause eingeladen haben, hat die Frau Huber den Mantel nochmal angezogen und sich vorm Spiegel gedreht und gewendet, dabei hat sie gelächelt und nachgedacht, wann sie denn so einen auffallenden Mantel anziehen wird können. Sicher  nicht, wenn sie sich mit den Freundinnen im Cafe zum Kartenspielen treffen wird.
Aber wenn sie das nächste Mal zum Friedhof gehen wird, wenn sie ihren verstorbenen Mann, den Leo besucht, da wird sie ihn anziehen, damit er sehen kann, wie elegant seine Frau jetzt ist.