Frau Huber und die Musik

frauhuber1Manchmal klagt mir die Frau Huber ihr Leid. Neben ihr sind neue Leute eingezogen, mit den alten Nachbarn hat sie sich super verstanden, bei denen hat die Mutter gelebt und die war im gleichen Alter wie die Frau Huber und da waren viele Themen die beide Damen interessiert haben.
Dann hat sich die Nachbarsmutter entschieden ins Altersheim zu gehen und die Jungen, die gar nicht mehr soooo jung waren, sind in eine kleinere Wohnung gezogen, in einen anderen Bezirk.
Dann wurde die Wohnung renoviert und jetzt ist ein Ehepaar eingezogen mit einem Sohn. Der Knabe hört gerne Musik. “Tschinbumm” wie Frau Huber das nennt. So von der Sorte “besonders laut”. Und das mag Frau Huber gar nicht.
Sie hat auch schon mit dem Jungen geredet und auch mit den Eltern, dann dreht er etwas leiser, ein paar Tage lang, aber wenn er dann wieder mal allein zu Hause ist, dann gehts wieder los.
Frau Huber mag Musik sehr gern, aber eben eine ganz andere Art.
Sie mag z.b. den Musikantenstadl und ist ganz traurig, dass diese Sendung aufgelassen wird. Der Andy Borg tut ihr auch so leid, weil der hat ja nun keinen Job mehr. Na ja zum Arbeitsamt wird er schon nicht pilgern müssen.
Und da gibt es ja auch noch den Florian Silbereisen und die Carmen Nebel, alles Sendungen auf die sich Frau Huber sehr freut. Da kann sie dann sogar den Ärger über den Nachbarsbuben vergessen.
Ich bin ja gespannt wie das mit der Nachbarschaft weiter gehen wird. Hoffentlich kommt der Knabe bald in ein Alter wo ihm Tschinbumm-Musik nicht mehr gefällt.

Man fragt sich ja oft, wer sind denn eigentlich die Leute, die sich so Sendungen rund um Schlager und Volksmusik anschauen. Ich geb zu, dass die Frau Huber die Einzige ist, von der ich weiß, dass sie sich auf solche Sendungen freut, alle anderen Leute verdrehen eher die Augen, wenn sie Musikantenstadl hören.
Aber es muss sie wohl geben, die vielen Frauen Huber, denn sonst gäbe es solche Sendungen ja nicht.

 

Urheberrechte/© Andrea Voss

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8 Responses to Frau Huber und die Musik

  1. ute42 says:

    Na ja, jedem das seine. Stell dir mal vor, alle würden den selben Geschmack haben. Was wäre das Fernsehen langweilig :-)

  2. Inge says:

    Oooooooooooooh, ich sehe eine hübsche andere Peggy mit lustigen Augen, schelmischen Blick und einem wunderschönen Sonntagslächeln. Musiksendungen mag ich auch, aber nicht jede. Wenn mir die Musik nicht gefällt, schalte ich um oder aus.
    Gruß von Inge

    • Peggy says:

      Ja du hast recht, liebe Inge, jeder Fernseher hat einen *aus-Knopf*
      Aber ich hab eher darüber nachgedacht, WER solche Sendungen konsumiert und sie offenbar gerne sieht.

  3. Susanna says:

    die Frau Huber könnt meine Mama sein ;-) Sie ist 87 und sie schaut auch total gern Musikantenstadl, Carmen Nebel & Co. Ich selber bin auch absolut kein Fan vom Musikantenstadl, der ist mir zuu extrem, aber die Carmen Nebel schau mir durchaus ab und zu wenn ich in der Stimmung bin, ganz gern an. Da ist die Musik doch eher durchmischt, manchmal ist sogar bisschen Musical dabei ;-)

    • Peggy says:

      Die Frau Huber ist 78, also die gleiche Generation wie deine Mutter. Und ich vermute, dass grad die Menschen dieser Generation die Konsumenten dieser Musiksendungen sind.
      Und zur Carmen Nebel geb ich dir recht, die passt da eigentlich nicht ins volkstümliche Lager.

  4. Linda says:

    Also mein Ding ist die Musik nicht … öhöm. Absolut gar nicht …
    Und die Sendungen dazu natürlich ebenfalls nicht …
    Aber jedem das, was ihm gefällt. Hoffentlich nerven die Nachbarn nicht zu sehr. Wir bekommen auch neue Nachbarn demnächst, und ich habe noch keine Ahnung, was mir da “blüht”.

    • Peggy says:

      Mein Ding sind solche Sendungen ist es auch nicht wirklich.
      Aber “unsere” Musik, war auch nie das was meine Oma hat hören wollen.
      Ich glaub grad bei der Musik scheiden sich die Generationen.
      Und was die Nachbarschaft anbelangt, wir bekommen auch grad neue Nachbarn.
      Ich hab bisher nur den Mann des Paares gesehen, der hat nicht mal gegrüßt, aber vielleicht war das auch gar nicht der neue Nachbar, sondern ein Handwerker, der den Schlüssel hatte.
      Jedenfalls sehr spannend

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