Der Herr Jakob sieht nur blau

herrjakob_klSeit heute früh parkt ein großer, blauer Lieferwagen genau vor dem Fenster des Herrn Jakobs.
Dieser Lieferwagen versperrt dem Herrn Jakob jegliche Aussicht.
Wenn er an seinem geliebten Fenster sitzt kann er normalerweise die ganze Straße übersehen, aber wenn das blaue Auto da steht, sieht er nichts, außer eben- BLAU.
Leider stand das Auto schon morgens, ehe der Herr Jakob ans Fenster kam da und er hat den Fahrer leider nicht gesehen, als er den Wagen zum Parken abgestellt hat.
Er hätte ihn gebeten, woanders zu parken, weil er doch so nichts sehen konnte.
Allerdings überlegt er auch, ob er denn überhaupt was sagen hätte können, Parkplatz war rar in der Straße.
Aber wenn man den ganzen Tag nichts sieht, außer blau, wo man doch gewohnt war, den Überblick über die Straße zu haben, dann war das wirklich nicht lustig.
Herr Jakob ist nun jede Stunde zum Fenster gelaufen um zu sehen, ob der Lieferwagen schon weg gefahren ist, aber der parkte am Abend, gegen 20.00 Uhr, immer noch da.
Da hat sich Herr Jakob dann zum fernsehen gesetzt.
Ganz langsam stieg ein wenig Ärger in Herrn Jakob auf. Wer parkte denn schon einen Lieferwagen den ganzen Tag an der gleichen Stelle. Ein Lieferwagen war doch zum Liefern da und das dauert doch niemals den ganzen Tag und die halbe Nacht.
Und wie Herr Jakob es sich gedacht hat, stand das blaue Auto auch am nächsten Morgen immer noch da.
Die Frau Clara musste heute zwei mal klopfen, um dem Herrn Jakob die Handsemmeln zu übergeben und fragte ihn ganz erstaunt wieso er denn heute nicht am Fenster sitzen würde.
“Na wegen dem da” schimpfte der Herr Jakob und fügt traurig hinzu: “Ich seh ja nur blau, sonst nichts”.
Der Lieferwagen war der Frau Clara gar nicht aufgefallen, aber sie fand es verständlich, das sich der Herr Jakob ärgerte, weil er seine Straße nicht sehen konnte.
Auch der Mohamed, der dem Herrn Jakob die Zeitung brachte, schüttelte nur den Kopf und konnte auch nicht helfen.
Zu Mittag hat sich der Herr Jakob, ganz gegen seine Gewohnheit zu einem Schläfchen auf das Sofa im Wohnzimmer gelegt um ein kleines Schläfchen zu machen.
Ihm war entsetzlich langweilig und es war auch ziemlich dunkel in der Wohnung. Zum einen weil es ein regnerischer Tag war, zum anderen weil das blaue Auto immer noch vor seinem Fenster stand.
Als er aufwachte war es hell geworden.

Hat der  Regen hat aufgehört  ??? – Das nicht, aber das Auto war weg.
Ein Strahlen ging über das Gesicht des Herrn Jakob. Er zog seinen Lieblingssessel ans Fenster holte sich eine Tasse Kaffee und setze sich an sein Fenster.

Jetzt konnte er wieder dem Treiben in seiner Straße zusehen.
Den vielen Menschen, mit den bunten Schirmen die durch den Regen liefen und den Geschäftsleuten auf der anderen Seite der Straße.
Herrn Jakobs Welt war wieder in Ordnung.

 

Urheberrechte/© Andrea Voss

Der Herr Jakob und die Lust am kommenden Tag

herrjakob_klVis a vis vom Haus des Herrn Jakobs gibt es eine Bäckerei.
Kein so moderner Laden mit großer Glasscheibe, nein, ein kleiner Laden, mit weißer Theke, auf der ein paar Körbe stehen, mit frischen Semmeln und Salzstangerl. Hinter der Theke ist eine Wand mit Holzregalen, auf denen Brotwecken und Laibe liegen.
Neu sind zwei kleine Tische mit Sesseln. Auf den Sesseln liegen rote Polster und da kann man sich hinsetzen um einen Kaffee zu trinken, oder ein kleines Frühstück einzunehmen.
Die Bäckerei gehört dem Ehepaar, Clara und Martin Jung. Der Herr Jung hat die Bäckerei von seinem Vater übernommen und die Clara hat angefangen dort mitzuarbeiten, als sie den Martin geheiratet hat.
Sie hat im Verkauf geholfen, den früher Martins Mutter geführt hat.
Als die alten Bäckersleute in Pension gegangen sind, war klar, die Clara verkauft Brot und Gebäck und der Martin steht in der Backstube.
Als die Kinder von Clara und Martin gekommen sind, haben sie kurzzeitig eine Aushilfe eingestellt gehabt, ansonsten war die Clara ganz allein dafür verantwortlich, ja ein Lehrmädel habens auch immer gehabt im Verkauf und einen Lehrbub in der Backstube.

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Herrn Jakobs Nachtruhe

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Die Geschäfte haben alle geschlossen und die Leute, die morgen wieder zur Arbeit müssen, gehen um diese Zeit zu Bett. Ein Fenster nach dem anderen wird dunkel und die Menschen, die durch die Straße laufen, werden immer weniger.
Herr Jakob zieht um diese Zeit die Vorhänge zu, allerdings brennt dann noch ein paar Stunden lang das Licht, wenn er liest oder fern schaut. Da kommt auch niemand mehr an sein Fenster zum Plaudern.
Es ist Nachtruhe…..
An diesem Tag aber war es anders, denn plötzlich um 22.30 Uhr läutete es.
Erst dachte Herr Jakob, dass sich da ein paar Jugendliche einen Scherz erlauben würden. Aber nach dem 3.x klingeln hat er dann doch nachgeschaut wer da vor der Tür ist und da standen 2 Polizisten.
Sie wollten wissen ob der kleine Herr Wagner, der wirklich sehr klein ist, zu Hause sei. *Neugierig* ? Hier gehts weiter…..

Herr Jakob und der Blumenladen

herrjakob_klIn der Straße, in der der Herr Jakob wohnt sind einige Geschäfte, eine Bäckerei mit einem kleinen Cafe, ein Blumenladen, ein Obst- und Gemüsegeschäft, ein Friseur und auch ein Supermarkt, vorne an der Ecke.
Wenn der Herr Jakob am Fenster sitzt, dann sieht er besonders gut zur Bäckerei und zum Blumenladen.
Das Obst-und Gemüsegeschäft wird es vielleicht nicht mehr lange geben, weil viele Leute kaufen gleich alles im Supermarkt ein. Das tut dem Herrn Jakob sehr leid, denn das Ehepaar, das das Gemüsegeschäft schon viele Jahre betreibt, leidet darunter sehr.
Erst vor ein paar Tagen haben die beiden seufzend erwähnt, dass sie vermutlich bald zusperren müssen.
Dabei haben die das Geschäft schon 25 Jahre in dieser Straße.
Das Blumengeschäft dagegen floriert, die haben grad erst eine neue Floristin eingestellt und auch ein Lehrmädchen.
Die neue Floristin ist eine sehr hübsche junge Frau, vielleicht 35 Jahre alt, schlank, mit langen dunklen Haaren, die sie immer zu einem Zopf gebunden hat.
Die geht jeden Tag am Fenster vom Herrn Jakob vorbei, aber sie hat noch nie mit ihm gesprochen, nicht einmal gegrüßt hat sie ihn bis jetzt.

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Herr Jakob am Fenster zur Straße

herrjakob_klDer Herr Jakob wohnt im Erdgeschoss, gleich neben der Eingangstür rechts.
Jeder der ins Haus will und keinen Schlüssel hat, der läutet beim Herrn Jakob.
Meistens ist er ja geduldig und fragt, die Leute zu wem sie denn wollen und erklärt den Leuten dann auch noch den Weg. Manchmal ist er grantig, dann drückt er einfach den Öffnungsknopf und sagt gar nichts.
Der Paketzusteller zum Beispiel, der läutet nie bei den Leuten für die er Post hat, der läutet immer beim Herrn Jakob und oft ladet er auch seine Pakete einfach bei Herrn Jakob ab, wenn er schon knapp ist mit der Zeit.

Der Herr Jakob verteilt dann die Pakete wenn die Leute heim kommen und die sind ihm dankbar, weil sie nicht zur Poststelle laufen müssen.
Der Herr Jakob ist sowas wie die gute Seele im Haus, viele glauben ja er wäre der Hausmeister, aber nein er ist ein Mieter wie alle anderen, aber weil er im Erdgeschoss wohnt, gleich neben der Eingangstür, rechts, verwechseln das die Menschen im Haus und auf der Straße sehr oft.

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