Die Frage des Tages – 21.01.2018

Früher, als es das Internet noch nicht gab, bzw. es noch sehr teuer war, da habe ich sehr gerne und sehr viel telefoniert.
Das hat sich sehr geändert, dabei habe ich eine Flatrate und könnte viele Stunden telefonieren.
Mit den meisten meiner Freunde kommuniziere ich per WhatsApp oder per Mail.


Wie ist das bei euch ?

Telefoniert ihr trotz Internet immer noch gerne ?

Wir bekommen Zuwachs – Das Fräulein Yvi

Zeichnung: Dominik Voss

Darf ich vorstellen – Fräulein Yvi….

Yvi heißt eigentlich Yvonne, aber ihre Großmutter, die sie nie Oma nennen durfte, sondern immer nur Großmutti, nannte sie nur Yvchen.
Als das Yvchen dann in die Schule kam und hoffte, dass man sie jetzt endlich Yvonne nennen würde, war da noch eine andere Yvonne und ihre Cousine, die Anna, die von der Großmutti nur Annchen, gerufen wurde, verriet vorlaut, dass man zu ihr ohnehin nur Yvi sagen würde und schon war es geschehen, in der Klasse war sie nun auch nur noch die Yvi.
Und so blieb das Yvi an ihr kleben, wie Kaugummi.
Inzwischen war Yvi erwachsen und geht ihrer Wege, die Großmutti ist immer noch ein wichtiger Mensch in ihrem Leben, vor allem seit der Großvati gestorben ist. Yvis Eltern sind weit weg, nach Canada gezogen, da war Yvi grad noch in der Ausbildung und somit ist sie bei der Großmutti geblieben.
Nach dem Studium hat die Großmutti ihr und Anna eine kleine Wohnung finanziert.
Groß genug, dass die beiden Mädchen, inzwischen junge Frauen, bequem darin leben können.
Jede hat ihr eigenes Zimmer und ein großes Wohnzimmer mit Küche, als Raum für beide und Bad und WC werden natürlich auch gemeinsam benutzt.
Beide haben zwar ab und zu mal eine männliche Bekanntschaft, aber keinen Partner fürs Leben.
Frl.Yvi, wie sie jetzt meist genannt wird, arbeitet in einer Anwaltskanzlei, und ist dem süßen Leben nicht abgeneigt, wobei sich das auf ihre Naschlade beschränkt.
Daher hat Frl. Yvi auch einiges an Gewicht zu viel und steckt ständig in irgendwelchen Diäten, von denen die superschlanke Anna behauptet, dass die sie nur noch dicker machen würden.
Die Großmutti schüttelt bei jedem Besuch den Kopf und meint immer, „Yvchen du musst unbedingt abnehmen“
Das weiß das Frl.Yvi ja selbst, aber das war gar nicht so einfach, wenn Frau Superschlank, sprich Anna, beim Fernsehen, eine Tafel Schokolade oder eine Packung Kekse verschlang und sie daneben sitzt und zusehen sollte.
Aber das Frl. Yvi ist guten Mutes und will es der Großmutti und dem Annchen zeigen, sie ist wild entschlossen abzunehmen.
Vielleicht wird es dann ja auch etwas mit dem Mann fürs Leben.

Dabei und bei vielen anderen Dingen werden wir dem Frl. Yvi zusehen.

Frau Huber – Ein Tag ohne…..

Guten Morgen !!
Frau Huber begrüßt sich jeden Morgen selbst beim ersten Blick in den Spiegel.
Ohne hinzusehen greift sie zur elektrischen Zahnbürste um sich die Zähne zu putzen.
Danach Hände und Gesicht gewaschen und dann raus aus dem Nachthemd.
Einige Minuten später, der Griff zur Kaffeemaschine um sie einzuschalten…..
Aber was war das ? Da tat sich nichts.
Die Maschine wird doch nicht den Geist aufgegeben haben ?
Macht nichts, sie kann ja Filterkaffee mit der Hand machen.
Also Wasser in den Wasserkessel füllen und ……wieder nichts…….
Erst jetzt kommt der Frau Huber die Idee, dass es daran liegen könnte, dass sie keinen Strom hat in ihrer Wohnung.
Also versucht sie das Licht aufzudrehen, das war bisher nicht nötig, denn die Sonne schien in ihre Küche.
Und die Zahnbürste hat ja schließlich auch funktioniert.
Aber es war es sinnlos den Schalter zu betätigen.
Die ganze Wohnung war stromlos.
Na da kam Freude auf,
Schnell zieht die Frau Huber eine Weste über, nimmt den Schlüsselbund und eilt zu den Nachbarn um zu fragen ob die auch ohne Strom wären.
Die Familie bestätigt, auch sie hätten keinen Strom und sie haben schon versucht in der Hausverwaltung anzurufen, aber da meldet sich niemand.
„Vielleicht habens auch keinen Strom“ murmelt die Frau Huber grantig und geht zurück in ihre Wohnung.
„Machens um Himmels Willen die Tür vom Tiefkühlschrank nicht auf, sonst taut ihnen der Inhalt noch auf“ ruft die Nachbarin noch ganz schlau hinterher, aber da hört die Frau Huber schon gar nicht mehr hin.
„Was mach ich denn nun, kein Kaffee das geht gar nicht.“
Aber sogleich hat sie eine rettende Idee. Sie stapft in ihr Vorzimmer, zieht sich Schuhe, Mantel und Hut an und schließt die Wohnung ab.
„Dann geh ich halt ins Kaffeehaus und frühstücke dort.“ murmelt sie zu sich selbst. Gleich kommt sie allerdings drauf, dass auch der Lift nicht geht, wenn es im Haus keinen Strom gibt.
„Bewegung ist gesund, geh ich halt über die Treppe“ – so viel wie heute hat die Frau Huber schon lange nicht mehr mit sich selbst geredet. Sie verzieht noch das Gesicht, weil ihr sogleich einfällt, dass sie die Treppe ja auch wieder hinauf gehen wird müssen, wenn sie  heim kommt.
Im Kaffeehaus wird sie ganz erstaunt beäugt, denn niemand kann sich erinnern, dass die Frau Huber mal am frühen Vormittag ins Lokal gekommen wäre. Meist war sie ja zum Mittagessen oder zum Kaffeekränzchen mit den anderen Pensionisten da.
Sie bestellt sich erst einen Kaffee und dann eine Buttersemmel und eine Portion Honig.
Zufrieden wischt sie sich den Honig von den Lippen und nimmt den letzten Schluck Kaffee.
Am Eingang liegen immer die neuen Tageszeitungen, von denen holt sie sich eine und vertieft sich darin.
Irgendwann nach einigen Minuten steht plötzlich die Liesel, ihre Freundin vor ihr und staunt auch dass die Lintschi da sitzt und Zeitung liest, bis sie von der mieslichen Lage im Huber-Haus erfährt.
Die beiden Damen plaudern und lachen und Frau Huber ist jetzt gar nicht mehr grantig und findet es toll, dass sie zum Frühstücken außer Haus gegangen ist.
Das könnte sie eigentlich öfters machen.
Liesel fragt nach einer Weile ob die Frau Huber mit ihr mitkommen mag, zum Einkaufen.
Da es wahrscheinlich immer noch keinen Strom geben wird, lässt sich Frau Huber nicht zweimal bitten und die beiden Damen zahlen und ziehen los zum Supermarkt.
Der Einkauf zieht sich ein wenig in die Länge und schon ist es Mittag.
Frau Huber überlegt, was sie zu Mittag essen könnte, etwas wofür man keinen Strom braucht.
Sie könnte nun wieder zurück ins Kaffeehaus gehen und schauen was es da als Mittagsmenü gäbe.
Die Liesel fand die Idee ganz Klasse und wiederum staunt die Belegschaft des Lokals, dass die beiden Damen schon wieder da sind.
Beide bestellen sich das Menü und die Frau Huber lässt sich die Nachspeise, ein großes Stück Apfelstrudel einpacken, fürs Abendessen. Sie hat noch eine Flasche Mineralwasser in der Küche stehen, weil Tee wird sie sich nicht machen können, aber das war ihr inzwischen auch egal.
In ihrem Haus angekommen stapft sie schwungvoll die Stiegen zu ihrer Wohnung hinauf, sie lächelt in sich hinein und denkt, dass sie die Kalorien vom Mittagessen somit wieder abgebaut hat.
Als sie oben ankommt, steht die Nachbarin vor ihrer Tür und grüßt sie freundlich.
„Warum gehens denn über die Stiegen, Frau Huber ?“
„Der Lift fährt doch wieder und wir haben auch wieder Strom seit einer Stunde“
Frau Huber seufz, das hat sie gar nicht bemerkt, lacht aber in sich hinein, weil sie hat den Tag ohne Strom so nett verbracht, war gar nicht schlimm.
In ihrer Wohnung angekommen, dreht sie die Kaffeemaschine auf und freut sich auf eine Tasse guten Kaffee.
Und das Stück Apfelstrudel, das sie sich einpacken hat lassen.

Frage des Tages -09.01.18

Ich lese derzeit relativ viel, hab ja jetzt viel mehr Zeit für meine Hobbies und Lesen gehrt definitiv dazu.

Ich weiß ja nun, dass viele meiner Leser und Leserinnen auch gerne lesen.

Und daher stelle ich heute die Fragen:


Welches Buch habt ihr zuletzt gelesen ?
Welches Buch war das „Buch des Jahres“ für euch ?
Welches Buch habt ihr weg gelegt, weil es euch gar nicht gefallen hat.

Plauderei im Cafe- Second Hand

Zeichnung: Dominik Voss

Auch im kleinen Cafe vom Jo ist der Alltag eingezogen.
Die Weihnachtsdekoration ist weg geräumt und hat frischen Blumen auf den Tischen Platz gemacht.
Jo hat neue Bezüge für die Polster besorgt und das gibt dem Lokal einen frischen Eindruck.
Die Stammgäste freuen sich über diese angenehme Atmosphäre, nur die Frau Winter hat gemeckert, aber das ist ja nichts Neues, die meckert ja immer.
Seit sie im Lotto gewonnen hat, trinkt sie jeden Tag ihren Kaffee beim Jo, manchmal sogar mit einem Kipferl dazu.
Heute ist nicht viel los im Cafe, aber es ist auch noch früher Vormittag und da treffen sich meist einige Hausfrauen auf einen Kaffee zum Tratschen, zwei Gruppen bevölkern die bequemen Sitze des Lokals.
Einmal eine Runde älterer Damen, die auch ihr Handarbeitszeug mit dabei haben und strickend und häkelnd Erfahrungen austauschen, so unter dem Motto, früher war alles besser.
Und die zweite Runde bestand aus vier Frauen um die 30, die vor der Kaffeklatschrunde ihre Kinder zur Schule gebracht haben. Sie haben ihre Einkaufstaschen mit und wollen anschließend zum Markt um Obst und Gemüse zu holen.
Eine der Damen fragt, relativ laut, wo man denn jetzt nach Weihnachten einen Übergangsmantel her bekommen würde.
„Bitte, was ist denn ein Übergangsmantel?“ fragen die drei Anderen wie aus einem Munde.
Die Fragerin zuckt die Schultern und versucht zu erklären, dass sie einen leichten Mantel sucht, den sie in der Übergangszeit von Winter auf Sommer tragen könnte.
„Also einen Frühjahrsmantel ? Aber wer braucht denn sowas ? Es gibt doch keinen Übergang mehr, genauso wie es keinen Frühling mehr gibt“
Nun das ist wohl eine gewagte Aussage, aber im Grunde meinte die junge Frau wohl, dass es sich gar nicht auszahlt, sich so ein Kleidungsstück zuzulegen.
„Du könntest in ein Second Hand Geschäft gehen, vielleicht haben die in der Vintageabteilung so einen Mantel.“
Die Sprecherin wollte irgendwie witzig erscheinen, aber die die gefragt hat, war gleich Feuer und Flamme.
„Großartige Idee, weißt du wo hier in der Stadt so ein Laden ist ?“
„Keine Ahnung“, keine der anwesenden Freundinnen hatte eine Idee.
Die Frau Hilde, die frisch gebackene Kuchen brachte, hat einen Teil des Gesprächs mitgehört und mischt sich leise in das Gespräch ein.
„Gleich hier um die Ecke und dann zwei Gassen weiter gibt es so ein Geschäft. Ich hab dort schon öfter von meinen Sachen etwas hin gebracht. Die Dame die den Laden führt ist sehr nett und berät sicher gerne.
Da bedankten sich alle 4 sehr für die nette Auskunft und rufen den Jo gleich zum Zahlen.
Sie haben beschlossen, alle 4, dort hin zu gehen und sich umzusehen, denn jede war überzeugt, dass es da sicher noch viele andere interessante Kleidungsstücke geben könnte.

Die Frau Winter, die bisher Zeitung gelesen hat, war ganz erstaunt, dass so junge, moderne Frauen sich für gebrauchte Kleidung interessieren.
„Die haben das doch nicht nötig, dass sie sich Lumpen kaufen müssen“
Aber die Frau Hilde hat sie schnell aufgeklärt, dass Second Hand nicht gleich Lumpen bedeutet.
Viele Leute geben ihre, mitunter sehr teure Kleidung, in solche Geschäfte zum Wiederverkauf, weil ihnen leid ist, sie weg zu werfen.
Das leuchtet sogar der Frau Winter ein und sie beschließt sich den Laden auch mal anzusehen, später, wenn die jungen Frauen weg sind, damit sie dort nicht gleich gesehen wird.