Herr Jakob am Fenster zur Straße und die neue Welt

Zeichnung @ Dominik Voss

Es ist Winter geworden und der Herr Jakob muss sein Fenster meist geschlossen halten, weil es ihm sonst zu kalt in der Wohnung werden würde. Aber wenn die Frau Matzner zum Rauchen an sein Fenster kommt, dann öffnet er es natürlich gerne, dabei lüftet er gleich, meint er immer.
Obwohl sich dabei natürlich der Rauch von den Zigaretten der Frau Matzner auch in seine Wohnung zieht.
Grad aber hat die Frau Matzer große Probleme mit ihrem Personal. Die junge Floristin mit dem dicken Zopf, die dem Herrn Jakob so gut gefällt, die wird immer unzuverlässlicher, sie kommt oft zu spät, geht 100 mal am Tag aufs WC, da hat die Frau Matzner schon gedacht, dass sie vielleicht krank wäre, aber dann ist sie drauf gekommen, dass die junge Frau immer am WC telefoniert oder am Smartphone tippt.
Her Jakob meint, die ist verliebt, vielleicht hat sie einen neuen Freund.
“Ja das kann schon sein, aber deswegen darf doch die Arbeit nicht leiden.” Die Frau Matzner hat da wenig Verständnis.
Und dann kam die nächste Hiobsbotschaft, die Angestellte will kündigen. Grad jetzt, im Advent, wenn so viel zu tun ist, will die von einem Tag auf den anderen, ohne Kündigungszeit einfach weg.
Die Frau Matzner ist echt am Verzweifeln, wo soll sie denn so schnell Ersatz her bekommen ?
Nur kann ihr der Herr Jakob da leider auch nicht wirklich helfen, er hört sich aber ihre Sorgen gern an.
Und stellt ihr seinen Aschenbecher dabei zur Verfügung.
Beim Würstelstand vis a vis ist jetzt nur sehr wenig los, den Leuten ist wohl zu kalt zum Herumstehen.
Aber der Herr Jakob hat auch gehört, dass der Verkäufer, der immer die Nachmittagsschicht macht sehr unfreundlich sein kann und vor allem viel Schimpf für die Ausländer auf den Lippen hat.
Manche Gäste schimpfen dann mit, aber es gibt auch welche die reden dagegen bzw sind Fürsprecher für die Menschen die hier Zuflucht suchen und dann gibt es Streit.
Der Besitzer des Standels, der mag es gar nicht wenn es solche Streits gibt, denn die Bewohner des Hauses unter dem der Würstelstand steht, die haben schon mehrmals die Polizei geholt und das tut seinem Geschäft nicht gut.

So ist dem Herrn Jakob jetzt manchmal langweilig, wenn er am Fenster sitzt. Das ist im Winter leider oft so, er kennt das ja schon.
Und so hat er sich überlegt, dass er sich heuer zu Weihnachten selbst ein Geschenk machen wird und er hat sich ein Smartphone gekauft.
Gar nicht so einfach damit zurecht zu kommen.
Aber da nahte Hilfe – der Mohamed, der ägyptische Student, der ihm immer die Zeitung ans Fenster bringt, der kennt sich super aus mit so einem Ding und der hat ihm geholfen das Smartphone einzurichten. Und er hat ihm auch vieles erklärt, was so nicht in der Beschreibung steht.
Für den Herrn Jakob hat sich damit eine ganz neue Welt aufgetan. Unglaublich welche Informationen er da heraus holen kann.

Und wir dürfen gespannt sein, wie es dem Herrn Jakob mit seinem Smartphone weiter gehen wird.
Da wird bestimmt die eine oder andere nette Geschichte dabei sein.

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