Frl Yvi und die Schmetterlinge

Als Yvi heim kommt, winkt ihr Anna schon mit ebenfalls einem Brief entgegen.
Auch Annchen hat diese Einladung zum Klassentreffen bekommen, die beiden sind ja in die selbe Klasse gegangen.
Anna freut sich total auf dieses Klassentreffen, zu dem Yvi meint, ganz sicher nicht hingehen zu wollen.
Yvi hat auch total übersehen, dass ganz unten auf der Einladung steht: Partner sind herzlich willkommen.
Na das würde Yvi grad noch fehlen, wenn all ihre bezaubernden Schulkolleginnen, die rank, schlank und wunderhübsch sind, ihre ebenso bezaubernden Partner zur Begutachtung anschleppen würden und sie käme rund und gesund, aber männerlos.
Das Getuschel kann sie sich lebhaft vorstellen.
Anna schüttelt verständnislos den Kopf, sie hat ja auch grad keinen Partner, aber das stört sie gar nicht, kommt sie eben allein.
Aber Anna war ja zumindest rank und schlank.

Am nächsten Morgen, Yvi hüpft vor der Kanzlei noch schnell in die Bäckerei um sich einen Krapfen für den vormittäglichen Hunger zu holen und einen Coffee to go mitzunehmen, da stößt sie an der Tür fast mit Mo zusammen.
Der drückt ihr, ohne Gruß, einen Schmatz auf den Mund und eilt davon.
Yvi steht da mit ihrem Becher Kaffee und dem Krapfen in der anderen Hand und weiß nicht wie ihr geschieht.
Mit einem seeligen Lächeln schlendert sie durch den herrlichen Morgen, langsam weiß sie wie es sich anfühlt, wenn man Schmetterlinge im Bauch hat.

Der Tag vergeht ihr Yvi viel zu langsam, sie ist so froh, als am Abend die Frau Lore sagt: „Frl Yvi, sie gehen schon ?“
Daheim angekommen verflüchtigen sich die Schmetterlinge aus dem Bauch aber wieder sehr schnell, denn Anna eröffnet Yvi, dass sie Mo gefragt hat, ob er mit ihr zum Klassentreffen geht, damit sie nicht ohne Partner da ankommt und Mo fand das total lustig und hat begeistert zu gesagt.
Es wird also so aussehen, als ob Anna und Mo ein Paar wären.
Yvi spürt wie ihr die Tränen in die Augen steigen. Anna bemerkt das zum Glück nicht, sie ist viel zu aufgekratzt ob ihrer guten Idee und der Zusage von Mo.
Natürlich weiß Yvi, dass da nichts zwischen ihr und Mo ist, sie ist nicht seine Freundin, aber dass er so schnell dem Klamauk von Anna zusagt, das war doch ein herber Schlag für Yvi.
Sie wäre gar nicht auf die Idee gekommen, Mo zu fragen, so gesehen hat Anna natürlich die bessere Idee gehabt und sie kann ihr gar keinen Vorwurf machen, noch dazu wo sie ja schon gesagt hat, dass sie gar nicht zu diesem Klassentreffen gehen wird.
Yvi macht sich einen Kakao und wickelt sich in die bunte Decke am Sofa, da klingelt ihr Messenger und Patrick fragt sie, wie es ihr denn gehe ?
Na der kommt gerade recht, denkt Yvi und schreibt einige belanglose Nachrichten mit Patrick.
Plötzlich hat sie eine Idee, sie fragt Patrick, ob es denn nicht an der Zeit wäre, dass sie sich persönlich kennen lernen sollten.
Und zu ihrem Erstaunen ist Patrick sofort dabei.
Das Date ist für den nächsten Tag schnell vereinbart und Yvi geht schon wesentlich besser gelaunt ins Bett.

Frl Yvi – der Brief

Zeichnung: Dominik Voss

Frl.Yvi, Frl.Yvi – der kleine Bub aus der Nachbarswohnung ruft ganz laut hinter Yvi her und schwenkt einen Brief in seiner Hand.
„Der gehört Dir“ schnauft der dickliche Junge, als er Yvi endlich eingeholt hat.
Yvi schaut das weiße Kuvert erstaunt an und überlegt, wer ihr denn einen Brief schreiben könnte, mit der Schneckenpost, wie sie in der Kanzlei diese Art der Briefbeförderung nennen.
Yvi bedankt sich bei dem Buben, der mit hochrotem Kopf vor ihr steht und offenbar neugierig wäre, was da in dem Brief steht.
Aber Yvi verstaut den Brief erstmal in ihrer großen Tasche und nimmt sich vor ihn daheim dann zu lesen.
Erst muss sie die Einkäufe für die Großmutti erledigen und dann mit der Bahn zur Reha-Station fahren um eben diese Dinge der Großmutti zu bringen.
Die alte Dame braucht ungewöhnlich lange zur Erholung ihres Oberschenkelhalsbruches und Anna und Yvonne vermute, dass es ihr, nach anfänglichen Gemecker, einfach zu gut gefällt, in der modernen Klinik.
Das Personal dort ist überaus zuvorkommend und umsorgt die Leute wirklich optimal.
Zwischendurch schaut Yvi immer wieder mal auf ihr Smartphone, ob eine Nachricht von Mo gekommen ist.
Leider meldet er sich nur alle paar Tage, er ist wirklich sehr beschäftigt, unternimmt viel mit seinem Freundeskreis und denkt daher nicht so oft an Yvi, wie sie es gerne hätte.
Auch Patrick meldet sich ab und zu, erzählt aber immer wie schlecht es ihm gehe.
Wenn Yvi ehrlich ist, nervt sie das schon ein wenig, sie mag ihm nicht immer nur gut zureden, weil sie das Gefühl hat, es bringt ohnehin nichts. Patrick möchte so gerne seine Beziehung mit seiner Freundin retten und sie hat anscheinend gar kein Interesse mehr an ihm, was er aber nicht zu sehen scheint.
Zu Hause angekommen schlüpft Yvi schnell unter die Dusche und macht es sich dann auf dem Sofa bequem.
Plötzlich fällt ihr der Brief in ihrer Tasche ein.
Ehe sie ihn öffnen kann, läutet ihr Handy und Mo, den sie schon einige Tage nicht gehört und gesehen hat, meldet sich endlich.
„Hallo, Prinzessin“ – über Yvis Gesicht huscht ein breites Lächeln, er nennt sie immer noch Prinzessin und er möchte heute noch mit ihr ausgehen. Yvi denkt zwar kurz nach, dass sie nach Kanzlei und Großmutti doch sehr müde ist, sagt dann aber doch zu, weil sie befürchtet, dass es sein könnte, dass sie Mo dann wieder tagelang nicht sehen würde.
Das weiße Kuvert, mit auf der Maschine geschriebener Adresse und ohne Absender, liegt immer noch auf dem Tisch.
Yvi will nun doch wissen, was da drin steht und öffnet mit einem spitzen Messer den Brief.
Es ist eine Einladung zu einem Klassentreffen.
„Oh nein“ – entfährt es Yvi kopfschüttelnd. Sie ist überzeugt, dass sie da nicht hingehen wird.
Als sie ihre Schulkolleginnen zuletzt gesehen hat, hatte sie gut 15 kg weniger und sie weiß wie die Klassenkameradinnen sein können, wenn jemand in ihren Augen zu dick ist.
Sie wirft den offenen Brief auf den Tisch, geht sich anziehen und schminkt sich ein wenig und freut sich auf den Abend mit Mo, der auch schon an der Tür klingelt.

Frl Yvi – wird Prinzessin

Zeichnung: Dominik Voss

Seit ihrem Date mit Mo sind nun einige Tage vergangen, an denen haben sich weder Mo noch Patrick gemeldet.
Yvi ist richtig verstört, ständig überlegt sie, was sie bei wem falsch gemacht hat.
Aber nachlaufen und nachfragen will sie auch nicht.
Da sie aber mit der verunfallten Großmutti ohnehin einiges zu tun hatte, waren die Tage schneller um als sie schauen konnte.
Die Großmutti erwartet, dass sie jeden Tag im Krankenhaus besucht wird und hat für ihre beiden Enkelinnen jede Menge Aufgaben.
Da war denn auch die OP, die nicht so einfach war, weil die alte Dame ein leichtes Herzleiden hat und da haben sich Yvi und Anna große Sorgen gemacht.
Trotzdem schaut Yvi sehr oft am Tag auf ihr Smartphone, ob sich einer der beiden Herren gemeldet hat.
Aber nichts dergleichen passiert.
Irgendwann bittet sie Annchen ihr eine Nachricht zu schicken, damit sie weiß dass der Messenger richtig funktioniert.
Aber auch das war in Ordnung.
Annchen macht sich jeden Abend über Yvi lustig, hat aber auch keine Erklärung, warum sich keiner mehr meldet.
Bei Mo brennt auch seit Tagen am Abend kein Licht, sieht fast so aus, als ob er keinen Abend zu Hause wäre.
Am Wochenende wird es Yvi dann zu bunt und sie schreibt Patrick ein einfaches „Wie geht es dir ?“
Stundenlang kommt keine Antwort, aber dann ertönt das vertraute Geräusch des Messengers.
„Danke eh gut, hab immer noch Probleme mit Lisa“  – Lisa ist die Freundin, die so überraschend Schluss gemacht hat mit Patrick.
Da dämmert es Yvi, dass er offenbar immer noch um diese Beziehung kämpft und sie wünscht ihm nur alles Gute und versucht nicht mehr an ihn zu denken.
Mo aber war auch am Wochenende verschwunden.

Die Großmutti musste nun wieder mobil gemacht werden, momentan sitzt sie nur in einem Rollstuhl und scheucht die Krankenschwestern und ihre Enkelkinder durch die Gegend.
Als ihr der Arzt eröffnet, dass sie zu einer Mobilitäts-Reha muss, wies sie das ganz energisch von sich, aber alle reden ihr gut zu uns letzten Endes setzt sie ihre Unterschrift unter den Antrag und nimmt zähneknirschend zur Kenntnis, dass das eben sein muss.
Yvi und Anna versprechen, sie so oft es geht zu besuchen, seufzen aber innerlich, wel das noch anstrengender werden wird.
Nun müssen sie den Koffer für die Großmutti packen, Toilettartikel einkaufen und Reiseproviant vorbereiten.

Als sie an diesem Abend heim kommen, sehen sie Licht hinter den Fenstern von Mo.
Yvi ist sehr erleichtert und Anna meint, sie läutet gleich mal an und fragt ihn wo er denn die ganze Woche gewesen ist.
Yvi hält sie zurück, ds geht doch nicht, schaut ja so aus, als ob man ihn bespitzeln würde.
Das sieht das Annchen ein und sie machen einfach ein wenig Lärm vor ihren Wohnungen,
Wie auf Kommando öffnet sich Mos Tür und er begrüßt seine Nachbarinnen herzlich und plaudert auch gleich aus, dass er bei Freunden war.
Ganz spontan ladet er die beiden Mädchen auf einen Drink in seine Wohnung.
Die Mädchen sind überrascht, wie nett die Wohnung eingerichtet ist, richtig gemütlich.
Sie setzen sich in die Küche und Mo öffnet eine Flasche Sekt.
„Auf euch“ prostet er ihnen zu und zwinkert dabei verschwörerisch.
Ihm ist nicht entgangen, dass beide Mädchen ein gewisses Interesse an ihm haben dürften.
Sie unterhalten sich eine Weile wirklich sehr gut, Yvi und Anna erzählen von der Großmutti und Mo muss herzlich lachen, denn er hat seine Großmutter immer nur Oma oder Omi genannt, aber Großmutti, das klingt in seinen Ohren sehr altmodisch.
Anna lacht mitunter eine Spur zu laut und gibt Mo sehr deutlich zu verstehen, dass sie ihn sehr gerne sieht.
Yvi hingegen ist ein wenig nachdenklich und möchte dann gerne gehen, während Anna noch gern geblieben wäre.
Mo verabschiedet sich von beiden mit einem Kuß auf die Wange und dabei flüstert er Yvi zu, „Bis bald, Prinzessin“.
Für einen Moment bleibt Yvi die Spucke weg und sie hofft sehr, dass Anna das nicht gehört hat.
Aber die war schon zwei Schritte weiter an ihrer Wohnungstür und klimpert laut mit den Schlüsseln.

Was wird das ? überlegt Yvi beim Einschlafen……

 

Frl.Yvi und das Date mit Mo

Zeichnung: Dominik Voss

Das Frl. Yvi ist den ganzen Tag sehr unkonzentriert, die Sache mit dem Date mit Mo geistert den ganzen Tag durch ihren Kopf.
Dazu meldet sich Patrick alle paar Minuten am Smartphone. Wenn sie arbeitet kann sie ihm nicht immer sofort antworten.
In der Mittagspause läuft sie ein wenig durch den Park um auf ihrer Lieblingsbank zu sitzen und den Vögel zuzuhören, dabei schreibt sie wieder sehr intensiv mit Patrick. Inzwischen weiß sie schon sehr viel von ihm, dass er bei einer Versicherung arbeitet, viel unterwegs ist, dass er gerne Garnelen isst und lieber Wein als Bier trinkt.
Fotos haben sie noch nicht ausgetauscht, aber schon darüber gesprochen.
Der Nachmittag vergeht schnell, denn es war der Tag an dem viele Klienten Termine haben und wenn so viel los ist, kommt Yvi nicht zum Nachdenken.
Yvi packt ihre große Tasche, hält ihr Smartphone lesebereit in der Hand und will eben ihren Schreibtisch verlassen, da kommt die obligatorische Frage von Frau Lore, ob sie denn schon gehen würde.
Yvi verdreht heimlich die Augen, bejaht, seufzt und entschwindet der Kanzlei.
Zu Hause angekommen, schnell umziehen und ein wenig anhübschen und dann macht sie sich auch schon auf den Weg zum Stadtpark.
In der Ubahn schreibt sie Patrick noch rasch eine Nachricht, dass sie jetzt für ein paar Stunden nicht online sein würde, damit das Handy nicht ununterbrochen klingelt und dann dreht sie es auf ganz leise und vibrieren.
So würde sie trotzdem mitbekommen, wenn er sich meldet.
Als sie die Station am Stadtpark verlässt, sieht sie Mo bereits auf einer Bank sitzen.
Die Begrüßung ist sehr herzlich und Yvi beginnt sich auf den Abend zu freuen.
Sie finden auch schnell einen Platz im Stadtpark-Cafe und bestellen einen Cappucino. Die Unterhaltung fällt beiden nicht besonders schwer und sie amüsieren sich über die Servierkraft, die eine besonders krächzende Stimme hat.
Yvi hat sich total erschrocken, als die Frau neben ihnen stand und fragte, was es denn sein darf.
Gerne hätte sie in ihre große Tasche gegriffen und der armen Frau, die sie für total verkühlt hielt, ein Hustenbonbon gegeben.
Aber Mo klärt sie gleich auf, dass die eben so eine Stimme hätte, er war offenbar schon öfter hier und kannte die Kellnerin.
Langsam tastet sich Mo an die Frage heran, ob Yvi solo wäre oder ob da vielleicht gleich ein Kerl um die Ecke komme und eine Eifersuchtsszene hinlegen würde.
Bei dem Gedanken musste Yvi sehr lachen und sie sagte frank und frei, dass sie derzeit unbemannt sei.
Irgendwie schlich sich aber ein leiser Gedanke ein, dass sie doch ein wenig in Patrick verliebt sein könnte.
„Was für ein Unfug“ sagte sie aus dem Gedanken heraus, erschrocken sieht sie Mo an, aber der Satz hat genau gepasst, der dachte nämlich es sei Unfug, dass ein eifersüchtiger Mann um die Ecke kommen könnte.
Irgendwann getraute sich auch Yvi zu fragen ob Mo eine Frau zu Hause hätte.
Zwar hat sie ihn noch nie in Begleitung gesehen, aber er wohnt ja auch erst ganz kurz nebenan.
Auch er ist derzeit solo.
Allerdings schränkt er gleich ein, dass seine letzte Trennung noch nicht lange zurück liegen würde und er nicht so schnell wieder eine feste Bindung haben wolle.
„Auch gut“, denkt Yvi und wirft einen Blick auf ihr Smartphone, das merkwürdig still war den ganzen Abend.
Und tatsächlich, keine einzige Nachricht von Patrick.
Dabei fällt ihr ein, dass der auch frisch getrennt ist und sie überlegt ob sie grad dabei war, frisch getrennte Männer anzuziehen.
Mo und Yvi tranken noch ein Glas Wein, denn auch Mo war eher Weinliebhaber als Biertrinker und dann machten sie sich auf den Weg nach Hause und weil der Abend so schön und lau war, wollten sie zu Fuß gehen.
Zu Hause angekommen verabschieden sie sich mit einer herzlichen Umarmung und jeder schließt die Tür zu seiner Wohnung auf.

Annchen kam ihr ganz aufgeregt entgegen – es sei was passiert….
Die Großmutti musste ins Krankenhaus eingeliefert werden, sie war gestürzt und hat sich den Oberschenkelhals gebrochen.
Annchen war am Nachmittag bei ihr und hat sie im Schlafzimmer gefunden und gleich die Rettung gerufen.
Yvi war total geschockt – „und warum hast du mich nicht verständigt ?“
Pikiert antwortet Anna: „Ich wollte dir dein Date nicht verderben“
Klang da Eifersucht durch ???
Und von Patrick immer noch keine Nachricht.
Das findet Yvi schon etwas merkwürdig und sie schreibt ihm noch eine Gute Nacht Message und hofft, dass er sich am nächsten Morgen melden würde.

Frl.Yvi – „Wer bist denn du ?“ (3)

Zeichnung: Dominik Voss

Yvi hat sich das alte Smartphone von Annchen geborgt und da ihre Simkarte rein getan.
Und es dann notdürftig für ihre Zwecke eingerichtet.
Annchen hat aber gleich angemerkt, dass sie es ihr nur leihen kann, weil sie bereits eine potentielle Käuferin an der Hand habe.
Dem Nachbarn, der leider nicht zu Hause war, hat sie ein Zettelchen an die Tür geklebt, dass er sich bitte bei ihr melden soll.
Der wird nicht schlecht staunen, wenn er von seiner Nachbarin so eine Nachricht an der Tür picken hat.
Bei dem Gedanken kichert Yvi leise in sich hinein und ist gespannt ob er sich tatsächlich melden wird.
Und sie hofft natürlich sehr, dass er ihr Smartphone wieder zum Leben erwecken kann.
Als es dann an der Tür klingelt, erschrickt Yvi so sehr, dass ihr beinahe das geliehene Smartphone aus der Hand fällt.
Na das wäre was gewesen, wenn das auch noch kaputt gehen würde.
Vor der Tür steht aber nicht der heiß ersehnte Nachbar, sondern der Pizzabote.
Die Pizza duftet verführerisch und Yvi hat richtig Hunger und langt ordentlich zu.
Annchen hat natürlich gleich wieder was zu meckern: „Wolltest du nicht abnehmen ?“
Yvi bleibt der Bissen im Hals stecken, herrje daran hat sie ja gar nicht mehr gedacht, klar will sie abnehmen, aber doch nicht heute.
Immer wieder schaut sie verstohlen auf das Display des Handys, es war nun schon fast eine Stunde her, dass sie Patrick eine lange Nachricht gesendet hat, aber es kommt einfach keine Nachricht.
Ihr zweiter Vorname ist MissUngeduld.
Annchen nervt weiter, denn sie will wissen was denn so wichtig wäre, dass sie unbedingt ein Handy braucht und sie nicht warten kann bis ihres gerichtet ist.
In knappen Worten erzählt Yvi ihrer Cousine von dem zufälligen Chat mit einem Fremden und von der Sache, dass ihr Smartphone einfach den Geist aufgegeben hat.
Anna zeigt ihr den Vogel, denn sie kann gar nicht verstehen, dass man sich auf eine Unterhaltung mit einem komplett Fremden einlassen kann.
Ja, Yvi weiß selbst, dass das eigentlich Unfug war, aber es war so nett und sie fühlte sich irgendwie total gut dabei.
Die beiden Mädels machen noch Orangensaft für den Fernsehabend, räumen die Pizzaschachteln weg und gehen dann zum gemütlichen Teil des Abends über.
Kurz nach 21.00 Uhr klingelt es wieder an der Tür, diesmal ist es tatsächlich der Nachbar, den Anna ins Wohnzimmer bittet.
Yvi hat ihn bisher nur in seiner Motorradkluft, im Stiegenhaus gesehen.
Jetzt ist sie angenehm überrascht einem gepflegten jungen Mann in Jeans und Poloshirt zu sehen.
Sie erzählt ihm ihr Missgeschick mit ihrem Smartphone und dass er doch mal angeboten hat zu helfen, wenn es nötig sein würde.
Er bittet sie, ihm das Teil zu geben und verspricht es sich anzusehen.
Er runzelt ein wenig die Stirn, beim Anblick des Telefons und meint er käme morgen wieder.
In dem Augenblick ertönt der Klingelton des Messengers und eine Nachricht von Patrick kommt.
Anna begleitet den feschen Nachbarn zur Tür und denkt:“Der würde mir gefallen“.
Wieder am Sofa fragt sie Yvi wie ihr der Nachbar, der sich als Mo vorgestellt hat, gefällt.
„Na ja, eh ganz gut“ – und tippt weiter eine Nachricht an Patrick.
Annchen schüttelt den Kopf und fragt sich, was Mo heißen kann. Vielleicht Moritz ?
Yvi hat inzwischen versucht aus Patrick mehr herauszubekommen und er umgekehrt von ihr, zu gern hätte sie ein Foto von ihm gehabt, aber das traut sie sich einfach nicht fragen.
Als er ihr aber sagt, dass er fast 40 ist, seufzt sie ein wenig, das ist doch schon recht alt.
Anna meint dazu lakonisch:“Wenn es denn stimmt, der kann dir doch gar viel erzählen“
Und Patrick erzählt ihr auch, dass seine erste Nachricht eigentlich an seine Freundin, jetzt aber Exfreundin gehen hätte sollen.
Eine volle Stunde schreiben die beiden wie wild hin und her, als es erneut an der Tür klingelt und Mo das Smartphone für Yvi zurück bringt.
„War nur ein kleiner Wackler“- alles wieder ok,“ damit reicht er Yvi das Smartphone, die gleich fragt, was sie ihm denn schuldig sei.
Ein wenig verlegen meint Mo, „Geh morgen mit mir was trinken“.
Erstaunt schaut Yvi den Nachbarn an, meint dann aber „Klar, sehr gern, wann ?
„Treffen wir uns um 18.00 Uhr am Eingang vom Stadtpark!“ – und weg ist er, der Mo.
Yvi ist ein wenig verdattert – hat sie nun morgen tatsächlich ein Date mit Mo ?