Plauderei im Cafe – Der Zug fährt ab……

Im Cafe ist heute viel los, draußen schneit es und alle die rein kommen schauen aus wie Schneemänner.
Im Eingangsbereich hat sich schon eine große Pfütze gebildet, von dem Schnee den jeder mit seinen Schuhen mitbringt.
Der Jo hat schon Lappen hergerichtet, mit denen er oder die Serviererin diese Wassermassen versuchen zu bändigen.
Und alle wollen schnell was Warmes zu trinken haben, weil sie doch etwas durchgefroren sind.
An einem der Tische sitzen Klaus und Julie, ein ganz liebes Pärchen, das sich jeden Tag hier trifft.
Den Klaus kennt der Jo schon seit den Kindertagen und so setzt er sich schon mal für ein paar Minuten zu den Beiden, wenn es der Betrieb erlaubt.
Heute erzählt ihm der Klaus eine lustige Geschichte und da er ein wenig ein lautes Organ hat, kann das ganze Cafe mithören.
Und der Klaus kann auch noch recht gut erzählen.
Also Klaus fährt jeden Tag mit der Bahn ins Büro und wieder nach Hause:
In den letzten Tagen haben die Züge aber leider oft Verspätung oder fallen ganz aus.
So auch Klaus sein Zug. Auf der Tafel steht, dass der Zug wegen Bauarbeiten auf der Strecke heute ausfällt.
Klaus schaut also am Fahrplan nach und entdeckt einen Zug,, wo er zwar umsteigen muss, aber der annehmbar ist, in 10 Min.
“Na da hab ich ja direkt Glück im Unglück gehabt” lacht er fröhlich.
Aber 10 Min auf dem Bahnsteig stehen, das war ihm doch zu ungemütlich, also rein ins Bahnhofsgebäude. Da weht ihm der Duft von Kaffee um die Nase.
“Ein Coffee to Go” müsste sich in 10 Min doch ausgehen denkt er sich und läuft die Treppe zur Cafeteria hinunter. Die Rolltreppe lässt er links liegen, denn da müht sich ein Mann grad mit seinem Koffer ab, um den auf die geeignete Position auf der fahrenden Treppe zu bekommen.
In der Cafeteria stehen drei Personen vor ihm. Also warten. Ein Blick auf die Uhr sagt ihm, dass er noch 7 Minuten Zeit hat.
Der erste Mann am Tresen ist schnell bedient und weg, also noch zwei Leute.
Klaus schaut sich um ob da nicht vielleicht noch irgendwo eine weitere Bedienung ist, aber er kann kein entdecken.
Blick auf die Uhr, noch 6 Minuten.
Der Mann der bedient wird kramt umständlich seine Münzen aus der Geldtasche, ihm fehlen 20 Cent.
Die Bedienung zuckt die Schultern und will den Coffee to go schon weg nehmen, denn wenn er zu wenig Geld hat, gibts auch keinen Kaffee.
Klaus greift in seine Jackentasche und zaubert ein 50 Centstück heraus, legt es auf den Tresen und sagt”Stimmt so”
30 Cent Trinkgeld für einen Coffee to go ist seiner Meinung nach eh fürstlich, aber er hofft, dass der vor ihm jetzt flotter bedient wird, denn inzwischen soll sein Zug in 4 Minuten kommen. Und er muss ja auch noch die Treppen wieder hoch zum Bahnsteig.
Der dem er die 50 Cent gespendet hat, schaut ihn dankbar an und trollt sich. “Der nächste bitte ” ruft die Bedienung und Klaus denk “Himmel, wir sind doch nicht beim Arzt”
Der will einen Caffe Latte und die Bedienung muss Milch nachfüllen, aber dann ist es geschafft und Klaus bestellt seinen Kaffee – schwarz bitte.
Noch 2 Minuten. Klaus trippelt von einem Fuß auf den anderen, legt sein Geld hin, wieder mit Trinkgeld, was ihm einen freudigen Blick der Bedienung einträgt.

Er schnappt seinen Becher , hängt sich seinen Rucksack wieder um und stürmt die Treppen hoch.
Noch 1 Minute…..
Er hört irgendeine Ansage durch den Lautsprecher, sowas wie *Nicht mehr einsteigen, Zug fährt ab*

Da steht sein Zug…… nur noch wenige Schritte, aber die Tür lässt sich nicht mehr öffnen und…….. weg ist er.

Entsetzt schaut Klaus dem abfahrenden Zug nach, sieht nur noch die roten Schlusslichter und  einen Bahnbeamten der ihm entgegen kommt.
“Wieso ist der Zug denn jetzt weg ??” fragt Klaus, der Beamte aber deutet nur auf die Anzeige mit der Uhrzeit und zuckt die Schultern.
Na das war ein Tag, jetzt musste Klaus wieder eine halbe Stunde warten bis der nächste Zug ihn nach Hause bringen würde.
Klaus behauptet felsenfest, der Zug wäre früher abgefahren.
Der Jo lacht sich weg und fragt ihn ob wenigstens der Kaffee gut war ?
Das weiß Klaus gar nicht mehr wirklich, er hat nämlich den Becher irgendwo am Bahnsteig abgestellt, weil ihm der Gusto auf Kaffee vergangen war.

Da holt ihm der Jo einen großen schwarzen Kaffee und sagt zum Klaus ” der geht aufs Haus – ohne Trinkeld, damit du weißt was ein guter Kaffee ist”

Plauderei im Cafe – am Nikolaustag

Seit der Geschichte mit dem Herrn Schiller und seinem Sohn, sind weder der Sohn noch der Herr Schiller nochmal im Cafe gewesen.
Die Frau Winter, die ja bekanntlich sehr neugierig ist, fragt den Jo nahezu jeden Tag, ob denn die zwei wieder da waren, sie wüsste zu gern wie die Geschichte weiter gegangen ist. Aber der Jo muss jeden Tag aufs Neue verneinen.
Aber heute hat die Frau Winter eine ganz andere Neuigkeit.
Lautstark wie immer betritt sie das Cafe und ruft aufgeregt den Jo herbei.
Der Jo nimmt ihr erst Mal den Regenschirm aus der Hand, damit sie nicht das halbe Lokal damit nass macht.
“So ein Sauwetter” schimpft die Frau Winter und holt dann noch schnell Luft um dem Jo zu eröffnen, dass sie auf Kur fahren wird. Der Brief mit der Bewilligung ist heute gekommen und sie hat das Schreiben dem Postboten fast aus der Hand gerissen.
Da der Briefträger auch grad zur Tür herein kommt um sich bei einem heißen Tee aufzuwärmen, kann der das auch gleich bestätigen.
Er schüttelt leicht den Kopf und verdreht die Augen in Richtung der Frau Winter.
Die Frau Winter hat schon vor vielen Wochen den Antrag auf Kur weg geschickt und keine Antwort bekommen, immer wieder hat sie sich beschwert, dass das so lange dauert, der Jo hat ihr ein paar Mal geraten dass sie sich doch einfach telefonisch erkundigen soll, wo der Bescheid denn bleibt, aber das hat sich die Frau Winter nicht getraut. Sie hatte zwar sonst ein lautes und vor allem loses Mundwerk, aber bei sowas war sie ein Mäuschen.
Der Briefträger witzelt: “Hat ihnen sicher der Nikolaus die Bewillligung gebracht ?”
Sehr schlagfertig antwortet die Frau Winter” Na ja, wenn sie der Nikolaus sind, dann ja”
Da muss der Postler und auch der Jo herzlich lachen und der Postler deutet auf seinen kahlen Kopf und sein bartloses Gesicht und meint, dass er doch wirklich nicht wie ein Nikolaus ausschaut.
Die Frau Winter bestellt, zur Feier des Tages, einen Cappuccino und sucht sich einen Platz.
Der Jo legt ihr noch ein paar Vanillekipferl auf einen Teller und serviert ihr die mit dem Kaffee.
Da geht die Tür auf und es kommt eine große, rot/gold gekleidete Person herein, mit eienr hohen Mütze auf dem Kopf.
Der Frau Winter bleibt der Mund offen, in den sie grad eins der Kipferl stecken hat wollen.
“Der Nikolaus…….” flüstert sie andächtig. “Wo kommt der denn her ?”
Der Nikolaus antwortet: “Von draus vom Walde komm ich her, ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr”
Auch der Jo und der Briefträger sind sehr überrascht, der Jo aber fängt sich schnell und fragt den Nikolaus, was er ihm bringen dürfe.
“Einen heißen Tee, bitte”  – den bekommt er ganz schnell und ebenfalls ein paar Vanillekipferl.
Es ist ganz still im Cafe, alle Besucher schauen andächtig was der Nikolaus jetzt machen wird.
Der aber trinkt gemütlich seinen Tee und verputzt die Vanillekipferl, die der Jo spendiert hat. Dann fragt er was er schuldig wäre, aber der Jo winkt ab “Das geht aufs Haus” Da lächelt der Nikolaus und macht sich, mit einem “hohoho” wieder auf den Weg.
Beim Verlassen vom Cafe, muss er sich bücken, damit er mit der Hohen Mütze nicht oben anstößt.

Die Frau Winter hat sich wieder erfangen und meint laut:”Also *hohoho* sagt doch der Weihnachtsmann, aber nicht der Nikolaus.
Der Postler erwidert:”Geh Frau Winter, Weihnachtsmann gibts doch keinen, bei uns kommt doch das Christkind”.

Die Frau Winter kichert, zahlt ihren Capuccino, sucht ihren Regenschirm und begibt sich wieder raus ins Sauwetter, nicht ohne zu erwähnen, dass sie bald auf Kur fahren darf.

 

Habt ihr heute auch den Nikolaus gesehen ??

Plauderei im Cafe – Zucker im Kaffee (2)

Zeichnung: Dominik Voss

Der Junge rührt immer wieder in seinem Kaffee um, der Jo denkt, dass sich der Zucker langsam aufgelöst haben dürfte, aber er will den Burschen nicht drängen, denn offenbar tut sich der schwer mit seiner Erzählung.
Es stellt sich heraus, dass sich die Eltern getrennt haben, die Mutter eine kapriziöse Frau, die immer im Mittelpunkt stehen will, der Vater ein in sich gekehrter Mann, viel älter als seine Frau, der die Pensionierung nur schwer verkraftet hat. Der Bub wird von beiden verwöhnt, von der Mutter aber sehr vereinnahmt.
Mitten in die Erzählung fragt die neugierige Frau Winter, was denn in dem Kuvert ist, das der Junge liegen gelassen hat.
*Da sind meine Adoptionspapiere drinnen* ziemlich gepresst kommen diese Worte.
Alle halten die Luft an, damit hat keiner gerechnet.
*ich hab erst jetzt erfahren, dass ich adoptiert worden bin und bin so enttäuscht, dass meine Mutter mich jahrelang angelogen hat*
Alle nicken verständnisvoll. *Aber es hat dich bestimmt nicht nur deine Mutter angelogen, dein Vater war da wohl auch dran beteiligt* mischt sich die kleine Serviererin ein. *Ja aber der hat sich wenigstens entschuldigt, während meine Mutter meint, dass das normal ist, dass man das einem Kind nicht so ohne weiteres erzählt. Das *einem Kind* betont er ganz besonders. *Wie alt bist du eigentlich ?* fragt ihn der Jo *Ich war gestern 19 und als Geschenk hab ich erfahren, dass ich adoptiert bin* bitter klingen die Worte des jungen Mannes.
*Ich hab daraufhin meine Sachen gepackt und bin zu meinem Vater gezogen, nur die Papiere hab ich liegen gelassen und die hat mir meine Mutter heute nachgebracht und sie will, dass ich sofort wieder heim komme, zu ihr*
*Und wirst wieder nach Hause ziehen ? fragt die kleine Serviererin
Inzwischen sind fast alle Gäste gegangen, nur der Herr Schiller sitzt noch an seinem Platz am Fenster.
*Nein, das wird er nicht*
Alle drehen sich ruckartig um.
*Papa ???*
Der Junge springt erstaunt auf und läuft zum Herrn Schiller hin.
Der Dichter deutet seinem Sohn, dass er sich setzen soll
Die umstehenden Leute mitsamt der Frau Winter, die ausnahmsweise mal still ist, schauen erstaunt auf.
Da sitzt der Dichterfürst ganz still und leise im Cafe und der Bub merkt nicht, dass sein Vater auch da ist.
Der Jo gibt den Leuten einen Wink, dass man die Beiden jetzt in Ruhe lassen soll.
Er geht zur Theke und stellt das schmutzige Geschirr zusammen, die Serviererin räumt die Tische ab, von denen die Gäste schon gegangen sind und die Frau Winter nimmt ihren Einkaufskorb und verabschiedet sich, nicht ohne anzukündigen, dass sie wieder kommen wird, damit sie erfährt, was sich weiter getan hat.

Kommt ihr auch wieder um weiter zu lesen :-)

Plauderei im Cafe mit dem Schriftsteller

Das Cafe war wieder mal sehr gut besucht.
Ganz vorne saß der Herr Moser, es war Monatsanfang und der Wechsel seiner Fotografien stand an.
Er hatte seine Mappe mit und zeigte dem Jo seine neuesten Werke, aus denen  der Jo die Fotos für den folgenden Monat aussuchen kann.
Irgendwie war das dem Jo ja fast egal, soll der Herr Moser halt aufhängen was er will, aber der Fotograf bestand darauf, dass der Jo die Fotos zuerst begutachtet und dann entscheidet.

Ganz hinten, also im Gegenteil zum Herrn Moser, saß ein anderer Mann, auch schon ein älteres Semester, vor sich hat er einen Block liegen, in der Hand einen Bleistift und neben dem Block einen Radiergummi.
Da er neben dem Fenster saß, hob er ab und zu den Kopf um einen Blick raus zu werfen, dann flitzte der Bleistift wieder übers Papier. Er vermittelte den Eindruck, als ob er, das was er da drußen sah, gleich niederschreibt.
Der junge Mann, der neben ihm am Tisch saß verrenkte sich ein wenig den Hals, weil er offenbar sehen wollte, was der Mann mit dem Bleistift da schreibt. Das brachte ihm einen erstaunten Blick des Schreibers ein und der junge Mann zog schuldbewusst den Kopf wieder ein.

Jo interessierte es auch, was der Mann da am Fenster treibt, aber ihn einfach fragen, das wäre ihm zu indiskret gewesen, also räumte er persönlich die leere Teetasse ab und fragte ob er noch einen Wunsch hätte. Ja, hatte er, noch so einen guten Tee.
Beim Abräumen konnte der Jo echt einen Blick auf den Block werfen, aber er sah nur dicht gedrängte Zeilen, in zarter Bleistiftschrift, entziffern konnte er in dem kurzen Augenblick natürlich nichts, nur dass die Seite schon fast voll geschrieben war.
Der Mann schrieb weiter und weiter und sah immer wieder für ganz kurze Zeit aus dem Fenster.

Jo meinte zur kleinen Serviererin, dass er glaubt, dass das ein Schriftsteller ist.
Womit er nicht gerechnet hat, die geschwätzige Frau Winter war ebenfalls auf den Mann aufmerksam geworden und hat leider mitgehört.
Ungeniert wie wir sie kennen, ruft sie durch das kleine Cafe: “Hallo, sie da hinten, sind sie ein Schriftsteller ?“
Der Mann hob kurz den Kopf und senkte ihn sogleich wieder um weiter zu schreiben.
Das war der Frau Winter gar nicht recht, sie hat es nämlich nicht gern, wenn man sie ignoriert.
Der etwas übergewichtige junge Mann, der neben dem Schreiber saß, legte den Finger an die Lippen und bedeutet der Frau Winter dass sie still sein soll.
Aber das ist der Frau Winter ganz egal, sie schnappt ihr Wasserglas und setzt sich in die Nähe des jungen Manns und somit auch in die Nähe des Mannes mit dem Bleistift, der grad wieder aus dem Fenster schaut, vor dem sich nichts, aber absolut nichts tut. Die Kinder die da manchmal vorbei laufen, wenn sie in die Schule gehen, die sind schon vorbei und so huscht nur hin und wieder eine Hausfrau mit Einkaufstasche oder Trolli vorbei.
*Was sehen sie denn da, wenns aus dem Fenster schauen ?“ die Frau Winter spricht den Mann wieder an. Der schaut sie mit einem langen Blick an und antwortet “Nichts“.
Das war nicht grad das was die Frau Winter erwartet hat, aber jetzt war es ihr zu blöd und sie geht wieder vor an die Theke, nicht ohne ihr Wasserglas mitzunehmen und es sich nochmal anfüllen zu lassen.
Erleichtert schreibt der Mann weiter und blickt dazwischen immer wieder aus dem Fenster.

“Der ist aber komisch” flüstert die Frau Winter dem Jo zu und der nickt. Er konnte sich auch keinen Reim drauf machen, aber eigentlich war es ihm egal, solange sich ein Gast friedlich und ruhig verhält.
Dass sowas der Frau Winter keine Ruhe lässt, das können wir uns alle vorstellen.
Aber inzwischen ist die Frau Hilde mit Torten und Kuchen ins Cafe gekommen und die Frau Winter hofft, ein Stückerl vom Anschnitt ab zu bekommen, das sind die Stücke, die sie den Gästen eher nicht anbieten und die Stammgäste kostenlos, als Kostproben bekommen.
Und schon hat der Jo, der Frau Winter einen kleinen Teller mit einem Stück Marmorkuchen hin gestellt und die Frau Winter bestellt tatsächlich auch einen Kaffee dazu, den sie auch bezahlt.

Der schreibende Mann holt den Jo zum Zahlen und packt seinen Block, seinen Bleistift und den Radiergummi ein.
Der Jo versucht, denn neugierig ist er ja doch auch, den Mann in ein Gespräch zu verwickeln und fragt grad heraus, was er denn da schreiben würde.
“Ich weiß es noch nicht, was es werden soll, aber ich glaube es wird ein Geschichte aus dem Cafe werden” antwortet der Mann.
“Sehr interessant” meint der Jo etwas verwirrt, “Werden sie wieder hier her kommen zum Schreiben ?”
“Ich denke schon, wenn sie mir die neugierige Person vom Leib Halten”
Damit meinte er die geschwätzige Frau Winter.
Der Jo nickt wissend und meint, dass die Frau mitunter echt lästig sein kann, aber er wird sich bemühen.
Lächelnd setz der Schreiberling, seinen Hut auf, gibt dem Jo die Hand und sagt: “Ich heiße übrigens Schiller, bin aber mit dem berühmten Friedrich nicht verwandt”
Der Jo schluckt, weil den Wortwitz hat er zuerst gar nicht verstanden.
Erst als der Herr Schiller aus dem Cafe war, dämmerte ihm, dass er wohl den Friedrich Schiller, den berühmten Dichter, gemeint haben muss.

Na man darf gespannt sein, was der Herr Schiller, der mit dem Friedrich nicht verwandt ist, noch für Bewegung ins Cafe bringen wird.

Plauderei im Cafe – die Liaison IV

Fortsetzung dieser Geschichte, für alle die die 3 Folgen der “Liaison” nicht gelesen haben

https://peggytalk.peggy-forum.at/?p=6237

https://peggytalk.peggy-forum.at/?p=6298

https://peggytalk.peggy-forum.at/?p=6399

Babs wäre beinahe das Telefon aus der Hand gefallen.
Text der SMS: Komm morgen um 12.00 Uhr ins Cafe.
Gerda hat einfach nicht recht, Emil will anscheinend doch weiter mit ihr zusammen sein – oder will er ihr nun wirklich den Abschied geben ?
Babs ist hin und her gerissen und kann den restlichen Tag an nichts anderes denken, als an das Date mit Emil.
Um Punkt 12.00 Uhr eilt sie ins Cafe und setzt sich an den Tisch, an dem sie sonst auch mit Emil sitzt.
Von Emil weit und breit keine Spur. Babs ist enttäuscht.
Plötzlich geht die Tür auf uns eine hübsche Frau betritt das Lokal. Sie schaut sich suchend um und steuert dann auf den Tisch zu, an dem Babs sitzt.
“Babs?” fragt die Frau, Babs bleibt vor Staunen der Mund offen. “Jaaa ??? ” stammelt sie.
“Darf ich mich setzen ?” fragt die unbekannte Frau und setzt sich, ohne eine Antwort abzuwarten.
“Wer sind Sie? ” fragt Babs mit zitternder Stimme. Wobei die Frage völlig unnötig war, denn sie weiß bereits wer da vor ihr sitzt.
“Ich bin Emils Frau – Julia” Sie streckt der völlig perplexen Babs freundlich die Hand entgegen.
“Angenehm” antwortet Babs und denkt, dass das total blöd ist was sie da sagt, natürlich ist es alles andere als angenehm, der Ehefrau ihres Liebhabers gegenüber zu sitzen.
Beide Frauen schweigen und betrachten sich unauffällig.
Die kleine Kellnerin mit dem dicken Zopf, kommt an den Tisch und fragt nach den Wünschen der Damen.
Beide bestellen Kaffee und ein großes Glas Wasser.
Immer noch schweigen beide, bis Babs endlich fragt: “Was wollen sie von mir ?”
Innerlich nervös schielt Babs zur Tür, denn sie denkt immer noch, dass Emil gleich auftauchen wird und genau wie sie erstaunt sein wird, dass seine Frau da mit am Tisch sitzen zu sehen.
“Emil wird nicht kommen, er weiß nicht, dass ich mich hier mit ihnen treffe” Julia spricht sehr leise und Babs hat Mühe sie zu verstehen.
Die kleine Kellnerin bringt den Kaffee, fragt ob es noch was sein darf und stellt auch das Wasser auf den Tisch.
Beide Damen verneinen und Babs war dadurch die Gelegenheit gegeben, das Gehörte zu verdauen.
Julia erklärt ihr ebenso leise wie vorher und in ganz ruhigem Ton, dass Emil sein Handy und seine Nummer gewechselt hat, damit hat er seiner Fau beweisen wollen, dass er den Kontakt zu Babs aufgeben wird.
Auf dem alten Handy mit der alten Nummer war Babs ihre Mobilnummer  gespeichert und das hat Julia benützt um sich mit Babs zu verabreden.
Langsam fängt Babs den Zusammenhang an zu verstehen.
Julia rührt langsam in ihrem Kaffee den Zucker um und bittet dann Babs ganz direkt, ihren Mann in Ruhe zu lassen.
“Keine SMS, kein Telefonat und keine Treffen mehr!”
Babs nickt und hat einen großen Kloß im Hals, antworten kann sie nicht.
Ihre Gedanken spielen Karusell und sie denkt, Gerda hatte recht.
Julia trinkt in 3 Schlucken den Kaffee aus und schaut Babs fragend an.
Seufzend nickt Babs wieder.
Irgendwie klingen die Sätze für Babs, nach einem “sonst.”
“Ihr Mann weiß nichts von der Affaire ?”
“Nein” flüstert Babs. “Dann wollen wir es auch dabei belassen, oder ?” fragend sieht Julia Babs an.
“Ja klar” Babs war klar, dass das “sonst ” bedeuten würde, dass Julia ihrem Mann einen Hinweis geben könnte.
Es war sicher nicht schwer die Telefonnummer ihres Mannes heraus zu bekommen.
“Ich sehe, wir verstehen uns” Julia lächelt Babs freundlich an “und ich gebe ihnen einen guten Rat: Lassen sie in Zukunft die Finger von verheirateten Männer, oder noch besser gehen sie gleich gar nicht fremd!”
Julia steht auf, fast wäre ihr Stuhl nach hinten gekippt, reicht Babs die Hand und verschwindet aus dem Lokal.

Babs bleibt sehr nachdenklich zurück und würde gerne weinen.
Aber alle Augen der anderen Gäste sind auf sie gerichtet, denn die kleine Kellnerin meint lautstark:
“Die Frau hat nicht gezahlt, übernehmen sie das ?”
Ach ist das peinlich.
Babs reicht der Kellnerin einen 10 Euro Schein und rennt aus dem Cafe, ohne auf das Wechselgeld zu warten.