Frau Huber und die Pünktlichkeit

frauhuber1An einem der Feiertage hatte Frau Huber ihre Schwester, nein nicht die Poldi, die andere, die Bärbel samt Mann Egon und der Nichte Annabel zum Essen eingeladen.
Einmal im Jahr, meistens zu Weihnachten, will die Familie beisammen sein.
Die Poldi ist aber krank geworden, also ist diesmal nur die Bärbel mit ihrer Familie dabei.
Ausgemacht war 13 Uhr.

Frau Huber hat also bereits am Morgen angefangen zu kochen, es soll Schweinsbraten, Sauerkraut und Knödel geben.
Der Egon behauptet, den Schweinsbraten kann niemand so gut kochen wie die Frau Huber.
Das ist sicher übertrieben, aber Frau Huber freut sich über das Kompliment.
Also den Braten ins Rohr geschoben und den ganzen Vormittag fleißig aufgegossen, die Semmelknödelmasse hergerichtet und rasten lassen und das Sauerkraut köcheln lassen.
Die Knödel müssen frisch sein, die kommen erst ins Wasser wenn die Leute da sind.
Suppe solls auch geben, die wurde schon am Vortag gekocht.
Alles zusammen hat die Frau Huber den ganzen Vormittag gewerkt und um 12 Uhr war sie dann soweit fertig, dass sie sich nur noch zurecht machen hat müssen.
Das grüne Kleid, dass sie sich für den Weihnachtsabend gekauft hat will sie anziehen, die Haare frisch waschen und föhnen und dann eine Schürze umbinden.
Eigentlich trägt sie ja so gut wie nie Schürze, aber das neue Kleid würde leiden, wenn sie sich beim fertig kochen oder servieren anpatzt.
Als sie grad aus der Dusche steigt, da läutet es.
Es war 12.30 und Frau Huber schüttelt ungläubig den Kopf, denn sie kann grad keinen zusätzlichen Besuch brauchen.
Aber es war gar kein zusätzlicher Besuch, vor der Tür standen die Bärbel, der Egon und die Annabel.
Um eine halbe Stunde zu früh.
Frau Huber hatte noch nasse Haare und kein Kleid an – also schnell das Kleid übergeworfen, die Knöpfe verkehrt herum zugemacht in der Eile und mit der Bürste durch die Haare gefahren.
Die Annabel hat ihr dann schnell geholfen die Knöpfe richtig zuzumachen und sich schlapp gelacht, weil die Tante Lintschi so konfus war.
Die Schürze hätte sie in der Eile fast vergessen.
Der Egon hat dann erzählt, dass er dachte, er würde keinen Parkplatz finden und deswegen sind sie so früh aufgebrochen und weil es schnatterkalt war, hat man beschlossen halt schon früher zu kommen.
Der Egon meinte, lieber zu früh, als zu spät.

Der Nachmittag mit der Verwandschaft war dann trotzdem noch sehr nett, aber dass die Familie so viel früher gekommen ist, hat die Frau Huber total aus dem Konzept gebracht.

Mögt ihr das auch nicht, wenn Besuch früher kommt, als ausgemacht worden ist ?
Und wie ist es, wenn ein Besuch zu spät kommt ?

 

Urheberrechte/© Andrea Voss

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8 Responses to Frau Huber und die Pünktlichkeit

  1. Cornelia1972 says:

    Hallöchen! Ich mag es auch nicht, wenn Gäste (vor allem zum Essen) zu spät kommen – ein bissl früher ist schon ok. Was gar nicht geht (und was mir tatsächlich passiert ist) – wir hatten Freunde zum Essen eingeladen – insgesamt 5 Personen (2 Familien) – die erste Familie war pünktlich – das Essen fertig – die anderen Beiden ließen knapp 45 Minuten auf sich warten und waren auch nicht erreichbar – da ich leicht warm zu haltendes Essen gemacht hatte, haben wir natürlich gewartet – als sie endlich da waren hieß es: “Danke, wir haben keinen Hunger – waren grad noch beim McD” – DAS ist eine Frechheit, oder?? (dabei koch ich wirklich gut :-) )

    • Peggy says:

      Hallöchen Cornelia !
      Willkommen im PeggyTalk !
      Ich freu mich, dich hier begrüßen zu dürfen.
      Und das was dir da passiert ist, also das ist in der Tat eine Frechheit und wenn das nicht wirklich gute Freunde gewesen sind, also dann wären die vermutlich das letzte Mal bei mir eingeladen gewesen.

  2. Peggy says:

    Ich finde es wirklich erstaunlich, dass ihr es lieber habt, wenn Gäste früher kommen.
    Ich selbst bin meist so knapp in der Zeit, dass es mir lieber ist, Besuch kommt um ein paar Minuten später.
    OK, duschen und Haare waschen so knapp vorher muss nicht sein.
    Frau Huber ist halt eine alte Frau und hat kein so gutes Zeitmanagement mehr. Ich konnte es ihr aber nachfühlen, dass sie da schon etwas konfus geworden ist.

  3. Susanna says:

    Ich seh es wie Traudi, niemals hätt ich die Nerven und würd in der letzten Stunde bevor die Gäste kommen, erst mit Haare waschen und duschen beginnen…. Ich lade ja selten jemanden ein, weil mich das extrem stresst, aber wenn, bin ich sicher 30 Minuten vor dem ausgemachten Termin fertig, bereite grad noch Kleinigkeiten vor und warte, dass die Gäste kommen. Deshalb ist mir auch lieber, Gäste kommen mind. 10 Minuten zu früh als zu spät, denn je länger ich warten umso nervöser werde ich und das ständige auf die Uhr schauen nervt wirklich. Sicher sind 30 Minuten früh, aber das sind genau die 30 Minuten die ich selber immer mit einplane und eh vorher fertig bin ;-)

  4. Traudi says:

    Also da wäre ich auch gerne zu meinem Lieblingsessen mit eingeladen gewesen. Allerdings würden mir Kartoffelknödel dazu besser schmecken. Trotzdem hat sich Frau Huber viel Mühe gegeben…
    Aber ich kann nicht verstehen, dass die gute Frau eine Stunde vor der Verabredung noch unter die Dusche muss. (?)
    Ich habe kein Problem damit, wenn der Besuch eine halbe Stunde früher kommt. Aber zu spät kommen, das geht nicht! Vor allem, wenn’s Knödel gibt.

  5. Hans-Georg says:

    Ich habe Besuch lieber zu früh als zu spät. Wenn man Besuch hat, sind es doch Menschen, die man gern um sich hat, Freunde oder Verwandte. Wann man da noch nicht aufgerüscht und gestylt den Besuch empfängt wenn es zu früh ist, spielt doch keine Rolle. Ärgerlich ist es, wenn Besuch zu spät kommt. Man sitzt und wartet, schaut ständig auf die Uhr, wird nervös – und im Rohr wird der Braten trocken.

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