Plauderei im Cafe – “Der Besuch der alten Dame”

Wer unter dem Titel jetzt das Theaterstück von Dürrenmatt vermutet, der irrt sich ein klein wenig.

Die Tante Josy, ihrerseits die Großtante vom Jo und auch seine Namensgeberin, hat ihren Besuch angesagt.
Das mit dem Namen war damals so, dass diese Tante, die eigentlich Johanna heißt, als Taufpatin für das neugeborene Bübchen, vorgesehen war.
Der Bub hätte eigentlich ganz anders heißen sollen, aber die Tante Josy bestand drauf, dass das Kind den Namen Johann bekommt, nach ihr, der Tante Johanna, die jeder nur Josy nennt.
Und so wurde aus dem Johann, der Jo, den wir heute alle kennen.
Die Tante Josy kommt nur einmal oder vielleicht zwei Mal im Jahr zu Besuch und sie hat ihrem Taufkind auch den Start ins selbstständige Berufsleben mit einer großzügigen Finanzspritze geebnet.
Daher war der Jo immer sehr darauf erpicht, dass an dem Tag, an dem die alte Dame zu Besuch kommt,wirklich alles optimal ist im Cafe.
Die Frau Hilde hat extra eine Zitronentorte gebacken, denn das ist die Lieblingstorte der Tante Josy und der Jo hat einen Fensterputzer bestellt, der die Eingangstür und die Fenster blitzblank geputzt hat.

Und auch der Jo hat sich heraus geputzt. Die verwaschene Jean hat er gegen eine schwarze Hose getauscht und ein blütenweißes Hemd angezogen.
Er wusste, seine Tante Josy legt viel wert auf ordentlich gekleidete Menschen.

Und dann ….. erscheint die Tante Josy.
Ja es ist wirklich so, dass diese Frau erscheint, man kann es nicht anders beschreiben.
Ihr kurzes, weißes Haar sorgfältig frisiert, die Lippen knallrot geschminkt und eine dunkle Sonnenbrille auf, fast wie Karl Lagerfeld in seinen besten Jahren.
Und immer trägt die Tante einen überdimensionalen, bunten Schal, den sie kunstvoll um die Schulter drapiert hat.

Im Cafe angelangt, schaut sich Tante Josy erstmal  neugierig um und inspiziert mit einem raschen Blick den Zustand des Lokal.
Was sie sah, dürfte sie zufrieden stellen, denn ein Lächeln huscht über ihr Gesicht.

Die Frau Winter, die wieder am vordersten Tisch gesessen ist, hat in fliegender Eile den Platz geräumt und Tante Josy kann dort Platz nehmen.
Jo bereitet ihr in aller Ruhe einen Kaffee zu und stellt ein Stück Zitronentorte dazu.
Dann setzt er sich mit einem Glas Mineralwasser zu seiner Tante und fängt mit ihr zu Plaudern an. Die Tante futtert mit großem Appetit die Torte und lobt Kaffee und Gebäck sehr.
Dann greift sie in ihre Tasche, entnimmt ihr ein Kuvert, das sie dem Jo zusteckt und erklärt, dass sie leider wieder weiter muss.
Der Jo versucht, seine Tante, der Form halber, zum Bleiben zu animieren, die aber winkt damenhaft ab und verlässt, nachdem sie den Neffen auf beide Wangen geküsst hat, das Lokal.

Die Frau Winter schüttelt nur noch den Kopf, “Jo, was war denn das ? ” fragt sie mit weit aufgerissenen Augen.
“Ah geh, das war doch nur die Tante Josy, die sponsert ein wenig das Cafe” lacht der Jo und winkt fröhlich mit dem Kuvert, in dem sich offenbar ein Sponsorenbetrag befindet.
Die Frau Winter dreht sich so, dass sie das Lokal überblicken kann und spricht mit theatralischem Ausdruck:

“Meine Damen und Herren, sie sahen Den Besuch der alten Dame”

Die bis dahin lauschende Kundschaft, die rundherum gesessen ist, applaudiert fröhlich und wendet sich dann wieder ihrem Kaffee, Tee oder Wein zu.
Alles wieder so wie immer !!!

Plauderei im Cafe – “Gefangen”

Zeichnung: Dominik Voss

Die Tür vom Cafe geht auf und mit einem Schwall kalter Luft kommt die Frau Winter herein.
Heute macht sie ihrem Namen alle Ehre, dann es ist ziemlich kalt draußen.
Ihr *Guten Morgen* verhallt ohne Gegengruß. Staunend schaut sich die Frau Winter um “Ist denn heute keiner da ?” fragt sie in den leeren Gastraum des Cafes.
Natürlich bekommt sie keine Antwort, denn es sind heute wirklich keine Gäste im Cafe.
Und weder der Jo, noch die kleine Serviererin sind zu sehen.
“Sapperlot – das gibts doch net”
Sie zieht ihren Mantel aus, nimmt sich die Tageszeitung und setzt sich an den Tisch, den sie als ihren Stammtisch bezeichnet und wo sie immer ein wenig sauer ist, wenn den andere Gäste in Anspruch nehmen.
Aber heute ist ja alles leer.
“Ich hätte gern einen Kaffee” ruft sie laut. Nichts rührt sich.
“JO” ruft sie, noch um einiges lauter. Aber wieder nichts.
Endlich geht die Tür auf und die Frau Hilde kommt mit den Strudeln, die sie frisch gebacken hat.
“Na endlich, dass da mal wer kommt” die Frau winter ist schon ziemlich aufgebracht.
“Da ist heute keiner”
“Beruhigen sie sich” meint die Frau Hilde, “der Jo kommt bestimmt gleich.”
“Wollens vielleicht einen Kaffee inzwischen ?”
“Ja was meines warum ich da bin – ich wart schon 1 Stunde, aber da kommt ja keiner”
Die Frau Hilde verdreht die Augen und schaltet die Kaffeemaschine ein, damit die Frau Winter zu ihrem Frühstück kommt.
Und weil sie die Frau Winter ja kennt, stellt sie ihr auch gleich ein großes Glas Wasser hin.
Mit Kaffee und Wasser und der Zeitung ist die Frau Winter erst mal zufrieden.

Und die Frau Hilde macht sich auf den Weg den Jo und die Serviererin zu suchen.
Und sie wird tatsächlich fündig. Die beiden sitzen fest.
Ja wirklich !
Und zwar im Abstellraum.
Da ist die Tür zugefallen und hat sich nicht mehr öffnen lassen.
Schon immer wollte er die Tür richten, aber da diese Tür nahezu immer offen steht, hat er darauf völlig vergessen.
Er hat auch keine Ahnung was sich da so verklemmt hat, dass man die Tür von innen nicht mehr öffnen konnte.
Er und die kleine Serviererin wollten ein paar Sachen aus dem Abstellraum holen  und dabei ist die Tür, die sonst immer offen steht zugefallen und die beiden waren gefangen.
Die Frau Hilde muss echt laut lachen, als sie die Zwei befreit hat.
Na das wäre was gewesen wenn sie nicht vorbei gekommen wäre.
Der Jo war ihr wirklich sehr dankbar, heute nicht nur für die beiden Strudel die sie mit gebracht hat.

“Warts ihr schmusen” fragt die Frau Winter, als der Jo und die kleine Serviererin aus ihrem Gefängnis zurück kamen.
Der Jo verdreht nur die Augen, sagt aber nichts, weil das wäre eh zwecklos bei der Frau Winter.
Und in dem Augenblick öffnet sich wieder mal die Tür zum Cafe und mit der kalten Luft kommen eine Menge Gäste herein.
“Na da haben die Leute aber Glück, dass sie jetzt erst kommen” posaunt die Frau Winter durch den Raum.
Es konnte keiner was mit ihren Worten anfangen……

Der Jo holt aber gleich sein Werkzeug und macht sich daran, das Schloss an der Abstellraumtür zu reparieren.

Plauderei im Cafe – Der Zug fährt ab……

Im Cafe ist heute viel los, draußen schneit es und alle die rein kommen schauen aus wie Schneemänner.
Im Eingangsbereich hat sich schon eine große Pfütze gebildet, von dem Schnee den jeder mit seinen Schuhen mitbringt.
Der Jo hat schon Lappen hergerichtet, mit denen er oder die Serviererin diese Wassermassen versuchen zu bändigen.
Und alle wollen schnell was Warmes zu trinken haben, weil sie doch etwas durchgefroren sind.
An einem der Tische sitzen Klaus und Julie, ein ganz liebes Pärchen, das sich jeden Tag hier trifft.
Den Klaus kennt der Jo schon seit den Kindertagen und so setzt er sich schon mal für ein paar Minuten zu den Beiden, wenn es der Betrieb erlaubt.
Heute erzählt ihm der Klaus eine lustige Geschichte und da er ein wenig ein lautes Organ hat, kann das ganze Cafe mithören.
Und der Klaus kann auch noch recht gut erzählen.
Also Klaus fährt jeden Tag mit der Bahn ins Büro und wieder nach Hause:
In den letzten Tagen haben die Züge aber leider oft Verspätung oder fallen ganz aus.
So auch Klaus sein Zug. Auf der Tafel steht, dass der Zug wegen Bauarbeiten auf der Strecke heute ausfällt.
Klaus schaut also am Fahrplan nach und entdeckt einen Zug,, wo er zwar umsteigen muss, aber der annehmbar ist, in 10 Min.
“Na da hab ich ja direkt Glück im Unglück gehabt” lacht er fröhlich.
Aber 10 Min auf dem Bahnsteig stehen, das war ihm doch zu ungemütlich, also rein ins Bahnhofsgebäude. Da weht ihm der Duft von Kaffee um die Nase.
“Ein Coffee to Go” müsste sich in 10 Min doch ausgehen denkt er sich und läuft die Treppe zur Cafeteria hinunter. Die Rolltreppe lässt er links liegen, denn da müht sich ein Mann grad mit seinem Koffer ab, um den auf die geeignete Position auf der fahrenden Treppe zu bekommen.
In der Cafeteria stehen drei Personen vor ihm. Also warten. Ein Blick auf die Uhr sagt ihm, dass er noch 7 Minuten Zeit hat.
Der erste Mann am Tresen ist schnell bedient und weg, also noch zwei Leute.
Klaus schaut sich um ob da nicht vielleicht noch irgendwo eine weitere Bedienung ist, aber er kann kein entdecken.
Blick auf die Uhr, noch 6 Minuten.
Der Mann der bedient wird kramt umständlich seine Münzen aus der Geldtasche, ihm fehlen 20 Cent.
Die Bedienung zuckt die Schultern und will den Coffee to go schon weg nehmen, denn wenn er zu wenig Geld hat, gibts auch keinen Kaffee.
Klaus greift in seine Jackentasche und zaubert ein 50 Centstück heraus, legt es auf den Tresen und sagt”Stimmt so”
30 Cent Trinkgeld für einen Coffee to go ist seiner Meinung nach eh fürstlich, aber er hofft, dass der vor ihm jetzt flotter bedient wird, denn inzwischen soll sein Zug in 4 Minuten kommen. Und er muss ja auch noch die Treppen wieder hoch zum Bahnsteig.
Der dem er die 50 Cent gespendet hat, schaut ihn dankbar an und trollt sich. “Der nächste bitte ” ruft die Bedienung und Klaus denk “Himmel, wir sind doch nicht beim Arzt”
Der will einen Caffe Latte und die Bedienung muss Milch nachfüllen, aber dann ist es geschafft und Klaus bestellt seinen Kaffee – schwarz bitte.
Noch 2 Minuten. Klaus trippelt von einem Fuß auf den anderen, legt sein Geld hin, wieder mit Trinkgeld, was ihm einen freudigen Blick der Bedienung einträgt.

Er schnappt seinen Becher , hängt sich seinen Rucksack wieder um und stürmt die Treppen hoch.
Noch 1 Minute…..
Er hört irgendeine Ansage durch den Lautsprecher, sowas wie *Nicht mehr einsteigen, Zug fährt ab*

Da steht sein Zug…… nur noch wenige Schritte, aber die Tür lässt sich nicht mehr öffnen und…….. weg ist er.

Entsetzt schaut Klaus dem abfahrenden Zug nach, sieht nur noch die roten Schlusslichter und  einen Bahnbeamten der ihm entgegen kommt.
“Wieso ist der Zug denn jetzt weg ??” fragt Klaus, der Beamte aber deutet nur auf die Anzeige mit der Uhrzeit und zuckt die Schultern.
Na das war ein Tag, jetzt musste Klaus wieder eine halbe Stunde warten bis der nächste Zug ihn nach Hause bringen würde.
Klaus behauptet felsenfest, der Zug wäre früher abgefahren.
Der Jo lacht sich weg und fragt ihn ob wenigstens der Kaffee gut war ?
Das weiß Klaus gar nicht mehr wirklich, er hat nämlich den Becher irgendwo am Bahnsteig abgestellt, weil ihm der Gusto auf Kaffee vergangen war.

Da holt ihm der Jo einen großen schwarzen Kaffee und sagt zum Klaus ” der geht aufs Haus – ohne Trinkeld, damit du weißt was ein guter Kaffee ist”

Plauderei im Cafe – am Nikolaustag

Seit der Geschichte mit dem Herrn Schiller und seinem Sohn, sind weder der Sohn noch der Herr Schiller nochmal im Cafe gewesen.
Die Frau Winter, die ja bekanntlich sehr neugierig ist, fragt den Jo nahezu jeden Tag, ob denn die zwei wieder da waren, sie wüsste zu gern wie die Geschichte weiter gegangen ist. Aber der Jo muss jeden Tag aufs Neue verneinen.
Aber heute hat die Frau Winter eine ganz andere Neuigkeit.
Lautstark wie immer betritt sie das Cafe und ruft aufgeregt den Jo herbei.
Der Jo nimmt ihr erst Mal den Regenschirm aus der Hand, damit sie nicht das halbe Lokal damit nass macht.
“So ein Sauwetter” schimpft die Frau Winter und holt dann noch schnell Luft um dem Jo zu eröffnen, dass sie auf Kur fahren wird. Der Brief mit der Bewilligung ist heute gekommen und sie hat das Schreiben dem Postboten fast aus der Hand gerissen.
Da der Briefträger auch grad zur Tür herein kommt um sich bei einem heißen Tee aufzuwärmen, kann der das auch gleich bestätigen.
Er schüttelt leicht den Kopf und verdreht die Augen in Richtung der Frau Winter.
Die Frau Winter hat schon vor vielen Wochen den Antrag auf Kur weg geschickt und keine Antwort bekommen, immer wieder hat sie sich beschwert, dass das so lange dauert, der Jo hat ihr ein paar Mal geraten dass sie sich doch einfach telefonisch erkundigen soll, wo der Bescheid denn bleibt, aber das hat sich die Frau Winter nicht getraut. Sie hatte zwar sonst ein lautes und vor allem loses Mundwerk, aber bei sowas war sie ein Mäuschen.
Der Briefträger witzelt: “Hat ihnen sicher der Nikolaus die Bewillligung gebracht ?”
Sehr schlagfertig antwortet die Frau Winter” Na ja, wenn sie der Nikolaus sind, dann ja”
Da muss der Postler und auch der Jo herzlich lachen und der Postler deutet auf seinen kahlen Kopf und sein bartloses Gesicht und meint, dass er doch wirklich nicht wie ein Nikolaus ausschaut.
Die Frau Winter bestellt, zur Feier des Tages, einen Cappuccino und sucht sich einen Platz.
Der Jo legt ihr noch ein paar Vanillekipferl auf einen Teller und serviert ihr die mit dem Kaffee.
Da geht die Tür auf und es kommt eine große, rot/gold gekleidete Person herein, mit eienr hohen Mütze auf dem Kopf.
Der Frau Winter bleibt der Mund offen, in den sie grad eins der Kipferl stecken hat wollen.
“Der Nikolaus…….” flüstert sie andächtig. “Wo kommt der denn her ?”
Der Nikolaus antwortet: “Von draus vom Walde komm ich her, ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr”
Auch der Jo und der Briefträger sind sehr überrascht, der Jo aber fängt sich schnell und fragt den Nikolaus, was er ihm bringen dürfe.
“Einen heißen Tee, bitte”  – den bekommt er ganz schnell und ebenfalls ein paar Vanillekipferl.
Es ist ganz still im Cafe, alle Besucher schauen andächtig was der Nikolaus jetzt machen wird.
Der aber trinkt gemütlich seinen Tee und verputzt die Vanillekipferl, die der Jo spendiert hat. Dann fragt er was er schuldig wäre, aber der Jo winkt ab “Das geht aufs Haus” Da lächelt der Nikolaus und macht sich, mit einem “hohoho” wieder auf den Weg.
Beim Verlassen vom Cafe, muss er sich bücken, damit er mit der Hohen Mütze nicht oben anstößt.

Die Frau Winter hat sich wieder erfangen und meint laut:”Also *hohoho* sagt doch der Weihnachtsmann, aber nicht der Nikolaus.
Der Postler erwidert:”Geh Frau Winter, Weihnachtsmann gibts doch keinen, bei uns kommt doch das Christkind”.

Die Frau Winter kichert, zahlt ihren Capuccino, sucht ihren Regenschirm und begibt sich wieder raus ins Sauwetter, nicht ohne zu erwähnen, dass sie bald auf Kur fahren darf.

 

Habt ihr heute auch den Nikolaus gesehen ??

Plauderei im Cafe – Zucker im Kaffee (2)

Zeichnung: Dominik Voss

Der Junge rührt immer wieder in seinem Kaffee um, der Jo denkt, dass sich der Zucker langsam aufgelöst haben dürfte, aber er will den Burschen nicht drängen, denn offenbar tut sich der schwer mit seiner Erzählung.
Es stellt sich heraus, dass sich die Eltern getrennt haben, die Mutter eine kapriziöse Frau, die immer im Mittelpunkt stehen will, der Vater ein in sich gekehrter Mann, viel älter als seine Frau, der die Pensionierung nur schwer verkraftet hat. Der Bub wird von beiden verwöhnt, von der Mutter aber sehr vereinnahmt.
Mitten in die Erzählung fragt die neugierige Frau Winter, was denn in dem Kuvert ist, das der Junge liegen gelassen hat.
*Da sind meine Adoptionspapiere drinnen* ziemlich gepresst kommen diese Worte.
Alle halten die Luft an, damit hat keiner gerechnet.
*ich hab erst jetzt erfahren, dass ich adoptiert worden bin und bin so enttäuscht, dass meine Mutter mich jahrelang angelogen hat*
Alle nicken verständnisvoll. *Aber es hat dich bestimmt nicht nur deine Mutter angelogen, dein Vater war da wohl auch dran beteiligt* mischt sich die kleine Serviererin ein. *Ja aber der hat sich wenigstens entschuldigt, während meine Mutter meint, dass das normal ist, dass man das einem Kind nicht so ohne weiteres erzählt. Das *einem Kind* betont er ganz besonders. *Wie alt bist du eigentlich ?* fragt ihn der Jo *Ich war gestern 19 und als Geschenk hab ich erfahren, dass ich adoptiert bin* bitter klingen die Worte des jungen Mannes.
*Ich hab daraufhin meine Sachen gepackt und bin zu meinem Vater gezogen, nur die Papiere hab ich liegen gelassen und die hat mir meine Mutter heute nachgebracht und sie will, dass ich sofort wieder heim komme, zu ihr*
*Und wirst wieder nach Hause ziehen ? fragt die kleine Serviererin
Inzwischen sind fast alle Gäste gegangen, nur der Herr Schiller sitzt noch an seinem Platz am Fenster.
*Nein, das wird er nicht*
Alle drehen sich ruckartig um.
*Papa ???*
Der Junge springt erstaunt auf und läuft zum Herrn Schiller hin.
Der Dichter deutet seinem Sohn, dass er sich setzen soll
Die umstehenden Leute mitsamt der Frau Winter, die ausnahmsweise mal still ist, schauen erstaunt auf.
Da sitzt der Dichterfürst ganz still und leise im Cafe und der Bub merkt nicht, dass sein Vater auch da ist.
Der Jo gibt den Leuten einen Wink, dass man die Beiden jetzt in Ruhe lassen soll.
Er geht zur Theke und stellt das schmutzige Geschirr zusammen, die Serviererin räumt die Tische ab, von denen die Gäste schon gegangen sind und die Frau Winter nimmt ihren Einkaufskorb und verabschiedet sich, nicht ohne anzukündigen, dass sie wieder kommen wird, damit sie erfährt, was sich weiter getan hat.

Kommt ihr auch wieder um weiter zu lesen :-)