Sonntag – Das Wort der Woche (53)

Das Wort für diese Woche

GESCHENKE

Morgen ist Weihnachten und man beschenkt seine Lieben, aber manchmal auch Leute, die einem nicht so nahe stehen:
Erzählt uns hier, was euch zum Thema Geschenke spontan einfällt.
Schenkt ihr gerne ?
Werdet ihr gerne beschenkt ?
Liebt ihr Überraschungen ?
Schenkt ihr Dinge, die euch nicht gefallen, an andere weiter ?

 

 

4. Adventsonntag

Was mir heut passiert is – i kann’s gar net fassen! A Autofahrer hat mi umigehn lassen! Aus Hupen und Schrein hat der Mensch ganz vergessen, is freundlich und still hintern Lenkradl gsessen. I deut’ auf mein Kopf, denn i hab mi nur gwundert, daß’ so was no gibt, in unsern Jahrhundert!

Und no was is gschehn heut. I kann’s gar net glauben: Der Pomeisl-mir san ja bös wegn die Tauben, er wohnt ober mir, und des boshafte Luader streut Sommer und Winter am Fensterbrett Fuader – der grüaßt mi heut scheißfreundlich: “Gelns, grauslich, die Patzen! I füader jetzt nur mehr im Stadtpark die Spatzen.”

Beim Bäcken hat mi ane vualassen wollen, mei Freundin is kummen, die Schulden mir zahlen, die Strassenbahn bleibt wegn mir sogar stehn, a fremde Frau grüaßt mi – i hab’s no nie gsehn – Wo san ma ? Was is denn ? Es weihnachtelt sehr! Aber nur a paar Tag, Und des is des Malheur.

Trude Marzik

Frau Huber und das Christkind

Es ist Abend und Frau Huber bereitet sich eine Kanne Tee zu. Ihre Tochter hat ihr zum Nikolaus wunderbar duftenden Vanilletee geschenkt, den gießt sie sich jetzt jeden Abend auf und trinkt ihn beim Fernsehen.
Plötzlich läutet es.
Dem Klang der Klingel nach muss das unten beim Haustor sein. Aber Frau Huber erwartet niemanden und schaut daher erst beim Fenster raus um vielleicht zu sehen, wer da an ihrer Glocke gedrückt hat. Aber da steht niemand vor dem Haus. Schnell schließt sie das Fenster wieder, es ist ziemlich kalt in dieser Nacht.
Angespannt lauscht Frau Huber ob sie den Lift hört, aber da ist kein Geräusch.
Wahrscheinlich war es eins der Kinder, die noch nicht lesen können und die halt irgendwo läuten wenn sie ins Haus rein wollen.
Nun macht sie es sich am Sofa bequem, es ist Donnerstag und gleich kommen die “Rosenheim Cops”.
Da allerdings vernimmt sie ein komisches Geräusch, als ob jemand über den Gangboden schleift.
Sie dreht das Licht im Wohnzimmer ab, wobei das eigentlich sinnlos ist, denn man kann von Draußen nicht sehen ob das Licht in der Wohnung brennt, außer vielleicht im Vorraum.
Leise schleicht sie in den Vorraum und schaut durch den Spion, aber auch da ist es stockdunkel und sie kann nichts sehen..
Also zurück aufs Sofa….. und da ist das Geräusch wieder, das eindeutig vom Gang kommt.
Also schaut sie wieder durch den Spion, aber keiner ist zu sehen.
Langsam kommt sie sich etwas komisch vor. “Na ich glaub ich werd alt, seh und hör da schon Gespenster”
Aber dafür ist die Frau Huber zu realistisch, sie weiß dass es keine Gespenster gibt.
Trotzdem macht sie sich Gedanken was denn das gewesen sein könnte.
Sie wandert zurück auf ihr Sofa, schenkt sich eine neue Tasse Tee ein und versucht dem Film im TV zu folgen.
Jetzt ist es völlig ruhig im Haus.
Jetzt läutet ihr Handy – um die Zeit, wer kann denn das sein ?
Am Display sieht sie nur eine Nummer, die sie aber nicht kennt.
Trotzdem geht sie ran und freut sich, dass ihre Nachbarin, die Frau Wagner anruft. Die hat jetzt auch ein Handy, daher kennt die Frau Huber diese Nummer noch nicht.
Die Frau Wagner will aber nicht nur plaudern, sondern fragt ganz aufgeregt, ob bei ihr auch angeläutet worden ist, die Frau Wagner ist nämlich allein zu Hause und hat ein wenig Angst. Das Geräusch am Flur hat sie nicht gehört. Da ist sie direkt froh darüber, denn sonst hätte sie sich noch mehr gefürchtet.Die Frau Huber versucht sie aufgeregte Nachbarin zu beruhigen, sagt ihr nur, sie soll halt niemand aufmachen, falls es nochmal läuten sollte.

Inzwischen sind die Rosenheim Cops zu Ende und fast ärgert sich die Frau Huber, weil sie jetzt nicht weiß wie der Fall gelöst worden ist.
Also trinkt sie ihren Tee aus und macht sich fertig für die Nacht.

Am Morgen zieht sie ihren Schlafrock und die Pantoffeln an und macht einen Blick vor ihre Wohnungstür.
Da liegen eine Menge Tannennadeln am Boden und Frau Huber lächelt, wird wohl das Christkind gewesen sein, dass da in der Nacht diese seltsamen Geräusche gemacht hat.
Schnell wählt sie die neue Nummer, die gestern angerufen hat und teilt das auch der Frau Wagner mit, die muss herzlich lachen:
“So alt haben wir werden müssen, um nochmal ans Christkind zu glauben”
Na dann Frohe Weihnachten.