Plauderei im Cafe – Der lästige Abfall

geplauderEs war früh am Morgen, die kleine Serviererin, die heute Dienst hat, schaut sich nochmal schnell in den Spiegel ob die Frisur sitzt und der Lippenstift schön glänzt, dann nimmt sie die Schlüssel und sperrt die Eingangstür zum Cafe auf.
Der erste Gast, wird wie jeden Tag der Herr Kraus sein. Er trinkt einen Kaffee und isst ein Kipferl dazu, sein Frühstück. Herr Kraus spricht nicht viel, nimmt sich eine Zeitung und blättert sie kurz durch, trinkt den Kaffee und beißt dreimal vom Kipferl ab, dann ist es weg, sein Frühstück beendet und er geht, nachdem er das Geld auf die Theke gelegt hat.
Danach wird es spannend, denn die kleine Serviererin wettet mit sich selbst, wer als nächstes kommt um zu frühstücken.
Heute muss sie allerdings eine Weile warten und sie putzt inzwischen die Vitrine, obwohl die ohnehin spiegelblank ist, aber wenn sie nur rumsitzt bekommt sie ein schlechtes Gewissen, weil das aussieht als hätte sie keine Arbeit.
Und da öffnet sich auch schon die Tür und Bertl und Johann kommen herein. Die beiden Männer setzen sich an einen der Tische und bestellen Kaffee und Wasser.
Bertl trägt ein blaues Sackerl mit sich und stellt erschrocken fest, dass er vergessen hat, den Müll den ihm seine Frau an der Tür in die Hand gedrückt hat, in den Müllraum zu bringen.
Er stellt den Beutel neben sich und nimmt sich vor, ihn gleich zu entsorgen, wenn er seinen Kaffee mit dem Johann getrunken hat.
Johann fragt ihn so nebenbei ob er und seine Familie denn auch den Müll trennt.


Bertl schüttelt den Kopf, das war seiner Frau zu viel Mühe, sie schmeißt alles in einen Sack und den Sack dann in den Restmüll.
Johann schüttelt den Kopf, also so geht das nicht, wenn das jeder macht, wozu gibt es denn dann die Mülltrennung. Glas, Plastik, Metall und Papier das gehört getrennt entsorgt.
Bertl trumpft auf, ja das Papier, das wird auch in seinem Haushalt getrennt.
„Bertl, das ist zu wenig, du musst deiner Frau sagen, dass sie auch das andere Zeug trennen muss“ Johann ist ganz eifrig bei der Sache und erklärt dem Bertl genau warum und weshalb man Müll trennen muss.
Bertl schaut mit einem schiefen Blick zu seinem Müllsack und bekommt ein ganz schlechtes Gewissen.
Er weiß, dass seine Frau da die Dosen vom gestrigen Abendessen, es gab Sardinenbrote, in den Restmüllsack geworfen hat. Man riecht es auch, es fischelt ein wenig.
Er überlegt, ob er da jetzt was dran ändern soll, aber die unausgewaschenen Fischdosen konnte er ja unmöglich raus holen um die dann zum Metallbehälter zu bringen.
Im Müllraum ihres Wohnhauses gab es nur Papierbehälter und allgemeinen Müll, man müsste also alles andere zu sogenannten Müllinseln bringen.
Bertl verstand schon was ihm Johann sagen wollte, aber ob er seine Frau dazu bringen wird können, sich die Mehrarbeit des Mülltrennens anzutun, das wagte er zu bezweifeln.
Bertl trank nun seinen Kaffee aus und spülte noch etwas Wasser nach, zahlte und schnappte seinen Müllbeutel um schnell, ehe das halbe Cafe, das sich jetzt schon nett gefüllt hatte, über ihn lachte, zum Müllraum zu laufen.
Johann schmunzelte trotzdem über den verwirrten Bertl und hoffte insgeheim, dass er ihn ein wenig aufgerüttelt hat, damit die Familie in Zukunft mehr über das Mülltrennen nachdenkt.

Wie haltet ihr es mit dem Trennen von Müll ?
Alles in einen Sack ? Oder fein säuberlich getrennt ?
Ist so eine Müllinsel bei euch in der Nähe des Wohnorts ?

 

Urheberrechte/© Andrea Voss

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5 Responses to Plauderei im Cafe – Der lästige Abfall

  1. Susanna says:

    Bei mir im Wohnblock gibt es nur Papier und Restmüll, die beiden trenne ich auch. Extra Glas oder Metall irgendwohin bringen, dafür nehme ich mir eher keine Zeit, aber zum Glück ist da mein Lebensgefährte „braver“ und übernimmt es. Auch Tetrapack sammeln wir extra, Plastik kommt aber in den normalen Hausmüll.

  2. Emmy says:

    In unserem Haus gibt es, was den Müll anbelangt, auch immer Zoff.
    Vor allem die diversen Nachbarn denken nicht daran den Müll zu trennen.
    Da werden auch Glasflaschen in den Restmüll gekippt.
    Ich wäre ja für entsprechende Gesetze, damit man denen die nicht trennen auf die Zehen steigen kann.

  3. Hans-Georg says:

    Es heisst bei uns, dass eh alles in einen Ofen kommt und verbrannt wird. Aber: Bei uns gibt es 2 Restmüllbehälter, für die muss man bezahlen. Wenn alles, was anfällt, in denen entsorgt werden müsste, würden 2 Behälter nicth ausreichen, d.h. die Gebühren für unser Haus würden steigen. Also wird schön getrennt. Leider halten sich nicht alle Einwohner daran. Habe schon mal eine Weichspülerflasche, die gerade obenauf lag, wieder herausgenommen und ins Treppenhaus gestellt. Übrigens: Wer braucht schon Weichspüler? Das Zeug ist sowas von überflüssig!

    • Peggy says:

      Es gibt auch hier bei uns Leute, die sich nicht ans Trennen halten. Trennen ist, zumindest hier in Wien, eine Empfehlung, aber kein Gesetz.
      Wir haben im Haus auch nur Restmüll und Papierbehälter. Trotzdem wird Karton z.B. in den Restmüll gekippt.

    • Emmy says:

      Ich gebe dir vollkommen recht, Weichspüler ist in doppelter Hinsicht überflüssig.
      Erst diese Plastikflaschen und was das zeug im Abwasser anrichtet, weiß wahrscheinlich kein Mensch.

Sag bitte was dazu - ich freu mich darüber