Jetzt stinkt es wieder….

Da es in den letzten Wochen und Monaten so heiß war, war auch der Geruch in den Wiener U-Bahnen nicht wirklich angenehm.
Leider gibt es Mitmenschen die nehmen es mit der Körperhygiene nicht ganz so genau und oft sitzt man neben einer Person, die schon am Morgen unheimlich nach Schweiß riecht.

Dazu wollten sich die Wiener Linien etwas einfallen lassen und haben den Versuch gestartet, die Waggons der U-Bahnen zu beduften.
Verschiedene Duftnoten standen zu Auswahl und man hat die Fahrgäste mittels Onlinebefragung abstimmen lassen, welche Duft am gefälligsten sei und ob es überhaupt ankommt, wenn die Fahrgastbereiche beduftet werden.

Ich hab das Vergnügen auch zwei Mal gehabt, mit so einer U-Bahn zu fahren und konnte ehrlich gesagt keinen Unterschied zu anderen U-Bahnen finden, also der Geruch war nicht wirklich wahrnehmbar.
Vermutlich auch besser so, denn Schweißgeruch mit Parfüm zu überdecken macht sich bestimmt nicht gut.

 

Diese Onlineabstimmung ging nun so aus, dass das Publikum die Beduftung nicht wirklich gut befunden hat.

Und nun stinkt es wieder in der U-Bahn……

Wie bekommt man den Geruch aus der Nase ?

bus150.150Momentan fahre ich ja nicht mehr ganz so häufig wie früher  mit dem Bus oder der Bahn, aber Dank Jahreskarte sicher oft genug um kuriose oder auch nette Dinge in den Öffis zu erleben.
Ja natürlich erlebe ich auch nette Dinge – nicht dass jemand denkt, die Wiener Öffis wären ein Kuriositätenkabinett.
Aber dazu mehr beim nächsten Mal.

Gestern Mittag beim Heimfahren, der Bus war einigermaßen besetzt, aber nicht übervoll und ich ergattere meinen Lieblingsplatz – ja so plemplem bin ich wirklich schon, dass ich mich freu, wenn ich auf meinem Einzelsitz Platz nehmen kann. Es gibt leider Mitmenschen , die machen sich extrem breit, wenn sie auf einem Doppelplatz sitzen. Da hängt dann eine Pobacke meinerseits vom Sitz runter. Nicht wirklich angenehm, aber immer noch besser als stehen.

Nach drei Stationen steigt ein sehr voluminöser Mann ein, er schnaufte echt arg, vermutlich ist er gelaufen, um den Bus noch zu erreichen.
Dieser Mann  stellte sich genau neben mich, nach 2 Min hab ich gedacht, ich fall jeden Moment  in Ohnmacht.
Der Mann hat dermaßen gestunken, das war unbeschreiblich.
Ich kann den Geruch gar nicht beschreiben – altes Gewand, wobei das eigentlich sauber aussah, käsige Füße, Schweiß, tagelang nicht gewaschen  – alles war dabei.
Ich hab wirklich und ernsthaft  überlegt, meinen Lieblingsplatz im Autobus zu verlassen und auszusteigen, weil ich Angst hatte, ich muss mich übergeben.
Gottseidank ist der Mann nach 2 Stationen ausgestiegen und ein Raunen ging durch den Bus, offenbar haben auch noch andere Leute die Luft anhalten müssen.
Ich glaube ich hätte das keine Sekunde länger ausgehalten.
Wie kann man so stinken und es selbst nicht merken ?

Blöd war jetzt nur, ich hab den Gestank nicht aus der Nase bekommen …..
Was macht man da nur ?

Ihre Fahrausweise, bitte….

busKontrollorgane in den öffentlichen Verkehrsmittel nennt man in Wien auch Schwarzkappler.
Früher mal, mussten diese Kontrollore  Uniformen tragen, mit schwarzen Kappen und man hat sie schon von Weitem erkannt und wenn wer ohne Fahrschein unterwegs war, hat der sicher auch gleich das Weite gesucht. Daher verkehren die *Schwarzkappler* jetzt in Zivil.

Also, ich fahr, wie immer, mit dem Bus, sitzt mir gegenüber ein junger Mann und neben mir eine ältere Dame.
Die Dame kramt wie wild in ihrer Tasche, nimmt Geldbörse und Schlüsselbund heraus, schüttelt die Tasche, zieht ein Taschentuch raus und steckt es verschämt, weil benutzt, in die Manteltasche, schüttelt die Tasche nochmal und dann den Kopf, seufzt und kramt weiter in ihrer Tasche.
Offenbar sucht sie etwas und findet es nicht. Langsam wird es ihr zu blöd und sie leert die Tasche auf dem Sitz neben dem jungen Mann einfach aus. Der schaut ziemlich verdutzt, sagt aber kein Wort.
Dann hat die Frau einen Geistesblitz und öffnet ihre Geldtasche und ist sichtlich erfreut, denn sie hat das Objekt ihrer Begierde gefunden – den Fahrschein.

Der junge Mann, vis a vis von mir lächelt ihr nun sehr freundlich zu, greift in seine Brusttasche und nimmt seine Dienstmarke heraus – *Ihre Fahrausweise bitte*
Die Dame neben mir ist so erleichtert, dass sie ihren Fahrschein vorzeigen kann, dass sie fast vergisst ihren Kram, den sie auf den Nebensitz gekippt hat, wieder einzuräumen.

Alle umstehenden und umsitzenden Leute lächeln plötzlich freundlich, was ja sonst in Anbetracht eines Schwarzkapplers eher nicht so üblich ist. Man freut sich einfach mit der alten Dame mit.

Der Schwarzkappler, Verzeihung – der Kontrollor,  hätte ja schon früher seine Marke zücken können und damit die Frau in eine arge Bedrängnis bringen können.
Also ich finde, dass das mal eine nette Geste war.

 

Urheberrechte/© Andrea Voss