Frau Huber – Saftfleisch kochen

Seit der nette neue Nachbar, der Klaus, der Frau Huber geholfen hat, ihre Kochsendung anzusehen, grüßen sie sich immer sehr nett. Der Klaus bringt der Lintsschi Huber jetzt einmal die Woche ein paar Flaschen Mineralwasser, weil ihr die zu schwer sind und den Mistsack nimmt er auch jedes Mal mit, wenn er ihn vor der Tür stehen sieht.
Dafür hat ihn die Frau Huber schon mit so manch köstlichen Mahlzeiten verwöhnt.
Meist kocht sie ohnehin zu viel und jetzt hat sie einen dankbaren Abnehmer.
Einmal gabs Kaiserschmarren und Apfelkompott und dann wieder Gefüllte Paprika.
Heute hat die Frau Huber vor ein Saftfleisch zu kochen und fragt den netten Klaus ob er zu Hause sein wird, am Abend, damit sie ihm einen Teller voll rüber bringen kann.
Er erkundigt sich auch sogleich was es denn geben würde.
Saftfleisch und Hörnchen Nudeln.
Etwas zögerlich, weil er möchte die Frau Huber ja nicht verärgern bittet er, ihm nur Saft und Nudeln zu bringen.
Die Frau Huber ist sehr erstaunt, ja warum denn das ?
Er liebt zwar den Saft und die Beilagen, egal ob nun Nudeln oder gar Knödeln, da leuchten seine Augen ganz besonders, aber er mag das Fleisch darin nicht.
Nein, nein er ist kein Vegetarier, aber Rindfleisch mag er gar nicht, das ist immer so hart und fasrig.
Die Frau Huber fragt ihn wo er das denn bisher so bekommen hätte. Na, zu Hause bei der Mutter, die konnte aber nicht besonders gut kochen, räumt er gleich auch ein.
Na gut, dann gibt es eben Saftfleisch ohne Fleisch für den Klaus.
Die Frau Huber kocht ihr Saftfleisch wie immer und macht diesmal eben ein wenig mehr Saft, schüttelt aber während dem Kochen immer wieder den Kopf – Saftfleisch ohne Fleisch, bitte das geht doch nicht.
Als sie dann die Portion für den Klaus anrichtet, sie hat diesmal Semmelknödel dazu gemacht, weil sie sehr wohl bemerkt hat, dass der Klaus die sicher lieber haben würd wollen, als die Hörnchen, gibt sie doch 3 Würfel Fleisch auf den Teller, einfach zum Kosten.
Der Klaus freut sich echt, als sie ihm den Teller rüber bringt, nur als er das Fleisch sieht runzelt er ein wenig die Stirn.
„Kosten sies, wenns nicht schmeckt, geben sie es halt weg“, mit diesen Worten verschwindet die Frau Huber wieder in ihrer Wohnung und setzt sich an ihren Küchentisch.
Ihr mundet ihr Saftfleisch sehr und die Knödel passen eigentlich auch recht gut dazu.
Grad wie sie den letzten Bissen aufgegessen hat, läutet es an ihrer Tür und der Klaus steht mit dem leeren Teller vor der Tür.
Verlegen fragt er: „Hätten sie noch einen kleinen Nachschlag für mich und bitte mit Fleisch“?
Na also – geht doch !!

Frage des Tages -13.02.18

Beim letzten Einkauf musste ich an der Kasse lange warten, zwar forderten einige Leute eine zweite Kassa, aber die Kassiererin zog mit stoischer Ruhe die Waren der Leute vor mir über das Kassenmodul und machte keine Anstalten eine Kollegin zu rufen.
Vielleicht war auch zu wenig Personal für eine zweite Kasse vorhanden.

Ich beobachte in so einer Situation gerne die Menschen vor oder hinter mir, wie die mit der Situation umgehen.
Manche scharren ja echt mit den Hufen, weil sie es wirklich eilig hätten.
Die alte Dame vor mir sortierte ihre Waren auf dem Band mindestens 5x um und als es ans Zahlen ging, hielt sie der Kassierin vertrauensvoll ihre offene Börse hin, damit sie sich bedienen konnte.


Was macht ihr, wenn ihr warten müsst ?

Frl Yvi – wird Prinzessin

Zeichnung: Dominik Voss

Seit ihrem Date mit Mo sind nun einige Tage vergangen, an denen haben sich weder Mo noch Patrick gemeldet.
Yvi ist richtig verstört, ständig überlegt sie, was sie bei wem falsch gemacht hat.
Aber nachlaufen und nachfragen will sie auch nicht.
Da sie aber mit der verunfallten Großmutti ohnehin einiges zu tun hatte, waren die Tage schneller um als sie schauen konnte.
Die Großmutti erwartet, dass sie jeden Tag im Krankenhaus besucht wird und hat für ihre beiden Enkelinnen jede Menge Aufgaben.
Da war denn auch die OP, die nicht so einfach war, weil die alte Dame ein leichtes Herzleiden hat und da haben sich Yvi und Anna große Sorgen gemacht.
Trotzdem schaut Yvi sehr oft am Tag auf ihr Smartphone, ob sich einer der beiden Herren gemeldet hat.
Aber nichts dergleichen passiert.
Irgendwann bittet sie Annchen ihr eine Nachricht zu schicken, damit sie weiß dass der Messenger richtig funktioniert.
Aber auch das war in Ordnung.
Annchen macht sich jeden Abend über Yvi lustig, hat aber auch keine Erklärung, warum sich keiner mehr meldet.
Bei Mo brennt auch seit Tagen am Abend kein Licht, sieht fast so aus, als ob er keinen Abend zu Hause wäre.
Am Wochenende wird es Yvi dann zu bunt und sie schreibt Patrick ein einfaches „Wie geht es dir ?“
Stundenlang kommt keine Antwort, aber dann ertönt das vertraute Geräusch des Messengers.
„Danke eh gut, hab immer noch Probleme mit Lisa“  – Lisa ist die Freundin, die so überraschend Schluss gemacht hat mit Patrick.
Da dämmert es Yvi, dass er offenbar immer noch um diese Beziehung kämpft und sie wünscht ihm nur alles Gute und versucht nicht mehr an ihn zu denken.
Mo aber war auch am Wochenende verschwunden.

Die Großmutti musste nun wieder mobil gemacht werden, momentan sitzt sie nur in einem Rollstuhl und scheucht die Krankenschwestern und ihre Enkelkinder durch die Gegend.
Als ihr der Arzt eröffnet, dass sie zu einer Mobilitäts-Reha muss, wies sie das ganz energisch von sich, aber alle reden ihr gut zu uns letzten Endes setzt sie ihre Unterschrift unter den Antrag und nimmt zähneknirschend zur Kenntnis, dass das eben sein muss.
Yvi und Anna versprechen, sie so oft es geht zu besuchen, seufzen aber innerlich, wel das noch anstrengender werden wird.
Nun müssen sie den Koffer für die Großmutti packen, Toilettartikel einkaufen und Reiseproviant vorbereiten.

Als sie an diesem Abend heim kommen, sehen sie Licht hinter den Fenstern von Mo.
Yvi ist sehr erleichtert und Anna meint, sie läutet gleich mal an und fragt ihn wo er denn die ganze Woche gewesen ist.
Yvi hält sie zurück, ds geht doch nicht, schaut ja so aus, als ob man ihn bespitzeln würde.
Das sieht das Annchen ein und sie machen einfach ein wenig Lärm vor ihren Wohnungen,
Wie auf Kommando öffnet sich Mos Tür und er begrüßt seine Nachbarinnen herzlich und plaudert auch gleich aus, dass er bei Freunden war.
Ganz spontan ladet er die beiden Mädchen auf einen Drink in seine Wohnung.
Die Mädchen sind überrascht, wie nett die Wohnung eingerichtet ist, richtig gemütlich.
Sie setzen sich in die Küche und Mo öffnet eine Flasche Sekt.
„Auf euch“ prostet er ihnen zu und zwinkert dabei verschwörerisch.
Ihm ist nicht entgangen, dass beide Mädchen ein gewisses Interesse an ihm haben dürften.
Sie unterhalten sich eine Weile wirklich sehr gut, Yvi und Anna erzählen von der Großmutti und Mo muss herzlich lachen, denn er hat seine Großmutter immer nur Oma oder Omi genannt, aber Großmutti, das klingt in seinen Ohren sehr altmodisch.
Anna lacht mitunter eine Spur zu laut und gibt Mo sehr deutlich zu verstehen, dass sie ihn sehr gerne sieht.
Yvi hingegen ist ein wenig nachdenklich und möchte dann gerne gehen, während Anna noch gern geblieben wäre.
Mo verabschiedet sich von beiden mit einem Kuß auf die Wange und dabei flüstert er Yvi zu, „Bis bald, Prinzessin“.
Für einen Moment bleibt Yvi die Spucke weg und sie hofft sehr, dass Anna das nicht gehört hat.
Aber die war schon zwei Schritte weiter an ihrer Wohnungstür und klimpert laut mit den Schlüsseln.

Was wird das ? überlegt Yvi beim Einschlafen……

 

Frage des Tages – 12.02.18

Heuer fällt der Aschermittwoch und der Valentinstag auf ein und den selben Tag.
Da heißt es dann wohl Heringssschmaus und rote Rosen smile
Bei uns gibts zum Valentinstag keine Blumen, die Preise sind unverschämt hoch in der Woche und ich bekomme von meinem Mann sehr oft Blumen ohne Anlass.
Manchmal gehen wir zum Valentinstag nett Essen, davon haben wir beide was und das genießen wir dann sehr.
Heringsschmaus mag mein Mann nicht so besonders, obwohl er ein Fischkopp ist 🙂
Für mich allein ist es mir zu viel Aufwand, eventuell nehm ich mir beim Einkaufen eine kleine Portion wo mit.

Esst ihr gerne Heringssalat ?
Wenn ja, wie bereitet ihr den zu ?
Und schenkt ihr Blumen zum Valentinstag ?
Oder bekommt ihr von eurem Liebsten welche ?

Frau Huber – frisch gekocht

Der Tag ist grau und trüb, wie so viele in den vergangenen Wochen.
Und heute regnet es noch dazu. Frau Huber schaut seufzend aus dem Fenster und beobachtet die Regentropfen die an die Fensterscheiben klopfen.
Es ist erst 16.00 Uhr und wird schon dunkel. Frau Huber dreht das Licht der Stehlampe auf und nimmt die Zeitung zur Hand.
Mal sehen was es heute im TV gibt.
Enttäuscht legt sie das Blatt zur Seite, wieder keine Sendung dabei, die sie interessiert.
Aber dann fällt ihr ein, dass sie ja jetzt ein modernes Gerät hat und sie sich auch Sendungen ansehen kann, die  schon gesendet worden sind.
Diese lustige Kochsendung, die würde sie interessieren, also versucht sie sich mit der Fernbedienung durch die Mediathek, wie dieses Programm heißt, zu orientieren.
Und tatsächlich, sie findet die Kochsendung, die sie sehen wollte und auf die sie dann vergessen hat.
Aber was ist das ? Das Bild ist nur klitzeklein in der oberen linken Ecke zu sehen. Wie um alles in der Welt bekommt man dieses Bild auf den ganzen Bildschirm ?
Nun sie klickt ein wenig an den bunten Knöpfen der Fernbedienung herum und schwupps war sie wieder draußen, nicht nur das kleine Bild, nein das ganze Programm hat sich geschlossen.
Sehr ärgerlich.
Also nochmal von vorne, aber wieder kommt nur das kleine Bild, links oben am Fernseher. Da läuft zwar die Sendung sie sie sehen möchte, aber sehen kann man da nicht wirklich viel. Das ist nicht gut, für ihre alten Augen.
Was tun ?
Da fällt ihr der nette neue Nachbar ein, der hat ihr erst vor ein paar Tagen den Müll mit genommen, den sie vor die Tür gestellt hat. Sie wollte den Sack mitnehmen, wenn sie zum Einkaufen geht, aber der neue Nachbar war schneller und hat ihn einfach mitgenommen, so im Vorbeigehen.
Also packt die Frau Huber ihre Schlüssel und läutet beim Nachbarn an.
Der telefoniert grad am Handy, winkt ihr aber lachend zu und deutet ihr, dass sie in die Wohnung kommen soll.
Soweit wollte es Frau Huber eigentlich nicht kommen lassen, aber der Nachbar, der übrigens Klaus Schubert heißt, zumindest steht das so an seinem Türschild, wollte sein Gespräch nicht unterbrechen.
Als er aufhört zu telefonieren, hört er sich geduldig das Problem der Frau Huber an und grinst dann.
„Na das haben wir doch gleich“ – jetzt schnappt der Herr Schubert seinen Schlüsselbund und folgt der Frau Huber in ihre Wohnung. Im Vorzimmer zieht er seine Schuhe aus.
Frau Huber sieht das wohlwollend, kommt heute nicht mehr so oft vor, dass junge Männer noch Manieren haben.
Mit zwei Klicks auf die richtigen Tasten hat er das kleine Bildchen zum Vollbild werden lassen.
„Was so einfach geht das ?“ fast geniert sich die Frau Huber jetzt, dass sie nicht von selbst drauf gekommen ist.
In kleinen Schritten erklärt der Herr Schubert nun, wie die Frau Huber zu dem Vollbild kommt.
Und dann wünscht er der Frau Huber noch einen schönen Abend und bittet sie ihn doch Klaus zu ihm zu sagen.
Das macht die Frau Huber gerne und freut sich , dass sie nun wieder einen neuen Nachbarn hat.

Nun steht ihrem Fernsehvergnügen mit „Frisch gekocht“ nichts mehr im Wege.
Und was wird da gekocht ? – ein Schweinsbraten mit Knödel – ja da könnte der junge Koch von der Frau Huber noch was lernen.