Plauderei im Cafe – Die Liaison

geplauderSeit ein paar Tagen, immer um die Mittagszeit, erscheint ein Pärchen im Cafe, es nimmt immer einen Tisch in der hinteren Ecke des Lokals und unterhält sich dann sehr angeregt. Bestellt werden immer zwei Kaffee und eine Kleinigkeit zu Essen. Sie bleiben ca. 1 Stunde und verschwinden dann in entgegengesetzte Richtungen.
Die Unterhaltungen sind sehr leise und man kann kaum hören worüber sie sprechen.
Ab und zu streichelt der Mann der Frau über die Hand oder wirft ihr einen beschwörenden Blick zu.
Die Frau, immer sehr korrekt angezogen, graues Kostüm und weiße oder zartrosa Bluse, sieht irgendwie meist sehr verlegen aus.
An diesem Tag ist allerdings der Tisch in der hinteren Ecke besetzt und die beiden müssen mitten im Lokal Platz nehmen. So geschieht es, dass man einen Teil der leisen Unterhaltung mitlauschen kann.
Unschwer ist zu erkennen, dass dieses Pärchen große Probleme hat.
Beide sind verheiratet und haben Kinder, allerdings nicht miteinander.
Die Frau spricht offen über Scheidung, von der ihr Mann allerdings noch nichts zu wissen scheint, denn sie erklärt dem Mann, dass das nicht so einfach sein wird, denn er, der Ehemann der Frau, ist trotz allem ein guter Vater. Und sie würde ihre Kinder nicht gerne verlieren.

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Plauderei im Cafe- Medium Internet

geplauderJeden Tag, so gegen 1/2 10 kommt der Postbote ins kleine Cafe.
Manchmal hat er ein paar Briefe für den Besitzer, sind meistens Rechnungen, dabei.
Aber er kommt auch, wenn er keine Post fürs Cafe hat. Dann trinkt er eine koffeinfreie Melange und wenn vom Tag zuvor ein Kipferl übrig ist, dann nimmt er das auch. Frisches Gebäck darf er nicht essen, er hats ein wenig mit dem Magen. Deswegen auch der koffeinfreie Kaffee.

Der Briefträger heißt Thomas und alle Serviererinnen kennen ihn seit Jahren und sagen Tom zu ihm.
Tom ist an die 50 Jahre und hat sein Berufsleben bei der Post verbracht.
Früher, daran kann er sich noch gut erinnern, hat er nur eine Tasche gebraucht für die Post in der Straße, aber heute muss er mit einem riesigen Wagen herum kurven.
Vor allem die Werbezustellungen werden immer mehr. Briefe gibts natürlich auch noch immer viele, aber meist ist das Geschäftspost, weil privat mailen die Leute ja heutzutage viel mehr, als dass sie sich Briefe schreiben.
Der Tom fragt heute die kleine Serviererin, die grad Dienst hat, ob sie lieber Briefe schreibt oder Mails.
Die lacht und sagt, dass sie natürlich lieber mailt, weil das geht ja viel schneller.

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Plauderei im Cafe – Kuppelpelz

geplauderDie Tische im Cafe waren alle besetzt.
Die junge Frau die herein kommt und sich suchend umschaut nach einem freien Tischchen dreht sich enttäuscht um und will schon wieder aus der Tür gehen.
Ein junger Mann mit nahezu schwarzen Haaren, die er offenbar mit viel Gel gebändigt hat, erhebt sich und ruft der Frau zu, dass sie gerne an seinem Tisch Platz nehmen darf, wenn sie das möchte.
Sehr erfreut nimmt sie das Angebot an. Der Mann hilft ihr auch noch vollkommen Gentleman, aus der Jacke und hängt diese auf den nebenstehenden Kleiderständer.
Danach vertieft er sich wieder in sein Ebook.
Die Serviererin, die die Situation beobachtet hat, eilt sogleich herbei und nimmt die Bestellung von einem Kaffee und einem belegten Brot auf.
Nun sitzen sich die beiden fremden Menschen gegenüber und schweigen.
Die junge Frau nestelt in ihrer Handtasche herum und zieht dann erleichtert ihr Handy daraus hervor.
Am Nebentisch sitzt die geschwätzige Frau Winter, sie ist bekannt dafür, dass sie alle Leute im Cafe und auch anderswo anredet und sie in ein Gespräch verwickelt.
Ihre Stimme ist laut und schrill und an sich kann man sich kaum einer Unterhaltung entziehen, wenn man nicht völlig unhöflich sein möchte. Auch wenn ihr ein Gast mal sagt, dass er ungestört sein möchte, redet sie munter weiter.
Als sie nun die beiden Leutchen da am Nebentisch sitzen sieht, jeder vertieft in Ebook und Handy, gefällt ihr das gar nicht.
“Also so wird das nichts mit euch zwei” spricht sie im breiten Wiener Dialekt.

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Plauderei im Cafe – Der lästige Abfall

geplauderEs war früh am Morgen, die kleine Serviererin, die heute Dienst hat, schaut sich nochmal schnell in den Spiegel ob die Frisur sitzt und der Lippenstift schön glänzt, dann nimmt sie die Schlüssel und sperrt die Eingangstür zum Cafe auf.
Der erste Gast, wird wie jeden Tag der Herr Kraus sein. Er trinkt einen Kaffee und isst ein Kipferl dazu, sein Frühstück. Herr Kraus spricht nicht viel, nimmt sich eine Zeitung und blättert sie kurz durch, trinkt den Kaffee und beißt dreimal vom Kipferl ab, dann ist es weg, sein Frühstück beendet und er geht, nachdem er das Geld auf die Theke gelegt hat.
Danach wird es spannend, denn die kleine Serviererin wettet mit sich selbst, wer als nächstes kommt um zu frühstücken.
Heute muss sie allerdings eine Weile warten und sie putzt inzwischen die Vitrine, obwohl die ohnehin spiegelblank ist, aber wenn sie nur rumsitzt bekommt sie ein schlechtes Gewissen, weil das aussieht als hätte sie keine Arbeit.
Und da öffnet sich auch schon die Tür und Bertl und Johann kommen herein. Die beiden Männer setzen sich an einen der Tische und bestellen Kaffee und Wasser.
Bertl trägt ein blaues Sackerl mit sich und stellt erschrocken fest, dass er vergessen hat, den Müll den ihm seine Frau an der Tür in die Hand gedrückt hat, in den Müllraum zu bringen.
Er stellt den Beutel neben sich und nimmt sich vor, ihn gleich zu entsorgen, wenn er seinen Kaffee mit dem Johann getrunken hat.
Johann fragt ihn so nebenbei ob er und seine Familie denn auch den Müll trennt.

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Plauderei im Cafe – Hoppala beim Suppe kochen

geplauderHeute war das Cafe besser besucht, als bei unserem letzten Besuch.
Viele der Tische waren besetzt, auch in den Fensternischen saßen jeweils ein paar Leute, manche lesen Zeitung, andere wiederum surfen auf ihrem Handy oder auf einem Tablet.
In der ersten Nische, gleich neben der Tür sitzen zwei Frauen, die sich nicht so ganz leise unterhalten.
Beide haben einen Einkaufstrolly neben sich stehen und haben sich offenbar hier nach dem Einkauf zu einem kleinen Kaffeeklatsch getroffen.
Momentan unterhalten sie sich darüber was sie heute am Abend ihrer Familie zu Essen vorsetzen wollen.
Die eine seufzt und meint, dass es sie wirklich anstinkt, sich jeden Tag etwas überlegen zu müssen, was alle Familienmitglieder essen wollen. Die Familienmitglieder scheinen sehr heikel zu sein, denn sie erzählt, dass ihr Mann keinen Reis, die Tochter keine Nudeln und sie selbst nicht so gern Kartoffeln isst.
Da wird es schwierig ein Menü zusammen zu stellen.
Die andere Hausfrau entgegnet ihr, dass sie da keine so große Geschichten machen würde, was auf den Tisch kommt wird gegessen, sei ihr Motto und wems nicht schmeckt, der kann sich ja ein Butterbrot machen.
“Das würde bei uns nicht funktionieren, da gäbe es nur Streit”, da zuckt die andere die Schultern und meint, “Wennst dir das gefallen lasst, bist selber schuld”.
“Aber stell dir vor, was mir gestern passiert ist, aber bitte du darfst nicht laut lachen” Sie schaut sich mit einem schnellen Blick um, ob ihnen eh niemand zuhört und erzählt dann, dass sie vor hatte eine Rindsuppe mit Nudeln zu kochen. Die Suppe war schon fertig, so eine richtig gute, aus Fleisch und Gemüse und sie musste nur noch die Fadennudeln kochen und damit es schneller geht, hat sie die Nudeln gleich in die Suppe gegeben.
Das macht sie normalerweise nie, sie kocht die Nudeln immer extra und gibt dann in jeden Teller eine Portion davon und gießt die heiße Suppe drüber, aber wie gesagt, gestern sollte es schnell gehen.
Wie sie gesehen hat, dass die Nudeln fertig sind, hat sie ein Sieb in die Abwasch gestellt und die Nudeln abgegossen – und dann grad bemerkt, dass sie ja nicht im Wasser, sondern in der Suppe gekocht haben.
Sie hat der Suppe nur noch beim Abrinnen zusehen können. Weg war sie, die wirklich gute Rindsuppe aus Fleisch und Gemüse.
Die Zuhörerin lacht wirklich nicht, sie macht ganz große Augen und hält sich erschrocken die Hand vor den Mund. “Bist gscheit – schade um die gute Suppe …… und was hast dann gemacht ?”
“Na ja schnell eine neue Suppe aus Suppenwürfeln gekocht und die Suppe wie immer serviert, zuerst die Nudeln in die Teller und dann einen Schöpfer heiße Suppe drauf – und keiner hat was gemerkt, also zumindest hat keiner was gesagt.. Aber innerlich hab ich gekocht, vor Ärger auf mich selbst.
So ein Hoppala ist mir beim Kochen noch nie passiert!”

Sind euch auch schon arge Hoppalas beim Kochen passiert ?

 

Urheberrechte/© Andrea Voss