Der Herr Jakob und die neue Aussicht

Der Herr Jakob war einige Tage krank, eine Verkühlung hat ihn ereilt und er konnte wenig bis gar nicht am Fenster sitzen.
Es war aber Gott sei Dank nicht gar so schlimm, ein wenig Husten und Schnupfen und erhöhte Temperatur. Aber er war doch ein paar Tage im Bett. Jetzt nach einigen Tagen hat er seinen Sessel wieder ans Fenster stellen können und da war er dann sehr überrascht über den ungewohnten Ausblick.
Denn in seiner Abwesenheit ist das Würstelstandel vis a vis weg gekommen.
Erst dachte er ja, er sehe nicht richtig, aber als die Frau Matzner den Herrn Jakob am Fenster erblickte, hat sie schnell ihr Zigarettenpackerl und das Feuerzeug geschnappt, ist in ihren Mantel geschlüpft und zum Herrn Jakob geeilt. Das Blumengeschäft hat sie inzwischen abgesperrt und das Schild mit Komme gleich angehängt.
„Na was sagen sie dazu ? Das Würstelstandel ist weg“ schnauft die Frau Matzner zwischen zwei Zügen an ihrer Zigarette.
Der Herr Jakob war erst mal sprachlos. Was nicht so alles geschehen kann, wenn er nur ein paar Tage nicht am Fenster zur Straße sitzt.
Er fragt die Frau Matzner, was denn da passiert ist, aber genau weiß sie es auch nicht.
Angeblich hat der Besitzer sich irgendwie übernommen und hat Konkurs anmelden müssen.
Und deswegen ist das Standel abgebaut worden.
Nun ja, der Herr Jakob begann sich daraufhin etwas zu freuen, denn nun hatte er wieder mehr Ausblick und er hoffte außerdem dass jetzt die launigen Biertrinker, die gern beim Würstelstand waren und sich oft sehr lautstark unterhalten haben, weg sind.
Die Frau Matzner erzählt auch noch, dass die Bäckersleute auch sehr froh sind, denn die hoffen ja nun, dass wieder mehr Leute in ihr Geschäft kommen.
Den Herrn Jakob aber interessiert ob die Frau Matzner schon eine neue Floristin eingestellt hat.
Da erinnert sich die gute Frau daran, dass sich ja gleich eine Frau vorstellen kommen wird. Sie drückt schnell ihre Zigarette aus, packt sie in ihren Miniaschenbecher und eilt in ihr Geschäft.
Vielleicht ist das ja ihre neue Kollegin und die möchte sie nur ungern warten lassen.
Am Eingang winkt sie dem Herrn Jakob noch schnell zu. Denn nun sieht er ja wieder zum Blumengeschäft der Frau Matzner.
Und er freut sich schon, wenn es Frühling wird und vor dem Geschäft wieder die Kübeln mit den bunten Blumen stehen werden.
Eine schöne wiedergewonnene Aussicht.

 

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