Frau Huber und der neue Pelz

Es gibt mal wieder eine neue Geschichte von unserer Frau Huber.
Leider beginnt sie ein wenig traurig, denn vor ein paar Wochen ist die Schwester der Frau Huber gestorben.
Der Kontakt war in der letzten Zeit nicht mehr so innig, trotzdem war Frau Huber traurig, sie hat sich früher, als sie noch junge Mädchen waren, sehr gut mit dieser Schwester verstanden.
Die lange Krankheit der Poldi hat es dann mit sich gebracht, dass die beiden nicht mehr so viel Zeit füreinander gehabt haben.
Das Begräbnis war an einem dieser herrlich schönen Herbsttage und hat so gar nicht zur traurigen Stimmung gepasst.
Die Poldi hat zwei Kinder und die sind nun dabei das letzte Hab und Gut ihrer Mutter zu verteilen oder zu entsorgen.
Der Neffe Christian von Frau Huber hat angerufen und seinen Besuch bei der Tante Lintschi angesagt.
Die Frau Huber hat einen Apfelkuchen gebacken und Kaffee vorbereitet, mit Schlagobers, denn sie wusste, dass der junge Mann, der gar nicht mehr so jung ist, ein Schleckermaul ist.
Der kam am vergangenen Mittwoch, mitsamt seiner neuen Frau, die die Frau Huber noch gar nicht kennen gelernt hatte und einem großen Karton.
Die Frau Huber hat am Fenster auf den Neffen gewartet und als er aus dem Auto die große Schachtel gehoben hat, war sie sehr erschrocken, weil sie dachte, er würde da den ganzen alten Plunder ihrer Schwester bei ihr abladen wollen.
Seufend hat sie sich vorgenommen, gute Mine zu diesem Spiel zu machen und halt so zu tun, als ob sie sich freuen würde, wenn er die Schachtel auspacken würde.
Aber erst mal hat er seine Frau vorgestellt, die unglaublich sympathisch rüber kam und die die Frau Huber gleich in ihr großes Herz geschlossen hat.
Dann kam der Kaffee und der Kuchen und das Schlagobers, das mancher Leser hier als Sahne kennt, auf den Tisch. Beide haben ordentlich zugelangt und Kuchen nach verlangt. Das hat Frau Huber sehr gut gefallen.
Als die Gina, also die neue Frau vom Christian, mit der Frau Huber den Tisch abgeräumt hat, hat der Neffe, einen Umschlag aus der Tasche gezogen und ihn der Frau Huber feierlich überreicht.
Der Brief war auf gelblichen Papier geschrieben und die Lintschi erkannte sofort die Handschrift ihrer Schwester Poldi.
Es war quasi ihr letzter Wille, eine Art Testament und der Abschied an ihre Schwester. Da sind der Lintschi doch sehr die Tränen gekommen und die Gina hat ihr ein Taschentuch gereicht.
Ja und dann hat der Christian den Karton geöffnet und einen herrlich kuscheligen Pelzmantel hervor gezogen.
Dazu passend ein Pelzhut,den die Lintschi mal an der Poldi so bewundert hat.
*Tante Lintschi, das ist der Mantel und der Hut von meiner Mutter. Sie hat gewollt, dass du den bekommen sollst, weil er die mal so gut gefallen hat. Aber ich sag es dir gleich, das ist kein echter Pelz, die Mama hätte nie einen Mantel von einem toten Tier getragen. Es ist ein Kunstpelz der aber recht echt ausschaut*

Der Lintschi ist ein Stein vom Herz gefallen, denn nie und nimmer wäre sie mit einem echten Pelz auf die Straße gegangen.
Aber so fing sie an sich zu freuen und hat den Mantel auch gleich anprobiert. der passt ihr wie angegossen. die Schwestern hatten auch eine sehr ähnliche Figur.
Auch den Hut hat sie gleich mal aufgesetzt und sich im Spiegel damit angesehen.
*Steht dir echt gut, Tante Lintschi. Die Mama tät sich freuen, wenn sie dich so sehen könnte.*
Andächtig hat die Frau Huber den Mantel dann wieder ausgezogen und auf einen Kleiderhaken im Vorzimmer aufgehängt. Den Hut hätte sie gern aufbehalten, wäre aber zu warm gewesen in der Wohnung.

Als die beiden, der Christian und die Gina gegangen sind und beim Abschied die Frau Huber zu sich nach Hause eingeladen haben, hat die Frau Huber den Mantel nochmal angezogen und sich vorm Spiegel gedreht und gewendet, dabei hat sie gelächelt und nachgedacht, wann sie denn so einen auffallenden Mantel anziehen wird können. Sicher  nicht, wenn sie sich mit den Freundinnen im Cafe zum Kartenspielen treffen wird.
Aber wenn sie das nächste Mal zum Friedhof gehen wird, wenn sie ihren verstorbenen Mann, den Leo besucht, da wird sie ihn anziehen, damit er sehen kann, wie elegant seine Frau jetzt ist.

Frau Huber

Wir haben lange nichts von Frau Huber gelesen.
Heute will die alte Dame auf den Markt gehen um ein wenig Obst und Gemüse einzukaufen.
Praktisch war dafür immer die Korbtasche, die aber im Moment unauffindbar ist. Frau Huber durchforstet zuerst den Schrank im Vorzimmer und dann den Abstellraum und entdeckt sie tatsächlich ganz oben auf dem Regal. Dort kommt sie leider nicht mehr hin. Da sieht sie auch, dass neben der Korbtasche ein Karton steht, in dem sie alte Familienfotos vermutet.

Meist hat der Leo der verstorbene Mann der Frau Huber, die Fotos nach dem Entwickeln in ein Album geklebt und die die er für nicht so toll gefunden hat, die kamen in diese besagte Schachtel. Aber auch die kann die Frau Huber selbst nicht vom Regal holen.
Also packt sie ihre Schlüssel und geht durchs Treppenhaus zu dem jungen Mann, für den sie manchmal kocht, und der ihr immer seine Hilfe anbietet.
Sie muss allerdings drei Mal klingeln, denn um 09.00 Uhr früh dürfte der Bursche noch in den Federn liegen.
Und tatsächlich öffnet er nur in Unterhose, unrasiert, mit verwuschelten Haaren und gähnend. Aber als er die Frau Huber sah, setze er sofort ein freundliches Lächeln auf und auf ihre Bitte hin, schlüpft er in einen Bademantel und seine Hausschuhe und trabt neben der Frau Huber in deren Wohnung.

Schnell hat er die Tasche und den Karton mit den Fotos aus dem Regal gezogen und bringt ihr die Sachen in die Küche.
Dabei fällt sein Blick auf die Kaffeemaschine, den die Frau Huber auch sogleich verstand und sie ihn auffordert, sich zu setzen.
Schnell hat sie Kaffee in der Filtermaschine aufgesetzt, zwei Tassen aus dem Küchenbuffet geholt und noch ein Stück Apfelstrudel hervor gezaubert.
Dankbar trinkt der Bursche den Kaffee und verschlingt den Apfelstrudel.

Frau Huber stöbert inzwischen in den Fotos und zieht das eine oder andere Familienbild hervor.
Nach dem Frühstück verabschiedet sich der junge Mann schnell und Frau Huber stellt den Karton zur Seite. Sie nimmt sich vor, am Nachmittag oder am Abend die Bilder genauer anzuschauen und dabei eine Reise in die Vergangenheit zu machen.

Jetzt aber ist der Marktbesuch angesagt, mit der netten Korbtasche, die sie so gerne für solche Einkäufe nimmt.

Frau Huber und der verlegte Muttertag

*Mama, wir feiern heuer den Muttertag eine Woche früher*
Die Linda, die Tochter der Frau Huber überrascht ihre Mutter damit Anfang Mai.
Wie wir alle wissen, ist Muttertag am 2. Sonntag im Mai und die Linda will diesen Tag um eine Woche vorverlegen.
Die Frau Huber war so überrascht von dieser Mitteilung, dass sie erstmal gar nichts drauf antwortet.
Die Linda ist auch schon weiter in der Planung und zählt die Lokale auf, in die sie ihre Mutter führen will.
Nachdem sich die Frau Huber erholt hat, fragt sie *Warum* ?
*Warum was ?* die Linda weiß gar nicht was die Mama jetzt mit dieser Frage meint.
*Warum willst du den Muttertag verlegen ?*
Insgeheim hat die Linda ja gehofft, dass diese Frage nicht gestellt werden würde.
Ein wenig stottert sie herum, sagt dann aber wies ist.
Das Wochenende, an dem der Muttertag ist, das ist ein langes Wochenende, weil am Donnerstag davor Christi Himmelfahrt ist und die Linda hat sich einen Urlaubstag genommen und will mit den beiden Enkelmädchen und dem neuen Freund weg fahren. Und außerdem hat der neue Freund an dem Sonntag Geburtstag.
Aha, der neue Freund ist also wichtiger als die Mutter, stellt die Frau Huber ein wenig beleidigt fest.
*Aber Mama, wir feiern doch eh Muttertag, halt nur eine Woche früher, ist doch egal, was da im Kalender steht, oder ?*
Na der Frau Huber ist das nicht egal und sie fragt dann noch, ob der Geburtstag vom neuen Freund, den sie noch nicht mal kennt, nicht auch verlegt werden könnte.
*Nein, Mama, das geht wirklich nicht, Geburtstage kann man nicht verlegen*
Na gut, die Frau Huber sagt nichts mehr dazu, gegen ihre selbstbewusste Tochter kommt sie ja doch nicht an.
Aber irgendwie war ihr die Lust am Muttertag vergangen und sie sagt ihrer Tochter dann, dass sie heuer den Muttertag halt ausfallen lassen.
*Geh, Mama, jetzt sei doch nicht so beleidigt, denk dir einfach im Kalender steht am 6. Mai – MUTTERTAG*
Ja und dann war es tatsächlich so, dass am Sonntag vorm Muttertag, Tochter und Enkelmädchen mit der Frau Huber zum Hauswirt gefahren sind. Der neue Freund war wieder nicht dabei und die Linda meinte, dass das kein guter Zeitpunkt gewesen wäre um ihn vorzustellen.
Die beiden Enkelmädchen haben der Oma ein kleines Blumensträußchen geschenkt und die Linda ihrer Mutter ein selbst gehäkeltes Tuch.
Alles wirklich schön, das Essen war super, die Geschenke haben der Frau Huber sehr gut gefallen, ein toller Tag, aber es war halt nicht Muttertag.

Könnt ihr die Frau Huber verstehen ?

Frau Huber sucht….

*Guten Morgen* – Frau Huber begrüßt, wie jeden Morgen ihr Spiegelbild und wäscht sich anschließend den Schlaf aus dem Gesicht.
In diesem Moment klingelt es, nein, nicht an der Tür, es ist ihr Mobiltelefon.
Nur, wo ist es ? Das Klingeln geht weiter und Frau Huber trocknet ihr Gesicht und die Hände ab und blickt sich suchend um.
Da wars auch schon wieder vorbei, das Klingeln hat aufgehört.
Frau Huber sucht trotzdem weiter, denn es ärgert sich innerlich, dass sie das Handy gestern offenbar irgendwo liegen gelassen hat und nicht mehr weiß wo.
Da klingelt es wieder. Jetzt wird Frau Huber nervös, denn sie denkt, dass es vielleicht wichtig wäre, was ihr da jemand am Telefon sagen möchte. Aber so sehr sie versucht dem Klingeln nachzugehen, sie kann das kleine rote Ding nirgendwo entdecken.
Erleichtert bemerkt sie, dass das Klingeln wieder aufgehört hat.
Trotzdem geht die Suche weiter.
Aber in dem Moment klingelt es an der Tür.
Die hat die Frau Huber am Abend versperrt und nun merkt sie mit Schrecken, dass der Schlüssel nicht im Türschloss steckt und auch nicht am Schlüsselbrett hängt.
“Das darf doch nicht wahr sein, jetzt muss ich den Schlüssel auch noch suchen” – da klingelt es schon wieder und diesmal mit Nachdruck.
“Ich komm gleich” ruft sie durch die geschlossene Tür, damit derjenige der davor steht, aufhört auf den Klingelknopf zu drücken.
Dafür wird an die Tür geklopft.
Und das Handy klingelt auch wieder…..
Hypernervös läuft Frau Huber hin und her, aber weder Schlüssel, noch Handy ist zu finden.
Da läutet plötzlich, das Festnetztelefon. Erleichtert stellt Frau Huber fest, dass das an dem Platz steht wo es hin gehört und hebt den Hörer ab.
Dran ist die Nachbarin, die sorgenvoll fragt, ob eh alles in Ordnung ist.
Frau Huber setzt sich erschöpft auf den Sessel neben dem Telefon und erklärt der Nachbarin atemlos, dass sie weder ihr Handy noch ihren Schlüsselbund finden kann.
Das beruhigt die Nachbarin etwas, denn die dachte schon, dass Frau Huber etwas zugestoßen sein könnte.
Sie versucht Frau Huber per Telefon beim Suchen zu helfen.
In dem Moment hebt Frau Huber die Zeitung von gestern, die ihr der nette Nachbar gebracht hat und die sie noch gar nicht gelesen hat, hoch und siehe da, da liegt das kleine rote Handy ja.
Da fällt der Frau Huber auch sogleich ein, dass sie den hellen Mantel anhatte, als sie heim gekommen ist und greift in die Tasche – voila da ist er, der Schlüsselbund, den muss sie nachdem sie die Tür hinter sich zugesperrt hat, gedankenlos eingesteckt haben.
Sehr erleichtert, sperrt Frau Huber ihre Eingangstür auf, auf der Türmatte liegt die neue Zeitung, die der junge Mann von nebenan ihr mitgebracht hat.
Und die Frau Weber, die Nachbarin, die angerufen hat, steht jetzt vor der Tür und fragt, ob die Frau Huber zum Markt mitfahren will.
Ja würde sie ja gerne, aber erst braucht sie einen Kaffee und ein Butterbrot.
Und wenns nicht erst am frühen Morgen wäre, auch einen Schnaps, auf den Schrecken.

Geht es euch auch manchmal so ?

Frau Huber – Saftfleisch kochen

Seit der nette neue Nachbar, der Klaus, der Frau Huber geholfen hat, ihre Kochsendung anzusehen, grüßen sie sich immer sehr nett. Der Klaus bringt der Lintsschi Huber jetzt einmal die Woche ein paar Flaschen Mineralwasser, weil ihr die zu schwer sind und den Mistsack nimmt er auch jedes Mal mit, wenn er ihn vor der Tür stehen sieht.
Dafür hat ihn die Frau Huber schon mit so manch köstlichen Mahlzeiten verwöhnt.
Meist kocht sie ohnehin zu viel und jetzt hat sie einen dankbaren Abnehmer.
Einmal gabs Kaiserschmarren und Apfelkompott und dann wieder Gefüllte Paprika.
Heute hat die Frau Huber vor ein Saftfleisch zu kochen und fragt den netten Klaus ob er zu Hause sein wird, am Abend, damit sie ihm einen Teller voll rüber bringen kann.
Er erkundigt sich auch sogleich was es denn geben würde.
Saftfleisch und Hörnchen Nudeln.
Etwas zögerlich, weil er möchte die Frau Huber ja nicht verärgern bittet er, ihm nur Saft und Nudeln zu bringen.
Die Frau Huber ist sehr erstaunt, ja warum denn das ?
Er liebt zwar den Saft und die Beilagen, egal ob nun Nudeln oder gar Knödeln, da leuchten seine Augen ganz besonders, aber er mag das Fleisch darin nicht.
Nein, nein er ist kein Vegetarier, aber Rindfleisch mag er gar nicht, das ist immer so hart und fasrig.
Die Frau Huber fragt ihn wo er das denn bisher so bekommen hätte. Na, zu Hause bei der Mutter, die konnte aber nicht besonders gut kochen, räumt er gleich auch ein.
Na gut, dann gibt es eben Saftfleisch ohne Fleisch für den Klaus.
Die Frau Huber kocht ihr Saftfleisch wie immer und macht diesmal eben ein wenig mehr Saft, schüttelt aber während dem Kochen immer wieder den Kopf – Saftfleisch ohne Fleisch, bitte das geht doch nicht.
Als sie dann die Portion für den Klaus anrichtet, sie hat diesmal Semmelknödel dazu gemacht, weil sie sehr wohl bemerkt hat, dass der Klaus die sicher lieber haben würd wollen, als die Hörnchen, gibt sie doch 3 Würfel Fleisch auf den Teller, einfach zum Kosten.
Der Klaus freut sich echt, als sie ihm den Teller rüber bringt, nur als er das Fleisch sieht runzelt er ein wenig die Stirn.
“Kosten sies, wenns nicht schmeckt, geben sie es halt weg”, mit diesen Worten verschwindet die Frau Huber wieder in ihrer Wohnung und setzt sich an ihren Küchentisch.
Ihr mundet ihr Saftfleisch sehr und die Knödel passen eigentlich auch recht gut dazu.
Grad wie sie den letzten Bissen aufgegessen hat, läutet es an ihrer Tür und der Klaus steht mit dem leeren Teller vor der Tür.
Verlegen fragt er: “Hätten sie noch einen kleinen Nachschlag für mich und bitte mit Fleisch”?
Na also – geht doch !!

Frau Huber – frisch gekocht

Der Tag ist grau und trüb, wie so viele in den vergangenen Wochen.
Und heute regnet es noch dazu. Frau Huber schaut seufzend aus dem Fenster und beobachtet die Regentropfen die an die Fensterscheiben klopfen.
Es ist erst 16.00 Uhr und wird schon dunkel. Frau Huber dreht das Licht der Stehlampe auf und nimmt die Zeitung zur Hand.
Mal sehen was es heute im TV gibt.
Enttäuscht legt sie das Blatt zur Seite, wieder keine Sendung dabei, die sie interessiert.
Aber dann fällt ihr ein, dass sie ja jetzt ein modernes Gerät hat und sie sich auch Sendungen ansehen kann, die  schon gesendet worden sind.
Diese lustige Kochsendung, die würde sie interessieren, also versucht sie sich mit der Fernbedienung durch die Mediathek, wie dieses Programm heißt, zu orientieren.
Und tatsächlich, sie findet die Kochsendung, die sie sehen wollte und auf die sie dann vergessen hat.
Aber was ist das ? Das Bild ist nur klitzeklein in der oberen linken Ecke zu sehen. Wie um alles in der Welt bekommt man dieses Bild auf den ganzen Bildschirm ?
Nun sie klickt ein wenig an den bunten Knöpfen der Fernbedienung herum und schwupps war sie wieder draußen, nicht nur das kleine Bild, nein das ganze Programm hat sich geschlossen.
Sehr ärgerlich.
Also nochmal von vorne, aber wieder kommt nur das kleine Bild, links oben am Fernseher. Da läuft zwar die Sendung sie sie sehen möchte, aber sehen kann man da nicht wirklich viel. Das ist nicht gut, für ihre alten Augen.
Was tun ?
Da fällt ihr der nette neue Nachbar ein, der hat ihr erst vor ein paar Tagen den Müll mit genommen, den sie vor die Tür gestellt hat. Sie wollte den Sack mitnehmen, wenn sie zum Einkaufen geht, aber der neue Nachbar war schneller und hat ihn einfach mitgenommen, so im Vorbeigehen.
Also packt die Frau Huber ihre Schlüssel und läutet beim Nachbarn an.
Der telefoniert grad am Handy, winkt ihr aber lachend zu und deutet ihr, dass sie in die Wohnung kommen soll.
Soweit wollte es Frau Huber eigentlich nicht kommen lassen, aber der Nachbar, der übrigens Klaus Schubert heißt, zumindest steht das so an seinem Türschild, wollte sein Gespräch nicht unterbrechen.
Als er aufhört zu telefonieren, hört er sich geduldig das Problem der Frau Huber an und grinst dann.
“Na das haben wir doch gleich” – jetzt schnappt der Herr Schubert seinen Schlüsselbund und folgt der Frau Huber in ihre Wohnung. Im Vorzimmer zieht er seine Schuhe aus.
Frau Huber sieht das wohlwollend, kommt heute nicht mehr so oft vor, dass junge Männer noch Manieren haben.
Mit zwei Klicks auf die richtigen Tasten hat er das kleine Bildchen zum Vollbild werden lassen.
“Was so einfach geht das ?” fast geniert sich die Frau Huber jetzt, dass sie nicht von selbst drauf gekommen ist.
In kleinen Schritten erklärt der Herr Schubert nun, wie die Frau Huber zu dem Vollbild kommt.
Und dann wünscht er der Frau Huber noch einen schönen Abend und bittet sie ihn doch Klaus zu ihm zu sagen.
Das macht die Frau Huber gerne und freut sich , dass sie nun wieder einen neuen Nachbarn hat.

Nun steht ihrem Fernsehvergnügen mit “Frisch gekocht” nichts mehr im Wege.
Und was wird da gekocht ? – ein Schweinsbraten mit Knödel – ja da könnte der junge Koch von der Frau Huber noch was lernen.

Frau Huber – Ein Tag ohne…..

Guten Morgen !!
Frau Huber begrüßt sich jeden Morgen selbst beim ersten Blick in den Spiegel.
Ohne hinzusehen greift sie zur elektrischen Zahnbürste um sich die Zähne zu putzen.
Danach Hände und Gesicht gewaschen und dann raus aus dem Nachthemd.
Einige Minuten später, der Griff zur Kaffeemaschine um sie einzuschalten…..
Aber was war das ? Da tat sich nichts.
Die Maschine wird doch nicht den Geist aufgegeben haben ?
Macht nichts, sie kann ja Filterkaffee mit der Hand machen.
Also Wasser in den Wasserkessel füllen und ……wieder nichts…….
Erst jetzt kommt der Frau Huber die Idee, dass es daran liegen könnte, dass sie keinen Strom hat in ihrer Wohnung.
Also versucht sie das Licht aufzudrehen, das war bisher nicht nötig, denn die Sonne schien in ihre Küche.
Und die Zahnbürste hat ja schließlich auch funktioniert.
Aber es war es sinnlos den Schalter zu betätigen.
Die ganze Wohnung war stromlos.
Na da kam Freude auf,
Schnell zieht die Frau Huber eine Weste über, nimmt den Schlüsselbund und eilt zu den Nachbarn um zu fragen ob die auch ohne Strom wären.
Die Familie bestätigt, auch sie hätten keinen Strom und sie haben schon versucht in der Hausverwaltung anzurufen, aber da meldet sich niemand.
“Vielleicht habens auch keinen Strom” murmelt die Frau Huber grantig und geht zurück in ihre Wohnung.
“Machens um Himmels Willen die Tür vom Tiefkühlschrank nicht auf, sonst taut ihnen der Inhalt noch auf” ruft die Nachbarin noch ganz schlau hinterher, aber da hört die Frau Huber schon gar nicht mehr hin.
“Was mach ich denn nun, kein Kaffee das geht gar nicht.”
Aber sogleich hat sie eine rettende Idee. Sie stapft in ihr Vorzimmer, zieht sich Schuhe, Mantel und Hut an und schließt die Wohnung ab.
“Dann geh ich halt ins Kaffeehaus und frühstücke dort.” murmelt sie zu sich selbst. Gleich kommt sie allerdings drauf, dass auch der Lift nicht geht, wenn es im Haus keinen Strom gibt.
“Bewegung ist gesund, geh ich halt über die Treppe” – so viel wie heute hat die Frau Huber schon lange nicht mehr mit sich selbst geredet. Sie verzieht noch das Gesicht, weil ihr sogleich einfällt, dass sie die Treppe ja auch wieder hinauf gehen wird müssen, wenn sie  heim kommt.
Im Kaffeehaus wird sie ganz erstaunt beäugt, denn niemand kann sich erinnern, dass die Frau Huber mal am frühen Vormittag ins Lokal gekommen wäre. Meist war sie ja zum Mittagessen oder zum Kaffeekränzchen mit den anderen Pensionisten da.
Sie bestellt sich erst einen Kaffee und dann eine Buttersemmel und eine Portion Honig.
Zufrieden wischt sie sich den Honig von den Lippen und nimmt den letzten Schluck Kaffee.
Am Eingang liegen immer die neuen Tageszeitungen, von denen holt sie sich eine und vertieft sich darin.
Irgendwann nach einigen Minuten steht plötzlich die Liesel, ihre Freundin vor ihr und staunt auch dass die Lintschi da sitzt und Zeitung liest, bis sie von der mieslichen Lage im Huber-Haus erfährt.
Die beiden Damen plaudern und lachen und Frau Huber ist jetzt gar nicht mehr grantig und findet es toll, dass sie zum Frühstücken außer Haus gegangen ist.
Das könnte sie eigentlich öfters machen.
Liesel fragt nach einer Weile ob die Frau Huber mit ihr mitkommen mag, zum Einkaufen.
Da es wahrscheinlich immer noch keinen Strom geben wird, lässt sich Frau Huber nicht zweimal bitten und die beiden Damen zahlen und ziehen los zum Supermarkt.
Der Einkauf zieht sich ein wenig in die Länge und schon ist es Mittag.
Frau Huber überlegt, was sie zu Mittag essen könnte, etwas wofür man keinen Strom braucht.
Sie könnte nun wieder zurück ins Kaffeehaus gehen und schauen was es da als Mittagsmenü gäbe.
Die Liesel fand die Idee ganz Klasse und wiederum staunt die Belegschaft des Lokals, dass die beiden Damen schon wieder da sind.
Beide bestellen sich das Menü und die Frau Huber lässt sich die Nachspeise, ein großes Stück Apfelstrudel einpacken, fürs Abendessen. Sie hat noch eine Flasche Mineralwasser in der Küche stehen, weil Tee wird sie sich nicht machen können, aber das war ihr inzwischen auch egal.
In ihrem Haus angekommen stapft sie schwungvoll die Stiegen zu ihrer Wohnung hinauf, sie lächelt in sich hinein und denkt, dass sie die Kalorien vom Mittagessen somit wieder abgebaut hat.
Als sie oben ankommt, steht die Nachbarin vor ihrer Tür und grüßt sie freundlich.
“Warum gehens denn über die Stiegen, Frau Huber ?”
“Der Lift fährt doch wieder und wir haben auch wieder Strom seit einer Stunde”
Frau Huber seufz, das hat sie gar nicht bemerkt, lacht aber in sich hinein, weil sie hat den Tag ohne Strom so nett verbracht, war gar nicht schlimm.
In ihrer Wohnung angekommen, dreht sie die Kaffeemaschine auf und freut sich auf eine Tasse guten Kaffee.
Und das Stück Apfelstrudel, das sie sich einpacken hat lassen.

Frau Huber und der unruhige Morgen

Lange haben wir von Frau Huber nichts gehört, heute gibt es wieder mal eine neue Geschichte aus dem Leben der Frau Huber.

Der Morgen hat nicht so gut begonnen, Frau Huber hat schlecht geschlafen und war dementsprechend nicht gut drauf.
Wahrscheinlich war der Krimi gestern Abend im Fernsehen doch zu spannend.
Mehrmals hat die Lintschi geträumt, dass es an ihrer Wohnungstür geläutet hat. Das hat ihr nach Mitternacht doch etwas Angst gemacht und daher der unruhige Schlaf.
Am Morgen fiel ihr beim Blick in den Küchenschrank siedendheiß ein, dass sie vergessen hatte Kaffee zu kaufen.
Also gab es Tee zum Frühstück.
Grad als sie die Tasse zum ersten Schluck ansetzen will, läutet es an ihrer Tür.

Erschrocken setzt sie die Teetasse ab und geht leise zur Tür um durch den Spion zu schauen.
Sie kann niemand sehen und bekommt noch mehr Herzklopfen.
So eine Situation war gestern auch in dem Krimi und die alte Frau hat trotzdem die Tür geöffnet und der Mörder sprang aus der Dunkelheit hervor.
Zwar war es nicht dunkel, aber Frau Huber öffnete trotzdem nicht.
Zurück an den Küchentisch trank sie ihren Tee und machte sich ein Butterbrot.
Sie überlegte hin und her, wer denn bei ihr zu morgendlicher Stunde läuten könnte. Es fiel ihr niemand ein.

Nach dem Frühstück war Morgentoilette angesagt und dann Schuhe putzen, ehe sie sich ausgehbereit machte.
Vorsichtig öffnete sie die Tür, sah links und rechts, da sie niemanden sehen konnte, wollte sie raus  aus der Wohnung, da sah sie am Boden einen Korb voll mit wunderbar roten Kirschen stehen.
Entzückt hob sie das Körbchen auf, sah nochmal links und rechts und und trug es dann in die Küche.
Leider wusste sie absolut nicht wer der edle Spender sein könnte, aber sie freute sich richtig über das Geschenk, denn Kirschen sind derzeit so teuer, die konnte und wollte sie sich nicht leisten.
In Hut und Mantel setzte sich Frau Huber auf den Küchenstuhl und überlegte, was sie mit der roten Pracht anstellen wolle.
Auf jeden Fall einen saftigen Kuchen backen, ein wenig Kompott für den Kaiserschmarren, den sie heute Mittag machen würde und den Rest würde sie einfach so vernaschen.
Nun musste sie aber weg zum Einkaufen, die geputzten Schuhe hatte sie ja noch an.
Vor allem braucht sie frische Eier, sowohl für den Kuchen wie auch für den Kaiserschmarren.
Und Kaffee, den durfte sie auch nicht vergessen.
Grad als sie an der Wohnungstür war, läutete ihr Telefon.
Also zurück ins Wohnzimmer, ausnahmsweise wieder mit Schuhen, und den Hörer abgehoben.
Da war der Herr Emanuel Haller dran, der alte Uhrmacher.
Sie war sehr erfreut, wieder mal von ihm zu hören, denn seit er in diese Pensionistenresidenz gezogen ist, haben sie sich nicht mehr so oft gesehen und so lud sie ihn einfach für heute zum Essen ein.
Als der Herr Haller hörte, dass es Kaiserschmarren mit Kirschenkompott gäbe, sagte er auch sofort zu.
In der Pensionisteneinrichtung in der er jetzt lebt, war das Essen zwar sehr gut, aber gegen einen huberischen Kaiserschmarren kam es natürlich nicht an.

Aber jetzt…..
Jetzt musste sie schnell weg, ehe sie noch irgendwas vom Einkauf abhalten würde.
Im Lift überlegte die Frau Huber wer ihr wohl die Kirschen gespendet haben könnte…..
Aber es kam ihr niemand in denn Sinn.

So war der Morgen der Frau Huber, auch ohne Kaffee, doch noch ein sehr netter.
Und sie freute sich auf den Tag, der ihr bestimmt noch Einiges wird bringen.

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