Frau Hubers Gedanken an der Supermarktkasse

frauhuber1Frau Huber gehört ja zu den geduldigen Menschen unter uns.
Wenn sie einkaufen geht, dann hat sie eher kein Problem damit, wenn sie an der Kasse warten muss.
Mir geht das ja völlig auf die Nerven, wenn da eine lange Schlange steht und keine zweite Kasse aufmacht.
Auch hab ich oft das Glück, dass es meist ein Problem an genau der Kasse gibt, an der ich mich angestellt habe.
Frau Huber ist da ganz anders.
Sie  schaut dann in den Einkaufswägen der vor ihr wartenden Personen um und überlegt, was die wohl aus den Dingen kochen werden, die sie eingekauft haben.
Unfassbar ist für sie, dass so viele junge Frauen (und auch Männer)  nahezu nur noch Fertigprodukte kaufen.
Da fragt sie sich tatsächlich ob die denn nicht auch ein wenig an ihre Gesundheit denken.
Schon klar, dass man wenig Zeit hat, wenn man Vollzeit arbeiten gehen muss.
Aber ihrer Meinung nach kann man auch aus frischen Zutaten in kurzer Zeit eine schmackhafte Mahlzeit zaubern,
Frau Huber kocht ja nur für sich allein und das ist oft gar nicht so einfach. Manche Gerichte schmecken halt nur wenn sie in einer entsprechend großen menge gekocht worden sind.
Da behilft sich Frau Huber schon auch mit ihrem Tiefkühlschrank. Darin finden sich fein säuberlich gestapelt kleine Dosen mit diversen Speisen, alles selbst gekocht. Alle Dosen werden akribisch genau beschriftet und mit Datum versehen.
Und diese Speisen werden dann an Tagen gegessen, wenn Frau Huber nicht kocht.
Manchmal kocht sie auch die Lieblingsspeisen ihrer Enkelmädchen und friert die ein und bringt sie dann in die Wohnung von Linda, ihrer Tochter.
Die freut sich immer, wenn sie damit wieder ihren Gefrierschrank auffüllen kann.
Aber zurück an die Supermarktkasse.
Erst vor ein paar Tagen sah Frau Huber, dass eine Mutter von einem Kleinkind unzählige Packungen Kartoffelpüree und Kartoffelteig im Einkaufswagen hat.
Die Frau sah wohl ihren erstaunten Blick und meinte sich rechtfertigen zu müssen, indem sie der Frau Huber erklärte, dass ihr kleines Mädchen so gern, Kartoffelgerichte isst und sie deswegen so viele Packungen kauft, außerdem waren die an dem Tag im Sonderangebot.
Nachdem Frau Huber bezahlt hatte, sprach sie die junge Frau, die gerade die Kartoffelpackungen in ihrer Tasche verstaute an und meinte, dass es doch ganz einfach wäre, Püree selbst herzu stellen.
Die Jungmama schaute sie verdutzt an und gestand stammelnd, dass sie das nicht könne. Sie habe noch nie selbst Kartoffeln gekocht und sie zu Brei verarbeitet.
Da war es an Frau Huber zu staunen.
Sie fragte die Frau ob sie es ihr erklären dürfe, Sie wollte die Mama nicht noch mehr in Verlegenheit bringen.
Die aber war echt dankbar für den kleinen Kochkurs im Supermarkt.
Es war ein guter Ratschlag, den die Frau Huber da einer jungen Mutter gegeben hat.
Die ist nämlich sofort in das Geschäft zurück gelaufen und hat mehlige Kartoffeln geholt und eine Packung Milch und die beiden haben sich dann fröhlich winkend getrennt.
Das kleine Mädchen wird sich zu Mittag gefreut haben, das erste mal frischen Kartoffelbrei zu bekommen und die junge Mama wird stolz gewesen sein, selbst gekocht zu haben.

Verwendet ihr Kartoffel-Fertigprodukte ?
Oder kocht ihr Kartoffelpüree und Kartoffelknödel selbst ?

 

Frau Huber holt ihre goldene Uhr

frauhuber1Ja eigentlich ist es ja nicht ihre goldene Uhr, sondern die von ihrem verstorbenen Mann Leo.
Aber sie hat die Uhr geerbt und nun ist es doch irgendwie ihre.
Da diese goldene Taschenuhr stehen geblieben ist und sie die Uhr nicht mehr aufziehen hat können, hat sie sie zu einem alten Uhrmacher gebracht, der sie hoffentlich wieder zu Laufen bringt.
Er hat sich eine Woche Zeit erbeten und nun war die Frau Huber auf dem Weg in den kleinen, fast unscheinbar wirkenden Laden und dem alten Herrn, der die Lupe sicher wieder im Auge haben wird.
Es hatte geschneit und der Gehsteig war etwas rutschig und die Frau Huber hat schon zu Hause überlegt ob es wirklich sein muss, dass sie heute dahin geht.
Aber die Neugierde hat überwogen, sie wollte unbedingt wissen ob die Uhr nun gerichtet ist.
Der alte Uhrmacher hatte seinen Laden schon abgesperrt, weil an dem Tag keine Kundschaft vorbei gekommen ist, aber er war im Geschäft und hatte auch das Licht aufgedreht.
Die Frau Huber wollte die Tür öffnen, aber das ging nicht, also klopfte sie an die Scheibe und der Uhrmacher erhob sich etwas schwerfällig aus seinem großen Sessel und kam an die Tür.
Als er die Frau Huber erkannte, ging ein breites Lächeln über sein Gesicht. Er drehte aber nochmal um, um den Schlüsselbund zum Öffnen zu holen und bat dann die Frau Huber schnell herein, damit sie sich aufwärmen konnte.
Es schneite noch immer und es war wirklich sehr kalt.
Er hatte sich einen Pfefferminztee gemacht und bot der Frau Huber auch eine Tasse an, die sie nur zu gern annahm.
Dazu durfte sie sich an seinen Arbeitstisch setzen und der Mann holte aus der Lade die goldene Uhr vom Leo heraus.
Stolz zeigt er, dass der Sekundenzeiger sich nun wieder bewegt und die sichtbaren Rädchen der Uhr sich wieder drehen. Er hat offenbar gute Arbeit geleistet.
Jetzt war es an der Frau Huber zu strahlen. Die Uhr vom Leo funktioniert wieder.
Der Uhrmacher hat das gute Stück in eine neue kleine Holzschachtel gepackt, die er der Frau Huber nun in die Hand drückt und sie dabei mehr als freundlich anlächelt.
“Was bin ich denn schuldig, für die gute Arbeit” fragt die Frau Huber.
Fast war es dem Uhrmacher peinlich, er wehrt ab, “Ach wissen sie das war ja nur eine Kleinigkeit, ich weiß gar nicht, was ich da nehmen soll”  – “Na das geht aber gar nicht, gute Arbeit muss auch belohnt werden” da ist die Frau Huber ganz streng.
“Gut, dann gebens mir was sie meinen” – jetzt war der Ball bei der Frau Huber, die keine Ahnung hatte, was Uhrmacherarbeit wert sein könnte.
Sie zückt aber schnell ihre Geldbörse und nimmt einen 50 Euro Schein heraus.
Der alte Uhrmacher bekommt einen roten Kopf und wehrt bescheiden ab – “Das ist viel zu viel”.
“Na nun nehmen sies schon, mir ist es das wert. Ich bin so froh und glücklich, dass die Uhr wieder funktioniert.”
“Aber dann müssen sie ab und zu auf einen Tee zu mir kommen” freut sich der Uhrmacher.
Ja, so eine Einladung nimmt die Frau Huber wirklich von Herzen gerne an.
Ein wenig plaudern die Beiden noch über dies und das.
Aber jetzt muss die Lintschi leider gehen. Mit einem festen Händedruck verabschiedet sie sich, steckt die Taschenuhr vom Leo mitsamt der neuen Schachtel in ihre Handtasche und macht sich auf den Weg nach Hause.
Vor dem Laden fällt ihr ein, dass sie nicht mal weiß wie der Uhrmacher eigentlich heißt.
Sie schaut sich um und findet über der Eingangstür ein verwittertes Schild:
Uhrmacher Friedrich Haller & Sohn….
Ihre Gedanken schweifen während dem Heimweg zu dem Herrn Haller und sie überlegt, warum der alte Herr da so allein in seinem Geschäft sitzt, wenn es doch Haller & Sohn heißt.

Mal sehen, ob sie das beim nächsten Tässchen Tee heraus finden wird.

 

Urheberrechte/© Andrea Voss

Frau Huber und die Verteidigung

frauhuber1Gestern Abend, es war schon reichlich spät, also zumindest für die Frau Huber, läutet es ihrer Tür.
Erst wollte sie gar nicht aufmachen, weil doch gleich der Krimi im Fernsehen anfängt.
Draußen steht die neue Nachbarin, die Frau Grete Weber und hält der Frau Huber eine kleine Sprayflasche unter die Nase.
Die Frau Huber schaut ganz konsterniert und fragt, was denn das sei.
“Pfefferspray” kam es wie aus der Pistole geschossen.
“Den stecken sie sich in die Manteltasche und wenn sie überfallen werden dann zücken sie den Spray und sprühen dem Bösewicht damit ins Gesicht” die Frau Weber ist voll aufgeregt und verhaspelt sich gleich mehrmals beim Reden.
Die Frau Huber wiederum kapiert gar nichts, “Gute Frau Weber, warum bitte sollte mich wer überfallen ? Ich bin doch eine alte Frau. Und reich bin ich auch nicht.
Nehmens den Spray wieder mit, den brauch ich nicht ”
Schon will sie die Tür wieder zu machen, schließlich hat grad der Krimi im Fernsehen angefangen, man hört schon die Kennmelodie und wenn sie jetzt da lange tratscht, dann kennt sie sich wieder nicht aus, beim Krimi.
“Nein, nein das kommt gar nicht in Frage. Der Karli, (das ist der Herr Weber) hat gesagt, dass ist ein Muss jetzt, für jede Frau und er hat gleich mehrere Spray gekauft, weil die sind bestimmt bald alle ausverkauft.
Nehmens das Flascherl und stecken’s es ein, sagt die Frau Weber jetzt in einem Tonfall, der keinen Widerspruch mehr duldet.
Na gut, denkt sich die Frau Huber, wenn sie den Spray jetzt nicht nimmt, dann steht die Frau Weber noch länger da vor ihrer Tür und sie versäumt wirklich den Anfang von ihrem Krimi.
Sie bedankt sich artig bei der Frau Weber und macht ihre Eingangstür wieder zu.
Jetzt hat sie doch glatt vergessen die Frau Weber zu fragen, was sie ihr schuldig ist, für den Pfefferspray.
Sie stellt das Sprayflascherl auf die Kommode im Vorzimmer und geht zurück auf ihr Sofa und schaltet den Fernseher lauter.
Nützt nur nichts, man hat bereits gesehen wie es zum Leichenfund gekommen ist und das hat die Frau Huber versäumt.
Sie ärgert sich etwas über die neue Nachbarin, aber der Spray geht ihr nicht aus dem Kopf und als dann, in dem Krimi, eine ältere Dame überfallen und ermordet wird, da wird ihr irgendwie bang.
Sie steht auf und geht ganz leise, als ob die Nachbarin das sehen könnte, ins Vorzimmer und steckt den Spray in ihre Handtasche.
Wird nicht viel bringen, weil bis sie die Handtasche aufgemacht hat, ist der böse Bube wahrscheinlich damit schon über alle Berge.
Also nimmt sie den Pfefferspray wieder raus und gibt ihn, wie die Frau Weber gesagt hat, in die Manteltasche.
Im Bett überlegt sie sich dann, dass es wohl schon vorkommt, dass auch alte Frauen, wie sie, überfallen und bestohlen werden und dass ihr erster Gedanke, dass ihr sowas ohnehin nie passieren würde, eigentlich ein wenig naiv war.
Heimlich bedankt sie sich jetzt bei der Frau Weber, dass sie an sie gedacht hat und ihr den Pfefferspray gebracht hat.
Der Herr Hans hat sie heute morgen dann allerdings wieder verunsichert, weil er meinte, dass der Pfefferspray eigentlich eine Waffe ist und man den gar nicht zur Verteidigung verwenden darf.

Puhhh…. und was macht sie jetzt mit dem Sprayflascherl in ihrem Mantel ?

Mit einer Waffe möchte sie eigentlich nichts zu tun haben – aber wie verteidigt sich eine alte Frau (und auch eine junge) wenn sie überfallen wird ?
Ausschließen kann man das ja schließlich nicht wirklich, wie man im Krimi gesehen hat.
Habt ihr da Ideen ? Und wie würdet ihr euch verhalten, wenn Gefahr in Verzug ist ?

Frau Huber und die Webers

frauhuber1Die Wohnung neben der Frau Huber ist leer geworden.
Die Leute mit dem nervigen Sohn, der immer so laute Musik gemacht hat sind weg gezogen.
Böse war keine Partei im Haus, die Leute waren wirklich nicht sehr beliebt.

Anfang Dezember ist dann die Familie Weber eingezogen.
Ein sehr nettes Ehepaar, das sich auch freundlich bei den nächsten Nachbarn vorgestellt hat.
Die Webers, wie sie die Frau Huber nennt, sind nahe am Pensionsalter.
Die Frau Grete Weber ist 58 Jahre alt, der Herr Karl Weber 63 Jahre und beide freuen sich, dass sie in 2 Jahren pensioniert werden.
Sie haben auch 3 Kinder, die natürlich ihr eigenes Leben führen, aber die Eltern ab und zu besuchen kommen.

Zwei Töchter mit je einem Enkelkind und einen Sohn.
Die Frau Huber war fast außer sich vor Freude, dass sie nun so nette Nachbarn bekommt.
Nun hat der Lärm von nebenan ein Ende.

Die Familie Weber sind  ruhige Leute und selbst froh, wenn sie  nicht mit lautem Krach belästigt werden.
Das einzige, das Frau Huber ein klitzekleines Bisschen ärgert, ist die Neugierde der Frau Weber.
Immer wenn man sie im Stiegenhaus oder beim Lift trifft, will sie genau informiert werden, was im Haus so los gewesen ist.
Und sie interessiert sich  für alle Leute. Egal ob die über oder unter ihr wohnen.
Vielleicht gibt sich das ja wieder, wenn sie länger hier wohnt und die Leute näher kennt.
Dabei ist das heute gar nicht mehr so üblich, dass man seine Nachbarn besser kennt, man wohnt meist doch recht anonym, vor allem wenn man in einer Großstadtwohnung lebt.
Die Frau Huber will keine Tratscherei im Haus und hält sich deswegen sehr bedeckt mit ihren Informationen.
Aber manchmal rutscht ihr halt doch das eine oder andere heraus.

Zum Einzug hat die Frau Huber den neuen Nachbarn ein Körbchen mit Brot und Salz geschenkt.
Das soll Glück im neuen ZU Hause bringen.
Die Familie Weber hat das gefreut und die Lintschi auch gleich zum Kaffee eingeladen.
Also dann auf gute Nachbarschaft !

Kennt ihr eigentlich eure Nachbarn ?
Wisst ihr über deren Familiensituation Bescheid und wäre es euch recht, wenn eure Nachbarn eure Nähe suchen ?

 

Urheberrechte/© Andrea Voss

Frau Huber und die kleine Katz

frauhuber1Wie wir vor Weihnachten ja schon erfahren haben, bekommt die Frau Huber Zuwachs.
Ein kleines Kätzchen soll bei ihr einziehen.
Das hat sich dann langwieriger herausgestellt, als die Frau Huber es angenommen hat.
Die Frau die das Kätzchen hergegeben hat, ist krank geworden und hat um eine Woche Verlängerung gebeten.
War auch nicht schlimm, so konnte die Frau Huber alles in Ruhe vorbereiten.
Mit ihrer Tochter Linda ist sie einkaufen gefahren.
Katzenklo, Katzenstreu und eine Schaufel, Katzenfutter und 2 Schüsserl, ein Körbchen, eine Hängematte, die man an der Heizung anbringen kann, einen Transportkorb, einen kleinen Ball und einiges an Leckerlis.
An der Kasse hat die Frau Huber schon ein wenig schlucken müssen. Der Preis war nicht ganz ohne.
Der Herr Hans will ihr noch eine Klappe in die Klotür basteln, damit die Katze da durch auf ihr Kisterl kommt, denn das will die Frau Huber im Klo aufstellen.
In der Tierhandlung war Frau Huber völlig überrascht, was es für die Vierbeiner alles so gibt.
Da sie noch nie ein Tier bei sich hatte, kam sie sich wie im Wunderland vor.

Und dann war es so weit, der Herr Hans ist mit der Frau Huber los gefahren um das Kätzchen zu holen.
Aufgeregt waren wohl alle, die Frau Huber, der Herr Hans und auch die kleine Katz.
Sie hat furchtbar gemaunzt als sie in den Transportkorb verfrachtet worden ist.
Aber zu Hause ist sie dann gleich auf Entdeckungsreise gegangen.
Jeder hat gedacht, sie wird bestimmt total verängstigt irgendwo unterm Sofa sitzen, aber nein, der kleine Frechdachs hat sofort selbstständig die Wohnung erforscht.
Dabei hat sie auch gleich ein Lackerl im Vorzimmer gemacht.
Die Linda, die bei der Entdeckungsreise auch dabei war, hat das Malheur mit einem Taschentuch aufgenommen und ins Kisterl mit dem Katzenstreu gelegt.
Neugierig wie das Katzenkind nun mal ist, hat sie da auch gleich nachgeschaut und ist in das Kisterl gehüpft und hat im Sand geschert. Am Futter hat es allerdings nur geschnuppert. Aber das kommt schon noch.
Offenbar eine problemlose Katze die die Frau Huber da erwischt hat.

Und dann kam der spannende Augenblick, wie wird die Katze heißen.
Die Frau Huber hat ja alle möglichen Namen durchgesponnen, aber so richtig gefallen hat ihr keiner.
Aber als die kleine Katze so durch die Wohnung gestreift ist, offenbar ohne einen Funken Angst, da hat Frau Huber gerufen:
Das ist MIMI !

Und jetzt dürfen wir uns auf hoffentlich viele nette Erlebnisse der Frau Huber mit Mimi freuen.

 

Urheberrechte/© Andrea Voss

Frau Huber und die goldene Uhr

frauhuber1In einer Lade im Wohnzimmer der Frau Huber schlummert eine goldene Taschenuhr.
Die gehörte dem Leo, Frau Hubers verstorbenen Mann. Der wiederum hat sie von seinem Vater geerbt und deswegen einen Riesenstreit mit seinem Bruder Max gehabt.
Der Max war nämlich überzeugt, dass die Uhr ihm, als den Älteren gebühren würde.
Der Vater von Leo und Max hatte halt die Uhr bei einem der letzten Gespräche mit den Söhnen, dem Leo in die Hand gedrückt.
Keiner weiß warum er das so gehandhabt hat.
Als der Leo dann verstorben ist, hat die Frau Huber diese Uhr in ein Holzkästchen verstaut und in die Lade im Wohnzimmerschrank gelegt. Sie hat hin und her überlegt ob sie die Uhr, jetzt nach dem Tod vom Leo nicht doch dem Max schenken soll, aber der Max ist 3 Monate nach dem Leo gestorben und somit hatte sich das erledigt.
Die Uhr war natürlich irgendwann stehen geblieben und die Frau Huber hat sie nicht wieder zum Leben erwecken können.
Fast wie die zwei Brüder, dachte sie mal, aber das kam ihr dann doch makaber vor.

Vor einigen Tagen ist sie spazieren gewesen und hat in einer der Nebengasse in ihrem Viertel, einen Uhrmacher entdeckt.
Sowas gibts ja heute kaum noch. Der Laden hat auch nur noch 3 Tage in der Woche offen, weil der Herr, dem das Geschäft gehört, schon ein älteres Semester ist und auch weil nicht gar so viele Leute kommen um eine Uhr zur Reparatur zu bringen.
Die Frau Huber ist aber in das Geschäft gegangen und hat gefragt ob er so alte Taschenuhren wieder zum Laufen bringen kann.
Ja, das kann er, meistens halt. Kommt drauf an, was kaputt ist.
Also hat die Frau Huber die Taschenuhr vom Leo eingepackt und ist am nächsten Tag noch mal hin gegangen.
Lustig hat er ausgeschaut, der Herr Uhrmacher, er hat grad an einer Uhr gewerkt und so eine Lupe im Auge eingeklemmt gehabt. Die hat er erst runter genommen, als die Frau Huber laut gelacht hat.
Sie hat sich vorgestellt, dass er sie jetzt vergrößert sieht.
Die Uhr hat er genau betrachtet, vor und zurück gedreht und dann gezwinkert und versichert, dass das wirklich ein schönes Stück sei und dass er sich bemühen wird, das gute Stück wieder heil zu machen.
Nächste Woche kann die Frau Huber dann die Uhr wieder abholen.
Sie hat auch noch gefragt, was das denn kosten wird, aber da hat der Uhrmacher abgewinkt und gemeint, dass das kein Eckhaus kosten würde.
Die Frau Huber war dann sehr erleichtert, weil Eckhaus besitzt sie nämlich keins.
Beide haben herzlich gelacht und die  Frau Huber hat sich gefreut, dass sie so einen netten Herrn kennen gelernt hat.

Jetzt dürfen wir gespannt sein, wie es mit der goldenen Uhr weiter gehen wird.

 

Urheberrechte/© Andrea Voss

Frau Huber und die Pünktlichkeit

frauhuber1An einem der Feiertage hatte Frau Huber ihre Schwester, nein nicht die Poldi, die andere, die Bärbel samt Mann Egon und der Nichte Annabel zum Essen eingeladen.
Einmal im Jahr, meistens zu Weihnachten, will die Familie beisammen sein.
Die Poldi ist aber krank geworden, also ist diesmal nur die Bärbel mit ihrer Familie dabei.
Ausgemacht war 13 Uhr.

Frau Huber hat also bereits am Morgen angefangen zu kochen, es soll Schweinsbraten, Sauerkraut und Knödel geben.
Der Egon behauptet, den Schweinsbraten kann niemand so gut kochen wie die Frau Huber.
Das ist sicher übertrieben, aber Frau Huber freut sich über das Kompliment.
Also den Braten ins Rohr geschoben und den ganzen Vormittag fleißig aufgegossen, die Semmelknödelmasse hergerichtet und rasten lassen und das Sauerkraut köcheln lassen.
Die Knödel müssen frisch sein, die kommen erst ins Wasser wenn die Leute da sind.
Suppe solls auch geben, die wurde schon am Vortag gekocht.
Alles zusammen hat die Frau Huber den ganzen Vormittag gewerkt und um 12 Uhr war sie dann soweit fertig, dass sie sich nur noch zurecht machen hat müssen.
Das grüne Kleid, dass sie sich für den Weihnachtsabend gekauft hat will sie anziehen, die Haare frisch waschen und föhnen und dann eine Schürze umbinden.
Eigentlich trägt sie ja so gut wie nie Schürze, aber das neue Kleid würde leiden, wenn sie sich beim fertig kochen oder servieren anpatzt.
Als sie grad aus der Dusche steigt, da läutet es.
Es war 12.30 und Frau Huber schüttelt ungläubig den Kopf, denn sie kann grad keinen zusätzlichen Besuch brauchen.
Aber es war gar kein zusätzlicher Besuch, vor der Tür standen die Bärbel, der Egon und die Annabel.
Um eine halbe Stunde zu früh.
Frau Huber hatte noch nasse Haare und kein Kleid an – also schnell das Kleid übergeworfen, die Knöpfe verkehrt herum zugemacht in der Eile und mit der Bürste durch die Haare gefahren.
Die Annabel hat ihr dann schnell geholfen die Knöpfe richtig zuzumachen und sich schlapp gelacht, weil die Tante Lintschi so konfus war.
Die Schürze hätte sie in der Eile fast vergessen.
Der Egon hat dann erzählt, dass er dachte, er würde keinen Parkplatz finden und deswegen sind sie so früh aufgebrochen und weil es schnatterkalt war, hat man beschlossen halt schon früher zu kommen.
Der Egon meinte, lieber zu früh, als zu spät.

Der Nachmittag mit der Verwandschaft war dann trotzdem noch sehr nett, aber dass die Familie so viel früher gekommen ist, hat die Frau Huber total aus dem Konzept gebracht.

Mögt ihr das auch nicht, wenn Besuch früher kommt, als ausgemacht worden ist ?
Und wie ist es, wenn ein Besuch zu spät kommt ?

 

Urheberrechte/© Andrea Voss

Frau Huber und das Salz des Lebens

frauhuber1Nein, natürlich geht es nicht wirklich um das Salz des Lebens, der Titel ist mir spontan eingefallen, für die neueste Geschichte der Frau Huber.

Die war gestern nämlich ein wenig sauer, sie hat sich beim Bäcker eine frische Semmel geholt, die war noch lauwarm und die ihr Frühstück sein sollte, mit einem weich gekochten Ei und etwas Salz drauf, sowohl auf der Semmel, wie auch auf dem Ei.
Also das frische Semmerl hat sie schnell aufgeschnitten und mit Butter bestrichen, das Ei 6 Min. kernweich gekocht und eine Tasse Kaffee aufgebrüht.
Alles nett am Tisch angeordnet, denn die Frau Huber deckt ihren Tisch immer liebevoll, auch wenn sie meist allein essen muss. Das Auge ist ja bekanntlich mit.
Für Ei und Buttersemmel hat sie einen Salzstreuer zurecht gestellt und genau der war dann der Anlass für ihren Ärger des Tages.
Denn immer wenn sie Salz daraus streuen will, sind die Löcher verstopft.
Nun bitte keine Tipps, wie – man sollte ein paar Reiskörner in den Streuer stecken, das ist laut Frau Huber nämlich ein Märchen, das nützt so gut wie nichts, maximal erreicht man damit, dass das Salz streufähig bleibt, aber was nützt das schon, wenn die Streulöcher verklebt sind.
Also holt die Frau Huber eine Nadel, gleich eine Stopfnadel, weil eine kleinere würde da auch nichts nützen und stochert die Lückerl des Salzstreuers auf, danach rieselt das Salz freudig aus dem Streuer.
So kam die Frau Huber doch noch zu ihrem Frühstücksei mit Salz.

Beim Wegräumen ihres Frühstücksgeschirrs meint sie dann trocken: Bis zum nächsten Mal.
Da ärgert sie sich vermutlich wieder über den dichten Salzstreuer.
Und nun fragt sie, was könnte man sonst noch tun, damit der doofe Streuer nicht jedesmal verklebt ist (außer dem angeblichen Märchen mit den Reiskörnern) ?
Habt ihr da andere Tipps ?

 

Urheberrechte/© Andrea Voss

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